Welche Männer finden transsexuelle Frauen attraktiv?

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Welche Männer finden transsexuelle Frauen attraktiv?

Beitragvon seerose » 26. Mär 2020, 20:57

Dies thematisiert Blaire White im folgenden Video:
https://www.youtube.com/watch?v=29NL0j_fNrs
Dabei geht es um die Frage, ob es sich bei diesen Männern etwa um Schwule handeln kann.
Für uns mag die Frage rhetorisch klingen, aber dahinter verbirgt sich ein ernsthaftes Problem, mit dem (heterosexuelle) Männer konfrontiert sind, die sich in eine Frau mit transsexuellem Hintergrund verlieben.
Selbstverständlich fahren schwule Männer nicht auf attraktive ts-Frauen ab, die häufig den Vergleich mit anderen attraktiven (cis-)Frauen nicht zu scheuen brauchen! Dennoch sieht sich jeder Mann, der es wagt, sich öffentlich zu einer "ts-Frau" als deren Partner zu bekennen, genau mit dieser impliziten und/oder expliziten Unterstellung in der Öffentlichkeit konfrontiert.
Diese vollkommen falsche Zuordnungs-"Gewißheit" durch "die Öffentlichkeit" wird wohl auf unabsehbare Zeit erhalten bleiben.
Deshalb kann ich entsprechende Frauen und deren Männer nur allzu gut verstehen, die mit der i.d.R. überwundenen ts-Vergangenheit gerne diskret umgehen, und ein "Stealth-Leben" bevorzugen...
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Re: Welche Männer finden transsexuelle Frauen attraktiv?

Beitragvon Selfmademan » 27. Mär 2020, 13:46

Umgekehrt gilt das genauso, Frauen haben Panik lesbisch zu sein oder als solche abgecancelt zu werden wenn die TS-Vergangenheit des Mannes publik wird.
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Re: Welche Männer finden transsexuelle Frauen attraktiv?

Beitragvon seerose » 27. Mär 2020, 15:48

"Umgekehrt gilt das genauso, Frauen haben Panik lesbisch zu sein oder als solche abgecancelt zu werden wenn die TS-Vergangenheit des Mannes publik wird."

ist das wirklich "genauso", d.h. ist die Diskriminierung und das Ausmaß durch "die Öffentlichkeit" für (heterosexuelle) Frauen, die mit einem Mann mit ts-Vergangenheit partnerschaftlich verbunden sind, wirklich zutreffend?
Ich denke, "die Öffentlichkeit" reagiert in beiden Fällen eindeutig anders!

"Die Öffentlichkeit" reagiert heutzutage im Falle schwuler oder lesbischer Pärchen ja auch eindeutig entspannter!!!
Aber gerade bei Frauen mit ts-Vergangenheit tritt die skizzierte, ganz besondere "verbreitete Einstellung der Öffentlichkeit" auf.
WARUM??? Und wie kann das "normalisiert" werden???
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Re: Welche Männer finden transsexuelle Frauen attraktiv?

Beitragvon Selfmademan » 27. Mär 2020, 18:34

Ich hab in Gesprächen mit Frauen die Erfahrung gesammelt daß sie sagten, sie wären ja dann lesbisch wenn sie sich mit "so einem" abgeben. Zumindest stellen sich viele diese Frage. Warum auch immer.

Wie man das normalisieren kann? Wenn sich ehemals Betroffene outen von denen man nie was vermutet hätte, aber es müssen dann massenhafte sein. Die einzelne kann nichts ausrichten, die verliert womöglich bestenfalls den Job.
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Re: Welche Männer finden transsexuelle Frauen attraktiv?

Beitragvon seerose » 28. Mär 2020, 19:39

Selfmademan hat geschrieben:Ich hab in Gesprächen mit Frauen die Erfahrung gesammelt daß sie sagten, sie wären ja dann lesbisch wenn sie sich mit "so einem" abgeben. Zumindest stellen sich viele diese Frage. Warum auch immer.

Du hast die von mir gestellte Frage auf die Bewertung einer Beziehung IN einer potentiellen Partnerschaft bezogen.
Ich hatte mich eigentlich primär darauf bezogen, als was ein heterosexueller Mann von/in "der Öffentlichkeit" angesehen wird, der sich auf eine Frau mit ts-Hintergrund partnerschaftlich "einläßt". Und ich bin nach wie vor der Meinung, daß "die Öffentlichkeit" in den beiden Fällen wohl anders reagiert. Oder sehe nur ich das so?

