Begriffe, Begriffe, Begriffe und immer diese Fremdzuweisung!

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Begriffe, Begriffe, Begriffe und immer diese Fremdzuweisung!

Beitragvon Lotty » 1. Mär 2016, 18:35

Es gibt Menschen die wissen das bei ihnen die geschlechtlichen Merkmale falsch sind, die bestrebt sind diesen Fehler beheben zu lassen. Lange Zeit nannte man dieses Phänomen Transsexualität. In der neueren Zeit ist dies jedoch nicht mehr so, auch Menschen mit einer gänzlich anderen geschlechtlichen Thematik benutzen diesen Begriff für sich (leider). Menschen mit genau dieser Thematik nutzen andere Begriffe weil ihnen Trans nicht gefällt oder eine Nähe zur Sexualität vermutet wird. Communities versuchen alles unter einem Begriff zu vereinen, mit der Begründung "ist doch sowieso alles das Gleiche".

So manche Menschen mit transsexuellem Hintergrund lehnen dies ab, manche ordnen sich diesem Bestreben murrend unter, manche finden es sogar gut und unterstützen es und wenige lehnen sich aktiv auf. Es wirft sich dabei jedoch die Frage auf ob diese Menschen nun Transsexuell im ursprünglichem Sinn sind oder Transgender oder was auch immer. Denn für was steht Transsexualität heute eigentlich, für was steht Transgender, Trans*, Transident oder Transgeschlechtlich. Es herrscht ein heilloses Durcheinander bei den Bedeutungen sodass eigentlich keine vernünftige Verständigung mehr möglich ist.

Sind wir im Bereich der geschlechtlichen Thematik bereits bei der babylonischen Sprachenverwirrung angekommen? Ich denke ja aber wie kommen wir da wieder raus.

Es gibt doch diese Unterschiede, es gibt sogar gravierende Unterschiede. Es gibt Menschen bei denen die geschlechtlichen Körpermerkmale nicht zum Geschlecht passen und die nichts sehnlicher Wünschen als diese Diskrepanz aufzulösen und als ganz normale Frauen und Männer Anerkennung suchen. Es gibt Menschen die mit ihrem Genital zufrieden sind, die aber von der Gesellschaft als dem anderem Geschlecht zugehörig gesehen werden wollen. Es gibt Menschen die Geschlecht gänzlich ablehnen und weitere Arten geschlechtlichen Varianten.

Die Bedürfnisse sind grundsätzlich andere und es wäre doch schön wenn man sagen könnte transsexuelle Menschen wünschen dies oder transsexuelle Menschen sind so ohne das sich jemand vollkommen falsch beschrieben sieht. Gleiches gilt natürlich auch für andere Varianten und Begriffe. Mittlerweile sind wir jedoch an einem Punkt angelangt, dass solche Aussagen nicht mehr getroffen werden können. Immer wird jemanden, der sich auch Transsexuell nennt aber eine gänzlich andere Vorstellung des Begriffes hat, aufstehen und sagen "nein das stimmt nicht". Auch in den Medien wird die Verwirrung immer größer, es wird kaum möglich sein dort für eine korrekte Berichterstattung zu sorgen.

Ganz schlimm ist es auch mit den Fremdzuweisungen und fremd bestimmenden Gruppenzuordnungen. Früher war es die Gruppe der Transgender, heute geht es um Trans* oder Transgeschlechtlich. Angeblich ist dies alles nötig um für eine größere Gruppe sprechen zu können oder welche Gründe auch sonst immer angeführt werden mögen. Fragt aber jemand ob es denen recht ist, die angeblich von den Gruppen vertreten werden? Man maßt sich halt an eine Gruppe zu vertreten ohne die entsprechende Legitimation zu besitzen.

