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- Für Menschen deren Geschlecht nicht den Körpermerkmalen entspricht -
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BeitragVerfasst: 4. Apr 2019, 16:00 
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Eine Kommentatorin schreibt in "acta diurna", herausgegeben von Michael Klonovsky vom 02.April, unter "Diskriminieren...Geschlechtsumwandlungen...":
https://www.michael-klonovsky.de/acta-diurna
"Wiederum wichtig für das Verständnis ist hier, dass es nicht nur ein körperliches, sondern auch ein psychisches Geschlecht gibt. Die menschliche Psyche ist – im Wesentlichen auf emotionaler Ebene – großenteils geschlechtsspezifisch als Teil der sekundären, (Gehirn-)physiologischen Geschlechtsmerkmale. Das ist angeboren – also nix mit 'tabula rasa'. Erziehung kann daran nichts ändern. Da aber die psychischen Geschlechtsunterschiede SEKUNDÄRE
Geschlechtsmerkmale sind, sind sie NICHT streng dual: ihre Entstehung wird hormonell vermittelt und kann somit in einem Kontinuum zwischen den Polen 'männlich' und 'weiblich' beliebige Zwischenpositionen (als gehirnphysiologisch vorgegebene, durch Erziehung später nicht mehr änderbare Fixpunkte!) einnehmen – im Einzelfall sogar konträr zum sonstigen, körperlichen Phänotypus, wie es eben bei uns Transsexuellen der Fall ist."


Dieser Kommentar einer körperlich schwer "verunmöglichten" TS-Frau, die Anfang der 90-er Jahre deshalb für sich den Weg und das Konzept eines "dritten Geschlechts" gewählt hat, wirft interessante weiterführende Gedanken auf...


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BeitragVerfasst: 5. Apr 2019, 08:53 
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Ich sehe in diesem Leserbrief mehrere Problemthemen.

Zuerst wäre da folgender Satz:

Zitat:
Konkret: ich habe mir – nach jahrelanger, nahezu ergebnisloser Östrogentherapie – schon vor 20 Jahren chirurgisch die Brust aufbauen lassen; den Unterleib habe ich gelassen, wie er war, und im öffentlichen Alltag lebe ich trotzdem nach wie vor als Mann.

Hier scheint es schon mit der "Äusserlichkeit" zu beginnen, die als der wichtigste Faktor für Transsexualität hergenommen wird. Hier wäre die Frage des "Passings als perfekte äusserliche Frau" zu Hinterfragen, mit den "Rollenbildern" die gesellschaftlich und auch von Betroffenen diverser Geschlechtsvarianten zu dem "einzig wahren Ausdruck von Geschlecht" herangezogen wird. Es fehlt der Aspekt der "körperlichen Selbstwahrnehmung".

und :
Zitat:
Als Ziel der 'Umwandlung' habe ich also tatsächlich eine Art Zwitterwesen gewählt – ein 'drittes Geschlecht'.

Es wird von "Umwandlung" statt von "Angleichung" geschrieben.....es geht also um eine "falsche Bezugsebene".

weiter dann mit folgendem Satz:
Zitat:
Für ein tieferes Verständnis wichtig ist dabei aber, dass dieses 'dritte Geschlecht' KEIN eigenständiges Geschlechtsbild ist, sondern nur ein operativer Kompromiss zwischen den ZWEI natürlichen Geschlechtern. Man kann – leider – das Geschlecht nicht wirklich wechseln, sondern nur (mit mehr oder weniger Erfolg – meist weniger) die äußere Erscheinung.