Selfmademan hat geschrieben:Wie man das normalisieren kann? Wenn sich ehemals Betroffene outen von denen man nie was vermutet hätte, aber es müssen dann massenhafte sein. Die einzelne kann nichts ausrichten, die verliert womöglich bestenfalls den Job.

So lange es keine begrifflich-phänomenbezogene Trennung von in der Sache völlig verschiedenen Gegebenheiten gibt (originäre Transsexualität=NGS vs. Trans*-GENDER), die zunächst von möglichst allen Ersteren eindeutig vorgenommen werden müßte, bin ich mir ziemlich sicher, daß der Einheitsbrei i.S.v. DSDS-Publikums-Veralberung maßgeblich das Bild der Öffentlichkeitvon TS-NGS prägt, das zu obigen Sichtweisen führt...
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Re: Welche Männer finden transsexuelle Frauen attraktiv?

Beitragvon Selfmademan » 29. Mär 2020, 09:04

Ah ok, danke für die Verdeutlichung, jetzt ist mir einiges klarer geworden. Hm vielleicht sieht das bei uns TS-Männern tatsächlich anders aus, allein schon aufgrund der optischen Wirkung, da das Testosteron eine enorme Wirkkraft hat. Die optischen Unterschiede zu Cis-Frauen sind dann gewaltig. Andersrum gibt es leider bei vielen TS-Frauen, wenn sie keine Pubertätsverzögerung genießen konnten, einige "verräterische" Überbleibsel wie z. B. tiefe Stimme, robuster Körperbau, große Hände etc. und das suggeriert in der Öffentlichkeit "Schwulsein". Nicht zuletzt die männliche Kastrationsangst der Öffentlichkeit.

Trennung der Begriffe und Diagnosen ist das eine, reicht allein aber nicht, auch die Medien müssen mitmachen und berichten wie stinknormal unser einer lebt, integriert ist, keine Extrawurst will, nicht auffallen will sondern als ganz normaler Mann, ganz normale Frau mit gewissen anatomischen Einschränkungen leben und am gesellschaftlichen Leben teilhaben will.

Kurz zum Thema Kastrationsangst: Der Mann fühlt sich entmannt wenn auch nur die Hoden fehlen, die Frau fühlt sich aber nicht unbedingt entfraut, wenn Uterus UND Eierstöcke entfernt werden mußten. Zwei scheinbare Gründe dazu, die Hoden sind sicht- und tastbar, Uterus und Eierstöcke entziehen sich der einfachen Haptik und Optik. Das Ejakulat ist mit Lustgefühlen verbunden, die Menstruation hingegen wird von den meisten Frauen als lästig empfunden.
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Re: Welche Männer finden transsexuelle Frauen attraktiv?

Beitragvon seerose » 29. Mär 2020, 12:30

Selfmademan hat geschrieben:Ah ok, danke für die Verdeutlichung, jetzt ist mir einiges klarer geworden. Hm vielleicht sieht das bei uns TS-Männern tatsächlich anders aus, allein schon aufgrund der optischen Wirkung, da das Testosteron eine enorme Wirkkraft hat. Die optischen Unterschiede zu Cis-Frauen sind dann gewaltig. Andersrum gibt es leider bei vielen TS-Frauen, wenn sie keine Pubertätsverzögerung genießen konnten, einige "verräterische" Überbleibsel wie z. B. tiefe Stimme, robuster Körperbau, große Hände etc. und das suggeriert in der Öffentlichkeit "Schwulsein". Nicht zuletzt die männliche Kastrationsangst der Öffentlichkeit.

Ja, das sind objektiv gegebene, wichtige körperliche Faktoren, die im allgemeinen "einfach" gegeben sind!
Ich habe aber den Eindruck, daß da noch sehr viel mehr dahintersteckt, wie Du schon angedeutet, und im weiteren sehr gut nachvollziehbar begründet hast:
Selfmademan hat geschrieben:Kurz zum Thema Kastrationsangst: Der Mann fühlt sich entmannt wenn auch nur die Hoden fehlen, die Frau fühlt sich aber nicht unbedingt entfraut, wenn Uterus UND Eierstöcke entfernt werden mußten. Zwei scheinbare Gründe dazu, die Hoden sind sicht- und tastbar, Uterus und Eierstöcke entziehen sich der einfachen Haptik und Optik. Das Ejakulat ist mit Lustgefühlen verbunden, die Menstruation hingegen wird von den meisten Frauen als lästig empfunden.