Wollen Menschen mit transsexuellem Hintergrund von Trans* vertreten werden? Wieso begnügt sich Trans* nicht damit als Trans* aufzutreten? Wieso muss da eine Zwangsvereinnahmung statt finden? Wer sich als Trans* versteht soll dieser Gruppe beitreten und sagen "ich bin Trans*". Wobei es jedoch nicht verkehrt wäre auch zu definieren wofür Trans* eigentlich steht. Wieso wird von solchen Gruppen so anmaßend behauptet dass alle möglichen geschlechtlichen Varianten unter diesen Begriff fallen. Wer meint sich als Trans* zu bezeichnen soll es machen aber es geht nicht an jetzt zu behaupten das Transsexualität unter diesen Begriff vereinnahmt wird. Das ist einfach nur dreist und anmaßend.

Wer einen neuen Begriff schaffen möchte soll sich seine Anhänger suchen, die können sich dann unter diesem Begriff zusammen finden und gut ist. Nur bitte belasst es dabei und seit nicht so anmaßend zu behaupten jetzt sind alle darunter zusammengefasst. Denn jeder sollte selbst bestimmen dürfen welcher Gruppe er sich zugehörig fühlt aber dabei auch ehrlich sein und wissen wofür diese Bezeichnung eigentlich steht. Lange genug sind wir fremd bestimmt worden und lange genug ist dieser Unsinn verbreitet worden dass alle Begriffe für das Gleiche stehen und man könne sich den Begriff aussuchen der einem am besten gefällt.

ES REICHT!

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Re: Begriffe, Begriffe, Begriffe und immer diese Fremdzuweis

Beitragvon seerose » 1. Mär 2016, 20:30

Liebe Lotty,
das mittlerweile im Alltag anzutreffende Begriffswirrwarr schadet uns, sowohl bei unserer Selbst-Findung und -Erkenntnis, als auch in unserer öffentlichen Wahrnehmung und Akzeptanz. Vor etwa 40 Jahren, zu Zeit meiner Transition gab es auf der einen Seite die zahlenmäßig große "Gruppe", besser gesagt Kategorie der Transvestiten, und die kleine Kategorie der Transsexuellen. Wir haben damals "auf schwierigen Posten" versucht, über unsere Problematik ansatzweise aufzuklären, sei es im medizinischen Bereich oder bei sonstigen Wissens- und Entscheidungsträgern unserer Gesellschaft.
Einiges wurde erreicht, so u.a. ein gesetzlich geregeltes Verfahren für unsere Behandlung, was sich zwischenzeitlich auch als nicht ganz so positiv herausgestellt hat, und das nicht zuletzt dank der Initiative heute aktiver TS zumindest hinsichtlich einiger Aspekte verbessert werden konnte.
Was aber damals vor 40 Jahren nicht absehbar war, ist das Aufkommen neuzeitlicher Lebensmodelle, die gerade als coole "Entscheidungsvielfalt" mächtig angesagt sind, gerade auch politisch gewollt und finanziell üppig gefördert. TS werden von diesen Gruppen nur allzu gern vereinnahmt (Trans*), wenn es gilt, irgendwelche ausgefallenen Wünsche und Forderungen an die Öffentlichkeit zu stellen. Dies dürfte heute auch zu einem großen Teil für das Wahrnehmen von "Vorteilen" aus dem TSG für diesen bunten Personenkreis gelten. So lange man von uns profitiert, werden wir benutzt; wenn es aber gilt, uns in unserer Eigenständigkeit zu akzeptieren, stößt man vielfach auf Häme und allerlei andere übergriffige Unverschämtheiten von Fremddeutern.
Wie bereits mehrfach von mir betont, sehe ich eine Lösungsmöglichkeit in einer klaren Abgrenzung zu Trans*. Diese als Akzentuierung bezeichnete Aktivität ist ein unerläßliches Wesensmerkmal einer eigenständigen sozialen Gruppenidentität (Tajfel) für uns als TS.
Im übrigen sollten wir uns die neueren Erkenntnisse der Neurowissenschaften zu eigen machen, wobei von Milton Diamond ausgehend der Begriff Neuro-Intersexuelle für TS eingeführt worden ist. Ich halte diesen Begrifff noch für ein wenig unpräzise, da er suggerieren könnte, als handele es sich um eine Uneindeutigkeit in unserem neuronalen System. Dem ist aber entgegenzutreten mit dem Begriff: "Neuro-Genitale Intersexualität" NGI).
Dieser Begriff beinhaltet eindeutig die Diskrepanz zwischen eindeutigem [b]Neurosystem (Körperschema, Selbstwahrnehmung, Selbstwissen, Geschlechts-Identität) und dem dazu im eindeutigen Widerspruch stehenden Genitale.
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Re: Begriffe, Begriffe, Begriffe und immer diese Fremdzuweis

