Männlich, weiblich, divers

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Männlich, weiblich, divers

Beitragvon Selfmademan » 4. Sep 2018, 18:41

Hallo zusammen,

nachdem es ja nun beschlossene Sache ist, was wird aus "uns"? Wird man TS das "d" aufzwingen wollen? Falls ja, big problem! Falls nein, wäre das durchaus doch irgendwo ein Siegeszug für "uns" oder die sich als eindeutig m oder w empfindenden Intersexuellen. Denn dann wären nur Transidenten/Transgender oder IS mit TG-Gedankengut überall geoutet und "unser einer" käme wunderbar ungeschoren davon. Vielleicht etabliert sich ja dann über einen Umweg den TS und TG gar nicht auf dem Schirm haben, der deutliche Unterschied und im nachhinein ist die ganze Sache dann ein TG-Eigentor. Das wäre ja noch was. Das wäre mir sogar ein Höhepunkt wert. :twisted:

Wer zuletzt lacht, lacht am besten. :mrgreen:
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Re: Männlich, weiblich, divers

Beitragvon Frank » 5. Sep 2018, 06:40

nachdem es ja nun beschlossene Sache ist, was wird aus "uns"?


Aktuell ist dieses "divers" nur den Menschen mit Intersexualität zugänglich, die ein "ärztliches Attest über das vorliegen von Intersexualität" vorlegen können.
Wobei die "Zuordnung was ist Intersexualität" nicht alle Phänomenlagen der Intersexualität beinhaltet.

Die Phänomenlagen, "Transsexualität" (NGS) und "Gender Incongruenz/ Gender Dysphoria" sind dabei noch gar nicht berücksichtigt, was explizit auch genauso beabsichtigt war.

Problematisch wird eher, wie nun politisch und gesetzlich mit den "klassischen Frau/Mann Definitionen" weiter umgegangen werden wird.
Da heißt es nun "am Ball bleiben" und Gesprächsbereitschaft an die Politik signalisieren - damit wir bei der Thematik gefragt und beachtet werden, aber das haben wir, als :vtsm: ja auch schon getan.

Liebe Grüße,
Frank
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Re: Männlich, weiblich, divers

Beitragvon seerose » 5. Sep 2018, 07:58

Frank hat geschrieben:Problematisch wird eher, wie nun politisch und gesetzlich mit den "klassischen Frau/Mann Definitionen" weiter umgegangen werden wird. Da heißt es nun "am Ball bleiben" und Gesprächsbereitschaft an die Politik signalisieren - damit wir bei der Thematik gefragt und beachtet werden, aber das haben wir, als :vtsm: ja auch schon getan.

Genau darum wird es (uns) auch in der Zukunft gehen!
Nachdem es ja nun auch in dieser Legislaturperiode keine Reform des TSG geben wird, sollten und müssen wir die damit verbundenen Chancen nutzen, unseren Einfluß aktiv einzubringen, zur adäquaten Berücksichtigung unserer Interessen bei der Schaffung eines zeitgemäßen TSG, das auch den neuzeitlichen wissenschaftlichen Erkenntnissen entspricht!
Das ist übrigens -wie alle unsere bisherigen, ausschließlich ehrenamtlichen Aktivitäten- mit Arbeit und Einsatz verbunden!
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Re: Männlich, weiblich, divers

Beitragvon Selfmademan » 5. Sep 2018, 10:17

Vielen Dank, dann bin ich jetzt etwas schlauer. Was ist wenn sich das TSG in irgendeiner Zukunft, aufgrund medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse, darauf berufen will in das Gehirn reinzugucken (auch wenn Recht und Medizin bisher voneinander getrennt ist mehr oder weniger)? Frei nach dem Motto "Wenn du wirklich TS bist, brauchst Du die Röhre nicht zu befürchten"? Wenn es bei ehrlicher Selbstaussage zur TS die Röhre das Gehirn jedesmal bestätigt und TG (auch wenn sie wegen des Personenstandes nur vorgeben TS zu sein, das Personal müßte dahingehend vorher geschult werden und ein kurzes Gespräch mit denen führen um die Beweggründe herauszufinden und Lügen anhand der Körpersprache und Stimme zu erkennen) widerlegt, dann gebe ich dem Motto sogar recht. Ich selber hätte mich auch in die Röhre gelegt um alles zu bekommen. Wer weiß vielleicht geht das ganze ja dann dadurch schneller weil wir so einen ultimativen medizinischen Beweis zur TS hätten und müßten uns nicht mehr elendiglich mit den Krankenkassen herumärgern. Insgeheim hoffe ich ja ehrlich gesagt auf sowas, denn das kann die medizinische Erkenntnis nur erweitern und tatsächlich für die Unterschiede sensibilisieren. In Folge dessen müßte das ICD splitten, uns in den Körperbereich verschieben während TG in den psychischen Bereich verschoben wird.

