Transsexualität als Neuro-Genitales-Syndrom (NGS)

Neues aus Forschung und Wissenschaft zum Thema Transsexualität

Re: Transsexualität als Neuro-Genitales-Syndrom (NGS)

Beitragvon Selfmademan » 24. Apr 2018, 20:22

Stimmt. Hatte ich nicht bedacht, daß ja auch Cis eine neuronale Geschlechtsverankerung haben. Naja ich hab auch keine bessere Idee. NGS scheint da tatsächlich am treffendsten.
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Re: Transsexualität als Neuro-Genitales-Syndrom (NGS)

Beitragvon seerose » 24. Apr 2018, 21:22

Frank hat geschrieben:Und vor allem woraus sollte sich dann die "Behandlungsbedürftigkeit" ableiten?
Der Gesundheitsbedarf ist doch die Hauptthematik, auch wenn die soziale Anerkennung ebenfalls sehr wichtig ist doch allein nur diese hilft uns nicht unser Hauptproblem zu beseitigen.

Das ist ein sehr gutes Argument für NGS als Begriffsbezeichnung für unsere Phänomenlage, denn wie Frank aufgrund leidvoller Erfahrung aus diversen Begegnungen mit Trans*-Lobby-Vertretern weiß, ist in der Realität unser Akzentuierungs- und Abgrenzungbedarf gegenüber Trans* dringendst geboten!!!
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Re: Transsexualität als Neuro-Genitales-Syndrom (NGS)

Beitragvon Hauptmann Toxic » 24. Apr 2018, 21:43

Wollte aber mal noch einwerfen, dass das Genital nicht das Hauptproblem ist, zumindest für einige Männer.

Bei euch Frauen verursacht es ja die Testosteronschäden. Die Östrogenschäden bei Männern dagegen werden ja von der Gebärmutter verursacht. Und wenn ich so die Östrogenschäden mal aufaddiere (aus pre-T Sicht gesehen) so sind die im Gesamten für mich dann doch schlimmer. Da hat jeder seine Baustellen.

Die sekundären Geschlechtsmerkmale sind ja auch wichtig. Männer freuen sich an Muskeln und Bartwuchs, Frauen an einer breiteren Hüfte und Brustwachstum. Das ist doch auch ein Teil unseres Syndroms, ein Stück Leiden, das man nicht vergessen sollte.
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Re: Transsexualität als Neuro-Genitales-Syndrom (NGS)

Beitragvon Hera » 24. Apr 2018, 21:49

Das Problem sind ja ursächlich im Grunde die Gonaden, die in die falsche Richtung produzieren und nicht an der richtigen Stelle sitzen.

Na ja - urursächlich sind es wohl noch andere Dinge, die schon im Mutterleib passieren.
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Re: Transsexualität als Neuro-Genitales-Syndrom (NGS)

Beitragvon Selfmademan » 25. Apr 2018, 01:13

@ Toxic:

Falsch, die Eierstöcke produzieren das Östrogen, nicht der Uterus. Frauen mit Gebärmutterentfernung aber intakten Eierstöcken müssen nicht von außen Östrogene hinzuführen. Zufällig weiß ich das, da zwei Frauen in meinem Bekanntenkreis eine solche OP hatten.
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Re: Transsexualität als Neuro-Genitales-Syndrom (NGS)

Beitragvon Frank » 25. Apr 2018, 05:59

Hallo HauptmannToxic, hallo Selfmademan,
hier muss das ganze Thema "Gonaden (Eierstöcke/Hoden)" und "Genitalien" (Vagina mit Gebärmutter / Penis) ausdifferenziert werden, um bei euren Aspekten das Problem mit der "Hormonschädigung" durch die gegengeschlechtliche Ausprägung des Körpers nachvollziehen zu können.
Medizinisch Fachsprachlich wäre diese Thematik dann tatsächlich eher als NGGS (Neuro-Genital&Gonadales-Syndrom) zu bezeichnen.
Da aber auch in der vereinfachten Medizinsprache davon ausgegangen wird das Gonaden & Genitalien in die gleiche Geschlechtsrichtung entwickelt sind, oder es eben direkt wegen dieser Abweichung voneinander ohnehin als "Intersexualität" bezeichnet wird, reicht es nur von einer "NGS" zu sprechen/schreiben.

