Kölner Express, Berliner Zeitung und ein Haufen Datenmüll...

Transsexualität in Medien, Kunst und Kultur.

Re: Kölner Express, Berliner Zeitung und ein Haufen Datenmül

Beitragvon seerose » 1. Feb 2017, 10:04

Manuela hat geschrieben:
suschi hat geschrieben:[…] Meine Frauenärztin hat sie mir verschrieben, ohne Indikation meiner Psychotherapeutin, nur nach eigener Indikation. Allerdings macht sie das mittlerweile nicht mehr, weil es TS gegeben hat, die sie hinterher dafür verantwortlich machen wollten, dass sie Brüste haben, wo sie es sich jetzt doch anders überlegt haben...

Soviel auch zu der unüberlegten, szenepopulistischen Forderung, den ganzen "psychologischen Krimskrams" abzuschaffen. Wenn schon solche Forderungen gestellt werden, sollte man erst mal das geistige Fernlicht einschalten, damit man auch rechtzeitig die ganzen Nebeneffekte sieht, die dadurch ausgelöst werden.
(sollte ich jemandem damit auf die Füße getreten haben, so hoffe ich dass der Schmerz wenigstens einen sinnvollen Denkvorgang angestoßen hat)

Liebe Manuela, liebe Suschi,
ich finde es schade, daß Ihr beiden Euch streitet, zumal es sich dabei aus meiner Sicht eher um "zweitrangige" Problemfelder handelt. Viel wichtiger ist doch der von Euch beiden über die obigen Zitate herausgearbeitete Kern, der für uns und die Behandlungszugänge künftiger Bedürftiger, ebenso wie unsere öffentliche Darstellung und das damit bewirkte Image in der Zukunft noch ganz andere Probleme bereiten wird, als dies heute ehedem schon der Fall ist!
Die "Kosten" (in einem umfassenden Sinne) für das "free riding" (zu deutsch: Trittbrettfahren) werden mal wieder die "starken Schultern" der (ehemaligen) Transsexuellen (NGS) zu tragen haben...
Wie heißt es dazu so treffend?: "Business as usual"...
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Re: Kölner Express, Berliner Zeitung und ein Haufen Datenmül

Beitragvon Frank » 1. Feb 2017, 10:48

Ihr Lieben,
Grundsätzlich ist es ja gar nicht so verkehrt wenn der Weg einfacher und planbarer wird,
aktuell ist es ja noch so dass eben Menschen eine "Gatekeeper" Funktion innehaben die sehr stark von den jeweiligen einzelnen Gatekeepern abhängig ist und somit unkalkulierbar.

Reflexion -> Da sehe ich ganz persönlich den gravierenden Aspekt in Bezug auf Transsexualität und eben auch bei allem was so "Trittbrettmäßig" die Möglichkeiten nutzt.
Deshalb hatten wir ja auch den "Beratungs-/Aufklärungs-schein" als ersatz für "Gatekeeper" in den Medical Guide eingebracht, denn damit wird letztlich die Eigenverantwortung im Sinne der "Aufgeklärten Selbstverantwortung" an die Stelle der "Gatekeeper" gesetzt.
Dies würde aber eben auch dazu führen das jeder der danach "handelt" über diesen "Beratungs-/Aufklärungs- schein" sich darüber im Klaren ist das eben alles weitere Eigenverantwortlich ist, somit auch die Folgen des eigenen Handeln nur sich selbst gegenüber Regress-fähig sind.

Diese Aufklärung sollte dabei eben neben den "rechtlichen Aspekten" auch oder gesondert zu den "medizinischen Aspekten" erfolgen -> frei nach dem Motto des "mündigen Patienten", der ja vielfach gefordert, in der Sakutogenese-Sicht sogar notwendig, aber realistisch meist von Medizinern gar nicht erwünscht ist.

Eigenverantwortung und Rücksichtnahme sind leider ohnehin zwei Begriffe die im Zusammenhang mit der "Gendermainstream-Thematik" gern vergessen oder übersehen werden. Trotzdem ist Beides für ein gutes gesellschaftliches Miteinander notwendig.

Liebe Grüße,
Frank
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Re: Kölner Express, Berliner Zeitung und ein Haufen Datenmül

Beitragvon seerose » 1. Feb 2017, 15:04

Frank hat geschrieben:Grundsätzlich ist es ja gar nicht so verkehrt wenn der Weg einfacher und planbarer wird,
aktuell ist es ja noch so dass eben Menschen eine "Gatekeeper" Funktion innehaben die sehr stark von den jeweiligen einzelnen Gatekeepern abhängig ist und somit unkalkulierbar.
Reflexion -> Da sehe ich ganz persönlich den gravierenden Aspekt in Bezug auf Transsexualität und eben auch bei allem was so "Trittbrettmäßig" die Möglichkeiten nutzt.
Deshalb hatten wir ja auch den "Beratungs-/Aufklärungs-schein" als ersatz für "Gatekeeper" in den Medical Guide eingebracht, denn damit wird letztlich die Eigenverantwortung im Sinne der "Aufgeklärten Selbstverantwortung" an die Stelle der "Gatekeeper" gesetzt.
Dies würde aber eben auch dazu führen das jeder der danach "handelt" über diesen "Beratungs-/Aufklärungs- schein" sich darüber im Klaren ist das eben alles weitere Eigenverantwortlich ist, somit auch die Folgen des eigenen Handeln nur sich selbst gegenüber Regress-fähig sind.
Diese Aufklärung sollte dabei eben neben den "rechtlichen Aspekten" auch oder gesondert zu den "medizinischen Aspekten" erfolgen -> frei nach dem Motto des "mündigen Patienten", der ja vielfach gefordert, in der Sakutogenese-Sicht sogar notwendig, aber realistisch meist von Medizinern gar nicht erwünscht ist.
Eigenverantwortung und Rücksichtnahme sind leider ohnehin zwei Begriffe die im Zusammenhang mit der "Gendermainstream-Thematik" gern vergessen oder übersehen werden. Trotzdem ist Beides für ein gutes gesellschaftliches Miteinander notwendig.