Das sind jetzt aber alles erst "nur" körperlich-psychische Gründe, die dabei sicher relevant werden.
Ich bin aber davon überzeugt, daß da noch sehr viel mehr dahintersteckt.
Einer dieser Aspekte ist der (ver)öffentlich(t)e/mediale Umgang mit dem Thema. "Transsexuelle Frauen(?)" werden meistens durch äußerst fragwürdige "Paradiesvögel" ins Rampenlicht gestellt, wobei es sich wohl eher selten um originär transsexuelle Frauen (NGS) handeln dürfte?!
Diese Vermischung/Verwaschung unter dem "Trans*_Gender-Regenbogen" dürfte aus meiner Sicht eine ganz wesentliche Rolle für die unterschiedlichen Reaktionen "spielen": Wie soll denn eine "unbedarfte Öffentlichkeit" da noch die Unterscheidung zwischen Crossdressern, Drag Queens, Trans-Gendern und Transsexuellen treffen können.
Diese Unterscheidungs-Fähigkeit der Öffentlichkeit benötigen originär transsexuelle Frauen und vor allem aber ihre potentiellen Partner aber spätestens dann, wenn sie (postoperativ) eine Partnerschaft mit einem heterosexuellen Mann anstreben.

Spätestens dann sind sie darauf angewiesen, daß "man" ihre Gegebenheiten von den "Spielarten des Transvestismus" zu unterscheiden weiß, und " nicht alles in eine Kiste packt", wobei ansonsten "zwangsläufig" auch der heterosexuelle Mann, der eine transsexuelle Frau begehrt, "doch wohl auch nur schwul sein kann!"?

Ganz wesentlich aber dürfte die generell stärker unter sozialer Kontrolle stehende männliche Geschlechtlichkeit verantwortlich sein für die besondere Schwierigkeit eines Verständnis für originär transsexuelle Frauen (NGS).
Fälschlich werden diese ja auch "unentrinnbar" dem männlichen Geschlecht zugeordnet. Jede "Zuwiderhandlung" von "Männern" wird ansonsten unnachgiebig "geahndet"...
Da spielen übrigens auch viele mehr oder weniger unumstößliche Prägungen, Ängste, Abwehrmechanismen mit hinein.

Insgesamt handelt es sich um ein schier unentwirrbares Bündel an Vorurteilen, die den entsprechenden Frauen aus meiner Sicht ein stealth-Leben dringend empfehlenswert erscheinen läßt...
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Re: Welche Männer finden transsexuelle Frauen attraktiv?

Beitragvon Selfmademan » 29. Mär 2020, 17:51

Liegt auch daran daß der Mann nicht emanzipiert ist, brauchte er nicht da er geschichtlich immer mehr wert war als die Frau."Laß die Frau mal ruhig machen, laß sie sich männlich anziehen und verhalten, brauchst Du eh nicht ernstnehmen." Was hier zum Nachteil für die Frauen ist, wurde zum Vorteil für TS-Männer. Jedoch mit dem faden Beigeschmack daß sie anfänglich bis zur vollen Wirkung der Hormone als Emanze oder Kampflesben beschimpft werden. Alles schon erlebt.

Männer sind gefangener in den Rollenerwartungen und damit auch strikter gegen "Verfehlungen" anderer "Männer". Auch die Erziehung spielt eine große Rolle. Selbst wenn die Mutter es nicht bewußt merkt, so erzieht sie den Jungen unbewußt anders als das Mädel.

Da lebe ich lieber stealth als die Gesellschaft verändern zu wollen. Letzteres ist in den meisten Teilbereichen ein hoffnungsloses Unterfangen. Und ich habe keine Lust mich diesem Streß und Spießrutenlauf aussetzen zu wollen. Bin froh daß diese sehr traumatischen Zeiten vorbei sind.
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