Beitragvon Rosi » 1. Mär 2016, 21:48

Hallo Seerose,

Deinen Ansatz verstehe ich.

Jedoch finde ich, dass sich "Eindeutigkeit" und "Intersexualität" einfach beißen. Wenn ich aber von einer extremen
oder eindeutigen Intersexualität sprechen sollte, ist es ja keine Intersexualität mehr.

Es ist ja, wie Du aufgezeigt hast, auf dem Gebiet "Neuro" und auch beim "Sexus" eine Eindeutigkeit vorhanden, die
praktisch in seinem Gegensatz zueinander diese Eindeutigkeit erhält. Um das dann auch noch unter dem richtigen
Blickwinkel betrachten zu können, müsste sich die abweichende Körperlichkeit vor der festen Ich-Größe befinden.

Das wäre dann in etwa so: Sexusversus-Neuronum (SVN) :)

... so einfach mal als Austausch-Basis-Beitrag meinerseits

;-)
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Re: Begriffe, Begriffe, Begriffe und immer diese Fremdzuweis

Beitragvon seerose » 1. Mär 2016, 22:56

Rosi hat geschrieben:Hallo Seerose,

Deinen Ansatz verstehe ich.

Jedoch finde ich, dass sich "Eindeutigkeit" und "Intersexualität" einfach beißen. Wenn ich aber von einer extremen
oder eindeutigen Intersexualität sprechen sollte, ist es ja keine Intersexualität mehr.

Es ist ja, wie Du aufgezeigt hast, auf dem Gebiet "Neuro" und auch beim "Sexus" eine Eindeutigkeit vorhanden, die
praktisch in seinem Gegensatz zueinander diese Eindeutigkeit erhält. Um das dann auch noch unter dem richtigen
Blickwinkel betrachten zu können, müsste sich die abweichende Körperlichkeit vor der festen Ich-Größe befinden.

Das wäre dann in etwa so: Sexusversus-Neuronum (SVN) :)

... so einfach mal als Austausch-Basis-Beitrag meinerseits

;-)


Ja, so könnte man es auch nennen, wenngleich ich "Sexus-versus-neuronum" für schwerer verständlich halte, so daß ich diese Begrifflichkeit außerhalb unseres Kreises für nicht durchsetzbar halte. Würden wir dann etwa als "Sexus-versus neuronums" bezeichnet? Da kann man sich doch sicherlich griffiger und unmittelbar-nachvollziehbarer die Bezeichnung "Neuro-Genitale Intersexuelle" für uns als TS vorstellen. Diese Bezeichnung hätte vielerlei Vorteile. (Noch) "Uneindeutige", Transidente, Transgender etc. wären mit dieser Bezeichnung erst einmal "außen vor". Dieser Begriff benennt zudem eindeutig unsere ursächliche Problematik als TS, nämlich unsere vorhandene körperliche Gegengeschlechtlichkeit zwischen Gehirngeschlecht und Genitale.
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Re: Begriffe, Begriffe, Begriffe und immer diese Fremdzuweis

Beitragvon Rosi » 1. Mär 2016, 23:51

hmmm .... also ....

... dieses "Genitale" erscheint im ersten Ansatz als das Genital = Geschlechtsorgan. Hattest Du das so gemeint?

