Aussagen angeblicher transsexueller Menschen

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Aussagen angeblicher transsexueller Menschen

Beitragvon ThorinEichenschild » 7. Dez 2018, 09:18

Um es kurz vorweg zu nehmen ich stieß auf einem Thread zum Thema Opfer bringen für die Transition, welcher bei mir schon die Frage auslöste "Welche Opfer"
Ich für meinen Teil sehe keine Opfer sondern nur Gewinn.

Ja, Opfer sind schon paar dabei. Aber ohne Opfer gibt es nicht - dann wären wir nicht Trans sondern cis Männer
1) einen gesunden Körper aufgeben, mit Hormonen eingreifen die Einfluss auf viele Funktionen haben, ops überstehen
2) keine eigenen Kinder bekommen können
3) keinen Norm Körper mehr zu haben, und deswegen sich nicht nackt und unbeschwert in Umkleiden oder Saunen zeigen zu können


Dieses Zitat finde ich sehr merkwürdig :shock: zu 1. ich habe meinen Körper nie als gesund sondern immer als krank empfunden. Und letztendlich ist es bei transsexuellen Männern auch nicht ungewöhnlich dass Sie an den "kranken" Organen körperliche Symptome wie Tumore bekommen (ging mir auch so)
zu 2. Gut aber das geht tausenden von Cis Männern ebenso. Was soll also daran Opfer sein? Zu 3. Was bitte ist ein Normkörper? Ich habe mein Leben lang nur ein Monster gesehen und mich verhüllt jetzt bin ich endlich frei und kann entgegen oben genannter Aussage auch in Umkleiden, Saunen und vorallem auch beim Arzt nackt und unbeschwert zeigen.
Das Leid brachte die stärksten Seelen hervor. Die allerstärksten Charaktere sind mit Narben übersät
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Re: Aussagen angeblicher transsexueller Menschen

Beitragvon Frank » 7. Dez 2018, 13:49

Tja, die Frage nach den "Opfer bringen" oder vielleicht auch "Risiken eingehen"....
ich habe die weibliche Fortpflanzung durchgeführt, über das Ergebnis bin ich froh, aber der Weg dahin ging nicht ohne "mit Hormonen eingreifen" - einfach weil meine Hormonsituation nicht der "Normalen weiblichen Hormonsituation" entsprochen hatte.....heute wird in die Richtung eingegriffen die sich für mich insgesamt sehr viel stimmiger anfühlt. Die "Nebenwirkungen" wiederum gehören zum "normalen Mannsein" einfach dazu.

Ein Kind reicht mir völlig, das Kind als Ergebniss ist Toll, aber der Weg dahin war sehr belastend und wenn ich nochmal Entscheiden müsste würde ich lieber die GaOP in jungen Jahren haben und dafür keine Kinder...allein diese Frage gibt es für mich nicht.

So etwas wie einen "Normkörper" gibt es ohnehin nicht! Was es gibt ist die Stimmigkeit von Körper & Seele (ja ich weiß veralteter Begriff, aber Identität paßt definitiv NICHT!) in Bezug auf das Geschlecht. Das ist für mich der gravierende Aspekt.
Nebenbei Magnus Hirschfeld schrieb damals etwas von "seelischer Transsexualität" und das ist nunmal eben "UNgleich" dem was "Identität" im heutigen Sprachgebrauch bedeutet.

Aber als Fazit bleibt mir zu sagen:
Obwohl bei mir einiges Schiefgegangen ist, mein Op-Ergebniss nur sehr bedingt dem ursprünglichen Wunsch entsprechend ausgefallen ist, mir geht es gut mit meiner aktuellen Geschlechtlichkeit: Ich bin Mann, erlebe meinen Körper weitestgehend stimmig mit diesem Mannsein und sehe dabei auch wenn überhaupt nur die lange Zeit die ich gebraucht habe als "Opfer" an.
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Re: Aussagen angeblicher transsexueller Menschen

Beitragvon seerose » 7. Dez 2018, 15:19

ThorinEichenschild hat geschrieben:Um es kurz vorweg zu nehmen ich stieß auf einem Thread zum Thema Opfer bringen für die Transition, welcher bei mir schon die Frage auslöste "Welche Opfer"
Ich für meinen Teil sehe keine Opfer sondern nur Gewinn.
Ja, Opfer sind schon paar dabei...
3) keinen Norm Körper mehr zu haben, und deswegen sich nicht nackt und unbeschwert in Umkleiden oder Saunen zeigen zu können
...
Zu 3. Was bitte ist ein Normkörper? Ich habe mein Leben lang nur ein Monster gesehen und mich verhüllt jetzt bin ich endlich frei und kann entgegen oben genannter Aussage auch in Umkleiden, Saunen und vorallem auch beim Arzt nackt und unbeschwert zeigen.

