falsche Begrifflichkeiten: MzF bzw. FzM

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falsche Begrifflichkeiten: MzF bzw. FzM

Beitragvon seerose » 16. Okt 2018, 17:57

"Jede/r" kennt sie, Viele nutzen sie unreflektiert. Nichts desto weniger sind diese Begrifflichkeiten für Menschen mit originärer Transsexualität (NGS) vollkommen falsch, wie wohl diese Begrifflichkeiten insgesamt völlig unsinnig sind!
Bekanntlich kann es keine "Geschlechts-Umwandlung" geben, was bedeutet, daß man aus einem Mann keine Frau und umgekehrt "machen" kann. Was indes "gemacht" werden kann ist, ist eine Genital-angleichende- Operation (GaOP), das heißt,
die Begrifflichkeiten "Mann zu Frau" (MzF) bzw. "Frau zu Mann" (FzM) sind unsinnig, da in der Sache völlig falsch!
Via Operation kann immer nur das Genitale korrigiert werden, weshalb korrekt immer nur von einer Operation von männlichem Genitale zu weiblichem Genitale (mG z wG) und umgekehrt, von weiblichem Genitale zu männlichem Genitale (wG z mG) gesprochen werden kann, womit für originär transsexuelle Menschen (NGS) eine Neuro-Genitale Stimmigkeit erreicht werden kann!
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Re: falsche Begrifflichkeiten: MzF bzw. FzM

Beitragvon Selfmademan » 16. Okt 2018, 21:22

Du hast schon recht, aber Zungenbrecher setzen sich nicht durch, bei mir leider auch nicht wie ich zu meiner eigenen Schande ja gestehen muß. :oops: MzF und FzM geht einfach flüssiger über die Lippen. Ich handhabe das so daß ich beim Nutzen dieser Begrifflichkeit immer noch etwas erklärendes hinten anschiebe, also im Prinzip das was Du hier trefflich analysiert hast.
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Re: falsche Begrifflichkeiten: MzF bzw. FzM

Beitragvon seerose » 17. Okt 2018, 08:15


"Zungenbrecher setzen sich nicht durch...",
sagt Selfmademan zutreffend.
Allseits bekannt ist aber die Abkürzung für Genital-angleichende Operation: GaOP!
Wenn wir nun GaOP mit "mzw" (männlich zu weiblich) bzw. "wzm" (weiblich zu männlich) verbinden, so sollte es den Betroffenen nicht schwerer fallen, die sachlich richtigen Kürzel "mzw" bzw. "wzm" zu verwenden.

Wenn es die Betroffenen nicht lernen, begrifflich und sachlich richtig mit ihrer Betroffenheit umzugehen, dann dürfen sie nicht erwarten, von der Öffentlichkeit jemals angemessen fair gesehen zu werden!

Ich weiß, wie schwer es Menschen fällt, alte (falsche) Gewohnheiten abzulegen, und wie stark Bequemlichkeit und andere Interessenlagen dafür sorgen, uns und unser Phänomen auch über diese Mechanismen falsch darzustellen und unsichtbar zu machen.
Das ist einer der Gründe, die Menschen wie mich zu einem "stealth"-Leben veranlassen!
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Re: falsche Begrifflichkeiten: MzF bzw. FzM

Beitragvon Selfmademan » 18. Okt 2018, 09:09

Die Idee mit WzM oder MzW hatte ich schon vor 17 Jahren. Es hat sich damals nur nicht durchgesetzt, daher habe ich mich damit dann auch nicht mehr beschäftigt. Und jetzt eh nicht mehr, da mein Leben "da draußen" stattfindet und da unterhalte ich mich nicht über TS. Selbst im "TS-Schlaraffenland" wo alles vernünftig unterschieden und benannt wird würde ich mich nicht mehr outen. Denn ich bin ein Mann und nicht mehr TS.
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Re: falsche Begrifflichkeiten: MzF bzw. FzM

Beitragvon seerose » 21. Okt 2018, 17:37

Selfmademan hat geschrieben:...Denn ich bin ein Mann und nicht mehr TS.

Das ist richtig, und dennoch holt uns diese falsche Terminologie immer wieder ein!
So war ich vor kurzem bei einem bekannten Endokrinologen, um einmal wieder meine Blut- und Hormonwerte zu überprüfen. Gestern erhielt ich nun den Befundbericht mit "Diagnosebezeichnung" auf S.1: an erster Stelle nach Spiegelstrich: "Mann-zu-Frau Transsexualität".
Wenn ich das lese, dann sehe ich mich immer wieder zutiefts fehl-"diagnostiziert"!!! Ich weiß, wer ich bin, und wußte dies seit meiner frühesten Kindheit ein-eindeutig; ich war und bin seit jeher Mädchen/Frau.
Aber es verletzt mich doch immer wieder, diesen Schwachsinn über mich zu lesen!

Glaubt Ihr, daß sich diese verletzenden Fehl-Bezeichnungen bei Fachärzten bzw. in der Öffentlichkeit jemals ändern, wenn es uns nicht gelingt, dies entscheidend voranzutreiben?!
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Re: falsche Begrifflichkeiten: MzF bzw. FzM

Beitragvon Frank » 21. Okt 2018, 19:09

seerose hat geschrieben:
Selfmademan hat geschrieben:...Denn ich bin ein Mann und nicht mehr TS.

Das ist richtig, und dennoch holt uns diese falsche Terminologie immer wieder ein!
So war ich vor kurzem bei einem bekannten Endokrinologen, um einmal wieder meine Blut- und Hormonwerte zu überprüfen. Gestern erhielt ich nun den Befundbericht mit "Diagnosebezeichnung" auf S.1: an erster Stelle nach Spiegelstrich: "Mann-zu-Frau Transsexualität".
Wenn ich das lese, dann sehe ich mich immer wieder zutiefts fehl-"diagnostiziert"!!! Ich weiß, wer ich bin, und wußte dies seit meiner frühesten Kindheit ein-eindeutig; ich war und bin seit jeher Mädchen/Frau.
Aber es verletzt mich doch immer wieder, diesen Schwachsinn über mich zu lesen!

Glaubt Ihr, daß sich diese verletzenden Fehl-Bezeichnungen bei Fachärzten bzw. in der Öffentlichkeit jemals ändern, wenn es uns nicht gelingt, dies entscheidend voranzutreiben?!


Nein, von Allein wird sich daran nichts ändern, was uns bleibt ist gerade in der Kommunikation als :vtsm-klein: ist daher wichtig immer wieder gegenüber Ärzten deutlich zu schreiben:
Frauen mit Hormontherapie, Frauen nach genitaler Angleichung, Frauen vor der genitalen Angleichung, und bei Männern eben genauso, "Mann mit Hormontherapie", usw...es muss wie "nebenbei" wirken, aber durchgängig klar und eindeutig durchgeführt werden.
Wenn es im Gesundheitswesen angekommen ist, kann dies gesellschaftspolitisch verstärkt in eben dieser Weise umgesetzt werden.

Ich ärgere mich auch immer wenn ich meine Blutwertergebnisse bekomme und darauf diese Diagnose "Frau-zu-Mann Transsexualität" oder gar (die letzten beiden Male nach Protest nicht mehr) "Frau-zu-Mann Transgender" steht.
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