Hierzu muss man dann noch sehen, dass auch in Verbindung mit der "GaOP" (Genital angleichenden Operation) immer auch die Entfernung der Gonaden mitgemeint ist, neben der operativen optisch-funktionalen Angleichung.

Bei der reinen "Hormonproduktion" und den daraus resultierenden "sekundären Geschlechtsmerkmalen" geht es aber tatsächlich um Folgen der Gonaden welche ihre spezifische Aufgabe passend zu ihrer Ausprägung erfüllen.
Davon ab werden Genitalien & Gonaden auch als "primäre Geschlechtsmerkmale" bezeichnet, dies in der "numerischen Normation" aufgrund von Cisgeschlechtlichkeit, bei der beides in Übereinstimmung zueinander ist und als "passend" erlebt wird.
Hier kommt es dann aber oft auch zu einem vermeintlichen Beleg der "Vielfältigkeit", weil diese in ihrem individuellem Erscheinungsbild eine große Bandbreite haben können und es daher optisch zu einer großen Bandbreite an Erscheinungsbildern kommt. Ebenso wie ja auch die Ausprägung der "sekundären Geschlechtsmerkmale" einer sehr großen Varianz unterliegen können.

Bezüglich der Gonaden wird meist auch nur deren "Wirken" als Störend wahrgenommen, da die eigentliche Hormonproduktion gar nicht individuell Wahrnehmbar ist, die Auswirkungen aber sind oft deutlich Sichtbar und eben auch Störend, weil als "falsch erlebt".
Hier ist dann auch vielfach das Missverständnis bezüglich der Bezeichnung "NGS" weil doch genau diese "Hormonauswirkungen" als noch Belastender erlebt werden, wie die im Alltag gar nicht für andere sichtbaren Genitalien, welche man auch selbst oft weniger Wahrnimmt wie eben diese deutlich Sichtbaren sekundären Geschlechtsmerkmale, die "Hormonell & Anlagebedingt" Ausgeprägt deutlich sichtbar sind.

Liebe Grüße,
Frank
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Re: Transsexualität als Neuro-Genitales-Syndrom (NGS)

Beitragvon Hauptmann Toxic » 25. Apr 2018, 21:49

Selfmademan hat geschrieben:@ Toxic:

Falsch, die Eierstöcke produzieren das Östrogen, nicht der Uterus. Frauen mit Gebärmutterentfernung aber intakten Eierstöcken müssen nicht von außen Östrogene hinzuführen. Zufällig weiß ich das, da zwei Frauen in meinem Bekanntenkreis eine solche OP hatten.


Arrgh peinlich #-o Danke fürs Korrigieren. Ich habs nicht so mit solcher Anatomie, da ich in Sexualkunde immer standhaft geschlafen habe.

@Frank: In den Namen muss das auch nicht unbedingt rein. Hatte nur so das Gefühl, dass das gerne mal vernachlässigt wird. Abgesehen davon hätte ich auch mit HBS kein Problem. Von den Aspergerleuten, die ja auch nicht ihre Symptome im Namen haben, hab ich vergleichsweise noch keine Klagen über die Bezeichnung gehört.
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Re: Transsexualität als Neuro-Genitales-Syndrom (NGS)