Ich kann mich Deinen Kommentierungen nur voll und ganz anschließen! Die beklagten "Opfer" erscheinen mir aus einer sehr berechnenden Sicht bilanziert worden zu sein. Da scheinen mir aber erheblich andere Betroffenheits-Hintergründe "im Spiel" zu sein, als bei uns originär transsexuellen Menschen (NGS)!
Auch die Aussage zu den Normkörpern ist für unsereins sehr verwirrend, und wird vor allem aber dann verständlich, wenn damit vielleicht eine fehlende oder unvollständige GaOP gemeint ist.
Ich kann mich postoperativ in allen beklagten Bereichen "bestens" sehen lassen, und weiß, daß dies für fast alle von uns zutrifft!
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Re: Aussagen angeblicher transsexueller Menschen

Beitragvon Selfmademan » 7. Dez 2018, 18:04

Ich gehe sogar in Schwulensaunen, das ist "die Bestandsprobe" schlechthin. Bis auf ein einziges Mal bin ich nie aufgefallen, gabs keine Tuschelei oder gar ein böses Wort. Ich werde sobald sich die Gelegenheit ergibt, auch mal FKK austesten. Entweder es glotzen alle doof oder keiner schert sich drum. Ich vermute letzteres. Gibt es am Bodensee einen FKK-Strand? *zu Seerose rüberschiel* :mrgreen:

Opfer: Die lästigen Gänge zu den Gutachtern, die damit vergeudete Zeit, die lästigen Gänge zum Therapeuten und die damit verbundene Zeit. Diverse Komplikationen "da unten" die aufgetreten sind und bereinigt werden mußten. Meine aktuelle Harnröhrenverengung. Und trotzdem haben mich die negativen Seiten der Transition nie aus der Bahn geworfen weil ich genau wußte wofür ich es mache. Sicherlich würde ich heute mit dem heutigen Wissen einiges anders machen, aber auch nicht viel anders. Denn unterm Strich hat sich der ganze Weg mehr als gelohnt.

Verloren habe ich Pflegefamilie und Bekannte, aber da pfeif ich drauf. Ich habe nach Ende der Transition mehr Leute in kürzerer Zeit kennengelernt als je zuvor in meinem ganzen falschen Leben. Also sind die Abtrünnigen nicht wirklich ein Verlust. Reisende soll man ziehen lassen.

Amen.
Seit Mai 2014 endlich fertig. :) Ein ganzer Kerl dank Bogenhausen. ;)

V.i.k.z.k! Tok narok! bVb kathoey phu chai! Rawang arom phu chai!
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Re: Aussagen angeblicher transsexueller Menschen

Beitragvon Hauptmann Toxic » 8. Dez 2018, 18:00

Opfer? Ja, niemand hat Lust darauf, Zeit im Krankenhaus zu verbringen. Aber so ist es halt mit einer chronischen Krankheit, zu der ich das NGS auch zähle. Diese Opfergeschichte impliziert doch irgendwie so eine Art „Wahl“. Was ich für Schwachsinn halte. Das ist so viel Wahl wie „Zieh dich aus und sing Atemlos, sonst kommst du 5 Jahre ins Arbeitslager.“ Die meisten Leute würden wohl strippen und singen.

Übrigens bin ich schon in die Männerumkleide (mit Packer), kaum durfte ich nach der Mastek/Hysto wieder schwer heben. Hab ich halt Narben. Und? Hab schon einen Typen im Schwimmbad gesehen, da war der ganze Rücken eine einzige Brandnarbe. Sowas passiert eben.

Zum Thema kaputte Organe: Bei mir war‘s auch Schrott, vorher nie diagnostiziert. Kommt scheinbar öfter vor. Besonders, da NGS-Männer oftmals nie oder nur im äußersten Notfall zum Frauenarzt gehen, entsprechend merkt man vorher nichts.
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