Dieser kurze Absatz enthält zwei sehr gravierende Aspekte:
Das dritte Geschlecht ist kein eigentliches Geschlechtsbild - sondern ein Kompromiss (?)
Das Geschlecht wird auf die "äussere Erscheinung" reduziert, was fehlt ist das eigene innere "Stimmigkeitserleben", welches offenbar irrelevant zu sein scheint.

hier kommt nun die "Psyche" statt der "körperlichen Selbstwahrnehmung" ins Spiel:
Zitat:
Wiederum wichtig für das Verständnis ist hier, dass es nicht nur ein körperliches, sondern auch ein psychisches Geschlecht gibt. Die menschliche Psyche ist – im Wesentlichen auf emotionaler Ebene – großenteils geschlechtsspezifisch als Teil der sekundären, (Gehirn-)physiologischen Geschlechtsmerkmale. Das ist angeboren – also nix mit 'tabula rasa'. Erziehung kann daran nichts ändern.

es wechselt also nicht zu der "körperlichen Selbstwahrnehmung", sondern zu der "psychosozialen Geschlechtsausdrucksebene", obwohl wiederum die Bezugsebene zu der Moneyschen "Tabula Rasa" Fehldeutung genauso klar dargelegt wird, wie wir es auch tun.

Zitat:
Da aber die psychischen Geschlechtsunterschiede SEKUNDÄRE
Geschlechtsmerkmale sind, sind sie NICHT streng dual: ihre Entstehung wird hormonell vermittelt und kann somit in einem Kontinuum zwischen den Polen 'männlich' und 'weiblich' beliebige Zwischenpositionen (als gehirnphysiologisch vorgegebene, durch Erziehung später nicht mehr änderbare Fixpunkte!) einnehmen – im Einzelfall sogar konträr zum sonstigen, körperlichen Phänotypus, wie es eben bei uns Transsexuellen der Fall ist.

Und auch hier wieder die falsche "psychosoziale Bezugsebene" auf die vermeintlich "Sekundären Geschlechtsmerkmale als Basis".
Das ist der eigentliche Fehler, denn hier werden die "äusserlich sichtbaren Geschlechtsmerkmale" als die einzig relevante Basis dargestellt.
Beim Neuro-Genitalen-Syndrom geht es jedoch um eine ganz andere Bezugsebene, die eigene neuronale Körperwahrnehmung besagt ganz klar und eindeutig wie die primären Geschlechtsmerkmale eigentlich sein sollte, ohne die Bezugspunkte zu den üblichen Variationen der sekundären Geschlechtsmerkmalen, wie sie auch bei cisgeschlechtlichen Menschen in weiten Bandbreiten vorkommen können, in den Mittelpunkt zu setzen.

der letzte Absatz ist dann "in sich" absolut Wiedersprüchlich:
Zitat:
Die Gender-Ideologie präsentiert uns Transsexuelle gerne als angeblichen Beweis für geschlechtliche Beliebigkeit.

Ich glaube in diesem Absatz findet eine logische Widersprüchlichkeit ihren beginn, wobei der obige Satz ja die weiter oben schon benannte "psychiosoziale Ebene" demonstriert.
Zitat:
Genau das sind wir nicht, im Gegenteil: obwohl die Gesellschaft nun wirklich alles tut, um uns schon von klein auf auch psychisch heteronormativ zu formen, mißlingt das bei Transsexuellen regelmäßig.

Der Inhalt dieses Satzes wird der Kernpunkt der Wiedersprüchlichkeit denn er bestätigt im zweiten Teil doch den obigen Satz.
Zitat:
Wir sind somit der lebende Beweis GEGEN die 'tabula rasa'.

Mit diesem Satz wird die Wiedersprüchlichkeit dann wiederum klar, denn statt die Differenz von "dualem vs belibiegem Geschlecht" zu erläutern wird dies plötzlich mit einem völlig anderem Thema vermischt: der vermeintlichen "Anerziehbarkeit der Geschlechtszugehörigkeit".
Dies sind zwei völlig unterschiedliche Ebenen, die hier miteinander vermischt werden.

Soviel in gebotener Kürze von mir,
Frank


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BeitragVerfasst: 5. Apr 2019, 17:06 
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Wie kommt ihr immer auf solche Seiten? Sucht ihr explizit danach oder sind das Zufallsfunde wo ihr ausversehen drüber gestolpert seid?

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