Weil es ja noch viel mehr Körpermerkmale gibt, die da geschlechtlich eindeutig entgegengesetzt sind. Hast Du
das bewusst nur auf die Geschlechtsorgane beschränkt?

Weil dieses "inter" halt doch recht eindeutig auf "zwischen" verweist, komme ich da auch nicht ganz klar damit.
Genau genommen - und auch Deinen Ansatz aufgreifend, ohne die vorangestellten Fragen beantwortet zu haben -
wäre dann genauer:

Neuro-Genitale Transsexualität

Doch irgendwie scheint mir das dann teilweise doppelt gemoppelt und wieder ein Fass aufmachend .... :?

oder einfach Transcorpus :-k
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Re: Begriffe, Begriffe, Begriffe und immer diese Fremdzuweis

Beitragvon seerose » 2. Mär 2016, 00:15

Rosi hat geschrieben:hmmm .... also ....

... dieses "Genitale" erscheint im ersten Ansatz als das Genital = Geschlechtsorgan. Hattest Du das so gemeint?

Weil es ja noch viel mehr Körpermerkmale gibt, die da geschlechtlich eindeutig entgegengesetzt sind. Hast Du
das bewusst nur auf die Geschlechtsorgane beschränkt?
:-k


Ja, "Neuro-genitale Intersexualität" ist bewußt auf den allen TS "gemeinsamen Nenner" beschränkt: die Diskrepanz zwischen Gehirngeschlecht und Genital = Geschlechtsorgan, das ist das Wesensmerkmal dieser Form der Intersexualität. Andere Körpermerkmale mögen im Einzelfall bei TS hinzukommen, das ändert aber qualitativ nichts an besagter Diskrepanz.
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Re: Begriffe, Begriffe, Begriffe und immer diese Fremdzuweis

Beitragvon tilly » 2. Mär 2016, 17:49

So gesehen,

damit ist Ross und Reiter benannt!

Und alle die keine Probleme mit ihrem Genital haben dürfen weiter ihren * tragen.
Dazu auch die, die sich jetzt noch an der Silbe sexuell stören.

Zudem kann ich mich gut mit dem Begriff identifizieren, es entsprach ja meinem Gefühl dass Kopf und Körper nicht zusammenpassen wollten, somit war ich als kompletter Mensch schon irgendwie intersexuell.

Nur, ein neuer Begriff, ob er es tatsächlich schafft den ganzen alten Wirrwar abzulösen?
Potential hat er!

Mit liebem Gruß Tilly Anna
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Re: Begriffe, Begriffe, Begriffe und immer diese Fremdzuweis

Beitragvon Rosi » 3. Mär 2016, 22:45

Nun habe ich mir meine Gedanken dazu gemacht und versuche diese nun darzustellen.

Intersexualität setzt sich ja aus "Inter" (zwischen) und "Sexualität" (im Sinne von Körpermerkmalen in
Bezug zur Fortpflanzung) zusammen. Man versteht auch die "Uneindeutigkeit der Genitalien" zum
Zeitpunkt der Geburt darunter. Später fasst man auch die Uneindeutigkeit der verschiedenen
sichtbaren und auf Anhieb unsichtbaren Merkmale (z.B. Chromosomen) darunter zusammen. Alles also
immer auf körperliche Merkmale bezogen - ganz im Sinne von "Sexus" oder "sexualis".

Arbeitet man also mit diesem intersexuell weiter, ist mit neurointersexuell klar das Gehirn als
Körpermerkmal gemeint. Ab hier wird es aber "nebelig". Denn so eindeutige Gehirnmerkmale, die klar
darüber Auskunft geben können, ob das "Geschlecht" männlich oder weiblich ist, gibt es nicht. Das
ist genau so, wie man auch keine Aussage darüber treffen kann, ob dieses Gehirn eine malerische
Begabung aufweist und ein anderes nicht. Die Wesenszüge können wir nicht an einem Gehirn
erkennen.