Beitragvon seerose » 1. Mai 2018, 06:47

Frank hat geschrieben:Hallo HauptmannToxic, hallo Selfmademan,
hier muss das ganze Thema "Gonaden (Eierstöcke/Hoden)" und "Genitalien" (Vagina mit Gebärmutter / Penis) ausdifferenziert werden, um bei euren Aspekten das Problem mit der "Hormonschädigung" durch die gegengeschlechtliche Ausprägung des Körpers nachvollziehen zu können.
Medizinisch Fachsprachlich wäre diese Thematik dann tatsächlich eher als NGGS (Neuro-Genital&Gonadales-Syndrom) zu bezeichnen.
Da aber auch in der vereinfachten Medizinsprache davon ausgegangen wird das Gonaden & Genitalien in die gleiche Geschlechtsrichtung entwickelt sind, oder es eben direkt wegen dieser Abweichung voneinander ohnehin als "Intersexualität" bezeichnet wird, reicht es nur von einer "NGS" zu sprechen/schreiben.
Hierzu muss man dann noch sehen, dass auch in Verbindung mit der "GaOP" (Genital angleichenden Operation) immer auch die Entfernung der Gonaden mitgemeint ist, neben der operativen optisch-funktionalen Angleichung.

Die obigen und weiteren Ausführungen, die Frank hierzu gemacht hat, sprechen für sich, und die logische Richtigkeit unserer Phänomenbezeichnung NGS.
Unbestritten dürfte zudem auch sein, daß alle originär transsexuellen Menschen eine GENITAL-angleichende Operation anstreben, sofern sie dies ohne gesundheitliche Einschränkungn können. Eine wünschenswert funktionsfähige Gonadal-Angleichung ist derzeit leider noch nicht umsetzbar. Sollte der medizinische Fortschritt dies dereinst erlauben, so spräche nichts gegen die Bezeichnung "NGGS", so wie Frank es oben schon thematisiert hat!
Vorerst sind die meisten von uns aber schon mit unserer postop. realisierten genitalen Stimmigkeit recht zufrieden, erlaubt sie uns doch neben dem eigenen körperlichen Stimmigkeitsempfinden in den meisten Fällen auch die Ausführung der uns gemäßen sexuellen Bedürfnisse, was ich persönlich sehr wichtig finde, wenngleich anscheinend nicht wenige Menschen erhebliche Probleme mit dem Sex haben, und schon bei dem Begriff/Wort "Sex" und "Sexualität" geradezu Panikattacken bekommen...
Alle anderen Menschen, die keine GaOP wollen/umgesetzt haben, und die sich aber als "transsexuell" bezeichnen, tragen zur Begriffsverwischung und -Verwirrung bei, mit desaströsen Auswirkungen in verschiedener Hinsicht. Betroffen davon sind dann insbesondere Menschen auf dem Weg zur Selbst-Erkenntnis, aber auch im weiteren und langfristig unsere künftigen medizinischen Behandlungsmöglichkeiten. Die begriffliche Abgrenzung ist aber auch deshalb sachlich geboten, um Rechtsklarheit für uns herzustellen, die wir eindeutig "Frauen" oder "Männer" sind, im Gegensatz zu Trans*-Mann/Trans*Frau, und nicht zu vergessen, unsere mit der eindeutigen Bezeichnung benennbaren Gegebenheiten in der Öffentlichkeit und der damit verbundenen öffentlichen Phänomenwahrnehmung vs. dem allgemeinen Trans*-(Identitäts-)Geschwurbel, zu dem leider jüngst auch Balian Buschbaum beigetragen hat (Eigentor!)!
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Re: Transsexualität als Neuro-Genitales-Syndrom (NGS)

Beitragvon Selfmademan » 1. Mai 2018, 10:34

Ich fühle mich genötigt dem Herrn Buschbaum mal eine Mail zu schreiben und ihm höflich, freundlich, sachlich aber bestimmt die Meinung zu geigen. Ich bin tief enttäuscht von ihm. All die lange Arbeit macht er sich in kürzester Zeit selbst zunichte und darunter leiden dann auch alle nachfolgenden originären TS.
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Re: Transsexualität als Neuro-Genitales-Syndrom (NGS)

Beitragvon Hera » 1. Mai 2018, 12:36

Kannst ihm ja gleich Infomaterial vom VTSM mitsenden.
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