Vielen Dank für diese wichtige Klarstellung!!!
Das heißt, wenn denn hoffentlich künftig kein "einschlägiges Begehren" mehr "von außen" entscheidend verwehrt werden darf, so sollten sich jedoch alle an diesem Prozeß Beteiligten, insbesondere einschließlich der jeweils Betroffenen, darüber im klaren sein, daß es diesen "freien" Zugang nur dann geben kann, wenn, wie es bei jedem "Geben und Nehmen" eigentlich selbstverständlich sein sollte, es also künftig nicht nur ein "Nehmen" geben darf. Das heißt, das "Geben" ist das Verständnis dafür und die Bewußtmachung einer unerläßlichen Gewißheit darüber, daß jeder einzelne Veränderungsschritt ausschließlich und nur E I G E N V E R A N T W O R T L I C H angetreten werden kann.
Das bedeutet, daß sich jeder einzelne Mensch sich damit auseinandersetzen muß, wie er diese eigenverantwortliche Gewißheit für sich selbst gewinnt; das kann bisweilen die einzelne Person selbst "leisten", im Regelfall wird sich dies aber auch dann über einen längeren Zeitraum erstrecken.
Kontakte zu anderen persönlich Betroffenen können hierbei hilfreich sein (Selbsthilfegruppen), ebenso wie einschlägige Einzelberatungsgespräche, insbesondere mit Menschen, die den Prozeß bereits erfolgreich durchlaufen haben, die über einen diesbezüglichen Erfahrungshorizont verfügen, und die insbesondere über eine erkennbare Eigenstabilität verfügen.
Ob und inwieweit darüber hinaus weitere professionelle psychologisch/psychotherapeutische Beratung und/oder Therapie benötigt wird, ist im Einzelfall ebenfalls eigenverantwortlich zu entscheiden.
Das heißt also: es kann und darf und wird in der Zukunft keine Verantwortungsübernahme durch Personen oder Institutionen "von außen" geben!
Der Preis für die Entscheidungsfreiheit lautet: EIGENVERANTWORTUNG!
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Re: Kölner Express, Berliner Zeitung und ein Haufen Datenmül

Beitragvon seerose » 1. Feb 2017, 18:09

Meine Besorgnisse bezogen und beziehen sich auf das folgende Zitat von Suschi, das erahnen läßt, was dort in Zukunft an "Kosten" auf "unser Konto" (Transexuelle; NGS) alles noch "verbucht" werden wird.
Zitat Suschi:
"[…] Meine Frauenärztin hat sie mir verschrieben, ohne Indikation meiner Psychotherapeutin, nur nach eigener Indikation. Allerdings macht sie das mittlerweile nicht mehr, weil es TS gegeben hat, die sie hinterher dafür verantwortlich machen wollten, dass sie Brüste haben, wo sie es sich jetzt doch anders überlegt haben...
Ich stelle hierzu einmal ganz klipp und klar fest: bei dem besagten Wesen handelt es sich um alles andere als um eine transsexuelle Frau (NGS). Genau aber diese Fälle werden uns in Zukunft noch öfters als bisher untergeschoben, mit allen Folgen für unsere Phänomenwahrnehmung in der Öffentlichkeit.
Mir geht es hier darum, schon einmal einen Schritt voraus zu denken, um eine Diskussion anzuregen, wie wir der zu erwartenden Entwicklung begegnen wollen und können (?)...

In diesem Sinne, wie Frank bisweilen so treffend sagt:
mit nachdenklichen Grüßen
Seerose
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Re: Kölner Express, Berliner Zeitung und ein Haufen Datenmül

Beitragvon spirulina » 2. Feb 2017, 01:08

Ich bin mir gar nicht so sicher ,ob die Gesellschaft den med. Mißbrauch generell abschaffen will ! Es sind ja eine nicht unerhebliche Zahl von Menschen die davon gut leben .
Na ja und die paar Spinner unter den Betroffenen muß das System einfach aushalten . Ich selbst habe bei Betroffenen erlebt,daß deren Weg in der Regel nicht geradlinig war,sondern durchaus ein richtiger Zickzack Kurs .
Ich selbst habe mich auch sehr oft gefragt,ob ich den Weg bis zur letzten Konsequenz gehen muß und ob ich mit Erreichtem nicht auch zufrieden sein kann.
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