Im Prinzip wird mit diesem "inter" als "zwischen" und dieser Annahme von Gehirn als körperliches
Geschlechts-Merkmal genau das verfestigt, gegen dass wir permanent antreten. "Geschlecht" lässt
sich nicht von "außen" erkennen. Alle körperlichen Merkmale dienen maximal als Geschlechts-Indizien.
Über das unsichtbare Wesen kann nur der Mensch selbst Auskunft geben. Und weil "inter" für zwischen
oder uneindeutig steht, kann es nicht plötzlich für eindeutig stehen - so als eine "maximalste Version von
zwischen auf die eine Seite" oder als "minimalste Uneindeutigkeit von uneindeutig".

"Geschlecht" wird von Menschen in der Regel als eindeutig begriffen. Da gibt es kein zu 86 % eindeutig.
Es gibt auch nicht dieses echte Begreifen als zwischen den Geschlechtern. Das ist dann immer ein
Schwanken zwischen männlich einmal und weiblich andersmal - man formuliert nur als "dazwischen".

Von daher ist also "intersexuell" oder gar "intergeschlechtlich" nahezu die Beerdigung unserer Bestrebungen,
in unserem eindeutigen Geschlecht anerkannt zu werden und vor Allem als solches verständlich in die
Köpfe der Menschen getragen zu werden. Also weg vom Körperdenken als Basis des Seins.

Je mehr man sich damit befasst, um so trefflicher wird "unser" Phänomen mit "transsexuell" beschrieben.
"Ich" bin transsexuell = "Ich" bin entgegen meiner körperlichen Merkmale im Bezugssinn zur (geschlechtlichen)
Fortpflanzung.

Liebe Grüße
Rosi
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Re: Begriffe, Begriffe, Begriffe und immer diese Fremdzuweis

Beitragvon tilly » 3. Mär 2016, 23:41

Nun klar,

das funktioniert nur wenn man den transsexuellen Mensch in seiner Gesamtheit vor der Transition betrachtet, nicht wissenschaftlich vermessen will.
Da ist es doch die Uneindeutigkeit zwischen Kopf und Körper die man als Intersexualität bezeichnen könnte.
Aber wie gesagt, ob eine gut gemeinte Wortschöpfung tatsächlich hilfreich ist, da habe ich auch meine Zweifel.

Mit liebem Gruß Tilly
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Re: Begriffe, Begriffe, Begriffe und immer diese Fremdzuweis

Beitragvon Rosi » 4. Mär 2016, 00:37

tilly hat geschrieben:.....
Da ist es doch die Uneindeutigkeit zwischen Kopf und Körper die man als Intersexualität bezeichnen könnte.
...

Genau das ist doch aber der Denkfehler, der da begangen wird und der nur bei dieser körperbasierten
Denkweise "funktionieren" kann. Weil sich dieser "sexus" in Intersexualität auf den geschlechtlichen
Körperanteil bezieht - der ja nur mutmaßlich zu einer Aussage verleitet. Wie gesagt bezieht sich ja das
verwendete intersexuell auf die zueinander gegensätzlich stehenden Körpermerkmale, aus denen man
dann auf ein uneindeutiges Geschlecht schließt.

Es ist auch im Kopf (Gehirn) keine Eindeutigkeit zu erkennen, aus der man dann eine Uneindeutigkeit bzw.
Gegensätzlichkeit zwischen diesem Kopf und Genitalien (oder auch dem Restkörper) ableiten kann.
Im Gehirn ist der maßgebliche Faktor das Wesen oder evtl. auch Einflüsse von Co-Wesenszügen, aus
denen letztlich das "Geschlecht" resultiert. Und das ist nicht körperlich.

Wenn "Geschlecht" nicht von außen (am Körper) festgestellt werden kann, dann kann es das konsequenter
Weise an keinem körperlichen Geschlechts-Indiz. Genau auf diesen Indizien basiert ja aber die Fremdzuweisung,
die unser Problem mit darstellt.

[-(

Wir dürfen nicht anerkennen, was das Grundproblem auslöst.
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