In einem anderen Forum was schon Jahre nicht mehr existiert, kam das gleiche mal zur Sprache und hier waren die meisten dagegen mit der Frage "Was wenn ein Betroffener diese Gehirnaktivität nicht nachweisen kann?" Nur kam dieser Widerstand von Leuten, die sich sehr TG-like benommen und geäußert haben.
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Re: Männlich, weiblich, divers

Beitragvon seerose » 5. Sep 2018, 11:32

Selfmademan hat geschrieben:Was ist wenn sich das TSG in irgendeiner Zukunft, aufgrund medizinisch-wissenschaftlicher Erkenntnisse, darauf berufen will in das Gehirn reinzugucken (auch wenn Recht und Medizin bisher voneinander getrennt ist mehr oder weniger)? Frei nach dem Motto "Wenn du wirklich TS bist, brauchst Du die Röhre nicht zu befürchten"?

Gemach! So weit ist die Wissenschaft noch längst nicht! Nicht zuletzt auch deshalb, weil neurowissenschaftliche (somatische) Forschung, erst recht auf diesem Gebiet, nur stiefmütterlich bedacht wird.
Zudem gehe ich davon aus, daß die Selbstaussage des einzelnen Menschen immer noch "das letzte Wort" in dieser Angelegenheit haben muß und wird. Das sage ich nicht zuletzt mit Respekt vor der Komplexität des gesamten Phänomen-Zusammenhangs, der bislang erst ansatzweise wissenschaftlich nachvollzogen werden kann.
Also nicht "die Maschine" sagt uns "zweifelsfrei", was mit uns los ist; stattdessen ist die Komplexität der menschlichen Selbst-Wahrnehmung bei ehrlicher Rechenschaft über die eigenen diesbezüglichen Gegebenheiten auf unabsehbare Zeit nicht "ersetzbar". "Ersetzbar" sollte der Mensch übrigens hoffentlich sowieso niemals werden, denn "die Maschine" kann bestenfalls immer nur ehrlich reflektierte Gegebenheiten bestätigen. Damit wäre aber vielen von uns auch schon erheblich geholfen - oder nicht?!
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Re: Männlich, weiblich, divers

Beitragvon Frank » 5. Sep 2018, 14:22

Hier muss ich Seerose wieder einmal beipflichten, es gibt bisher keine wirkliche und schon gar keine "sichere" Methode solche "Gehirnmessungen" vornehmen zu können.

Vieles was in dieser Richtung bisher gelaufen ist, beruht auf den "Rollenthematiken" - was uns nicht wirklich weiterhilft....
Weniges beruht auf differenzierten Ausprägungen, welche bisher nicht an lebenden Menschen messbar sind - auch das hilft uns nicht weiter....

Am wichtigsten ist bei der ganzen Thematik bisher nur ein Aspekt -> die klare Selbstreflektion, bei der es aber auch darum geht "was ist eigentlich Mann/Frau"?
Geht es um das Frau/Mann sein? oder um die "Präsentation von vermeintlichem Frau/Mann sein"?
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Re: Männlich, weiblich, divers

Beitragvon Selfmademan » 6. Sep 2018, 11:24

Ja das stimmt. Die Selbstaussage darf natürlich nicht unter den Tisch fallen. Nunja ich bin einfach zu ungeduldig. :oops:

Was muß eurer Meinung nach passieren, damit das TSG-Gesetz gemäß der Bedarfe von TS (NGS) reformiert wird? Ich denke dafür ist es sogar notwendig die TG-Sache parallel ebenfalls irgendwie rechtlich zu regeln. Solange die nämlich nicht ihren eigenen Waggon haben, werden die ewig auf unseren draufspringen. Nur wer ist bereit deren Waggon zu planen und dann herzustellen?
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Re: Männlich, weiblich, divers

Beitragvon Hauptmann Toxic » 8. Sep 2018, 08:59

So hab ich das bisher noch nicht gesehen. Und wenn die Gesellschaft dann auf die TGs losgeht, bekommen sie meiner Meinung nach, was sie verdienen. Man kann nicht ewig auf Steuerzahlerkosten leben und ihnen dafür noch den nackten Arsch hinhalten und sie mehrmals jährlich mit Kopfweh-Musik und dümmlichen Forderungen beschallen, ohne dass was passiert.

Wenn die Reaktion der Bevölkerung dann ein: „Och, NGS? Ach lass die doch in Frieden leben, das sind harmlose, normale Menschen. Guck dir das TG-Pack an, DIE sind das Problem!“ ist, dann freuts mich auch.
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Re: Männlich, weiblich, divers

Beitragvon seerose » 8. Sep 2018, 09:41

Naja! Ich möchte nicht die Vielzahl der Einzelmenschen mit TG-Betroffenheit pauschal negieren, und ich kann mir durchaus vorstellen, daß da neben oberflächlichem Trallala oder sebst auch komplexen psycho-sozialen (Kindheits-)Verwerfungen bisweilen auch dispositive Gegebenheiten, wenn auch andere als bei uns, mit beteiligt sein mögen, und nicht alle sind so durchgeknallt drauf, wie von Dir skizziert, wenngleich das sicher für einen Großteil leider zutreffen mag...
Meine Devise lautet immer, dem einzelnen Menschen zunächst einmal mit wohlwollender Aufmerksamkeit entgegenzutreten, um mir ein möglichst realistisches Bild von dem jeweiligen Menschen zu machen. Lebensschicksale können manchmal ganz schön hart und ungerecht sein, wie wir alle ja nur allzu gut aufgrund eigener Lebenserfahrungen wissen.
Ich fände es schön, wenn jede/r von uns zu einer friedfertigeren Gesellschaft beitragen könnte, im Rahmen seiner/ihrer Möglichkeiten!
In der Sache ist aber eine Realisierung von "Eigenständigkeit" derer, die gerne für sich den Geschlechtseintrag "divers" haben möchten, durchaus zu begrüßen! Unser TSG war nie für spätere Regretter gedacht, die dann auch noch den Staat auf Schadensersatz verklagen, weil sie sich doch für ihre angestrebte Namens- und Personenstands-Änderung der Forderung der realisierten Infertilität unterwerfen mußten...
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Re: Männlich, weiblich, divers

Beitragvon Selfmademan » 8. Sep 2018, 10:42

Ich denke wenn es parallel zueinander ein gleichberechtigtes TSG und TGG gibt, dann hört das ganze Geschrei sofort auf, dann gibt es keine Ausreden mehr warum man noch auf NGS rumhacken sollte. Dann hört der ewige Vorwurf "Ihr haltet euch wohl für was besseres" endlich auf. Und ein genaues hineinhorchen in sich selbst ist dann unabdingbar, da man nicht zwischen den beiden Gesetzen hin und her hoppsen kann. Folge: Es wird dann wesentlich klarer wer wirklich TS und wer "nur" TG ist. Fakten und Zahlen sind dann unumstößlich und nicht mehr schönzureden. Die Personenstandsänderung, auch prä OP sollte dann wirklich nur den TS vorbehalten sein. Denn einem TG kann es doch eigentlich egal sein, der will doch eh auffallen (also die meisten von denen) und mehr trans*, out and proud geht doch schon nicht mehr als mit männlichem Vornamen und weiblichem Personenstand. Die bräuchten sich dann auch beim Arbeitgeber nicht mehr verbal outen, es reicht wenn es an die Lohnzahlung und Sozialabgaben geht. Besser könnte es für die doch gar nicht laufen.
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