Falsche FreundInnen

Transsexualität in Medien, Kunst und Kultur.

Falsche FreundInnen

Beitragvon Ätztussi » 31. Aug 2016, 18:15

Heute stand im Tagesspiegel ein Artikel mit der Überschrift "Was haben Lesben gegen Trans-Männer"
Hier der link. http://www.tagesspiegel.de/berlin/queerspiegel/queer-weiss-das-23-was-haben-lesben-gegen-trans-maenner/14461464.html

Wieder wurde alles an Trans Begriffen vermischt. Übrigens sehr viele Lesben akzeptieren nicht nur keine transsexuelle Männer sondern auch keine transsexuelle Frauen. Also transsexuelle Männer werden als Butch gesehen und transsexuelle Frauen als Männer angesehen.

Ich habe folgenden Kommentar geschrieben.

Transsexuelle sind keine Transmenschen
Das hat und will die Autorin nicht verstehen. Das Problem von einigen Lesben ist das Sie transsexuelle Männer nicht als Männer ansehen und transsexuelle Frauen nicht als Frauen ansehen. Außerdem können sie nicht akzeptieren das ein transsexueller Mann nach der geschlechtsangleichenden Operation nicht mehr transsexuell ist sondern eben einfach nur Mann ist. Denn seine Transsexualität ist Vergangenheit geworden.

Nach meiner Ansicht gibt es außer Menschsein keine Gemeinsamkeit von transsexuellen Männern und Frauen mit Lesben, Schwulen und Transgender, deshalb sollten Männer und Frauen mit transsexueller Vergangenheit solche Zusammenhänge meiden. Das schützt vor Vereinnahmung und Sexismus von falschen FreundInnen.



LG Ätztussi
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Re: Falsche FreundInnen

Beitragvon Lotty » 31. Aug 2016, 20:08

Danke für den Hinweis, habe dann auch dort meinen Kommentar hinterlassen.

Was oder wer ist hier eigentlich mit Transmann und Transmensch gemeint? Wenn ich den Artikel lese, habe ich nicht das Gefühl, dass es um Menschen mit Transsexualität geht, andererseits aber dann doch wieder. Es scheint als werde hier Gender und Sexus verwechselt bzw Geschlecht nicht verstanden.

Wenn ich zum Beispiel diesen Satz lese: "Außerdem sind Transmenschen der beste Beweis dafür, dass Geschlecht eine soziale Konstruktion ist und keine rein biologische Tatsache.". Bitte was soll das denn? Hier kann doch unmöglich von Transsexualität die Rede sein. Menschen mit Transsexualität sind ein Beweis dafür dass Geschlecht eben kein soziales Konstrukt ist sondern biologisch und angeboren. Genau das erleben wir fast täglich, dass man uns unser eigenes Geschlecht abspenstig machen will, indem man von Geschlechtsidentität redet, indem man von Transfrauen bzw Transmänner redet anstelle von Frauen bzw Männern und Geschlecht.

Selbst die Community verpasst uns eine transgeschechtliche Lebensweise. Geschlecht ist doch keine Lebensweise. Es ist schon interessant, dass bei Umfragen unter Menschen mit Transsexualität häufig von Diskriminierungserfahrungen aus der sogenannten Trans*- bzw LGBT-Community berichtet wird. So ja auch hier in diesem Artikel, indem man uns durch einen Trans*Stempel stigmatisiert und unsere Realität falsch darstellt, eben so wie es die Genderqueere Community sinnvoll erscheint.

Transsexualität scheint zu stören, denn das passt so garnicht in die Ideologie, dass Geschlecht sozial konstruiert ist.

Liebe Grüße
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Re: Falsche FreundInnen

Beitragvon Ätztussi » 2. Sep 2016, 21:07

Übrigens ich habe noch zwei weitere Kommentare dazu im Tagesspiegel geschrieben. Beide Kommentare wurden nicht veröffentlicht. Leider habe ich die Kommentare nicht gespeichert. Im zweiten Kommentar hatte ich geschrieben das ein Kommentar von mir nicht veröffentlicht wurde.

Statt "Queer weiß das" wäre Queer zensiert das passender für die Rubrik im Tagesspiegel.

LG Ätzi
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