Ist die Community tot?

Transsexualität in Medien, Kunst und Kultur.

Ist die Community tot?

Beitragvon Lotty » 19. Jun 2016, 12:39

In einem Artikel zu dem Massaker in Orlando lautet die Überschrift "Ist die Community tot?" Der Autor bringt dort einige interessante Betrachtungen zum Wert einer Community die sich mit Grabenkämpfen oder Deutungshoheiten auseinanderdividiert.
Queerpride.de
Statt zu trauern, wurden sofort Nebenkriegsschauplätze aufgemacht: »Schwulenclub« ginge gar nicht, weil auch Frauen zu Tode kamen. Das sei sexistisch. »Homosexuellenclub« ginge gar nicht, weil da die Ts, Is, Qs und Sternchen fehlen. Wie wichtig ist denn die Buchstabensuppe? Offensichtlich wichtiger als alles andere. Damit niemand zurückbleibt, muss jeder erwähnt werden. Und wehe, im Kontext fällt der Raum für einen Buchstaben geringer aus als für einen anderen!
.........
»Community« ist gut als Stütze, als Guideline, als Gefühl, Wissen und die Sicherheit, nicht alleine zu sein. Wenn sie funktioniert. »Community« ist aber schlecht, wenn sie sich mit Grabenkämpfen oder Deutungshoheiten auseinanderdividiert.
Ich fühle mich nicht mehr als Mitglied der »Community«, wenn die Nomenklatur über den Inhalt gewinnt. Ich bin auch kein LGBT-Mensch, wie mir das jüngst jemand erklären wollte. Ich bin ein schwuler Mann, der in den letzten Jahrzehnten in seiner Bedeutung für die »Community« immer weiter nach hinten gerutscht ist. Aus Gründen des Proporz’ oder falsch verstandener Solidarität. Dass aus der schwulen Community eine schwul-lesbische, eine LGB-, eine LGBT-, eine LGBTI-, eine LGBTIQ- und eine LGBTIQ*-Community wurde, hätte ihr dienlich sein können. Leider habe ich den Eindruck, dass die Unterschiede wichtiger sind und vermisse die Gemeinsamkeiten. Im politischen, im gesellschaftlichen und auch im Kontext der sexuellen Anerkennung.

Ja, auch ich bin keine Trans*Frau, auch ich bin kein Trans*Mensch. Ganz ehrlich, ich würde einer Community, die meine Realität verleugnet und eine Transsexualität als Lebensweise deklariert, nicht eine Träne nach weinen. Ja, die Gruppe der Menschen mit geschlechtliche und sexueller Varianz ist sehr vielfältig. Bisher hatten wir das Buchstabenkürzel LSBTTIQ dort sind zumindest die Hauptgruppen im Bereich der geschlechtlichen Varianz benannt worden. T für Transsexuell, T für Transgender, I für Intersexuell und Q für queere Lebensweisen.

Nun ist es aber neuerdings zur Mode der Community geworden, die Gruppe derer, für die das Problem die Inkongruenz zwischen angeborenem Geschlecht und Körper ist, zu verleugnen. Dabei geht es nun nicht darum auch immer genannt zu werden, es geht vielmehr darum das es diese Community geradezu mit Genugtuung hinnimmt, dass selbst in der Medizin und auch sonst nur noch vom Gender (psychosozialen Geschlechtsmerkmalen) die Rede ist. Der Sexus, der für Menschen mit Transsexualität entscheidend ist, wird selbst von dieser Community ignoriert und verleugnet.

Uns darf es allen Anschein nach nicht geben. Transsexualität ist angeboren aber das darf nicht sein. Denn wenn es das gäbe würde das ganze Kartenhaus einiger Gender-Aktivisten, dass das Geschlecht ein soziales Konstrukt sei, zusammen fallen. Eine Theorie die ohnehin auf äußerst wackligen Füßen steht, kann und darf Transsexualität nicht als das akzeptieren was es ist.

Da wird uns dann lieber Reaktionismus unterstellt und ein "Gefangensein im heteronormativem Weltbild". Es wird uns unterstellt, wir würden uns aus genau diesem Grunde einer Genitalangleichung unterziehen. Mal ganz ehrlich, wie würdet ihr über einen Menschen denken, der sich "verstümmeln" lässt um einen sozialen Rollenwechsel zu vollziehen.

Vielen Dank einer solchen Community!

Eine Trans*Community die rücksichtslos ein derart reaktionäres Gedankengut verbreitet, nur um zu rechtfertigen das Geschlecht sozial konstruiert sei und man daher ja beliebig das Geschlecht wählen kann, brauchen wir wirklich nicht. Die Community muss im Bereich der geschlechtlichen Varianten lernen, das bei Menschen mit dem Verlangen nach Genital angleichnder OP ein eigenständiges Phänomen vorliegt (Transsexualität), dass es sich nicht um die Überspitzung des Wunsches nach einer transgeschlechtlichen Lebensweise handelt.

Lotty :vtsm:
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Re: Ist die Community tot?

Beitragvon Gast » 19. Jun 2016, 18:17

@Lotty,

Deinem Post ist nicht viel hinzuzufügen, denn dieser passt so.

Die Idee, dass das Geschlecht ein sozialer Konstrukt sei, geht nicht auf (und damit meine ich ausdrücklich nicht, die in einer Gesellschaft machbaren Rollen/Spielräume). Und genau deswegen stören Transsexuelle. Denn diese dürfte es nach der Theorie des konstruierten Geschlechtes nicht geben.
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Re: Ist die Community tot?

Beitragvon Hera » 20. Jun 2016, 11:17

Was ich nicht verstehe: warum LEBEN die Leute nicht einfach so wie sie wollen, kleiden sich entsprechend, verhalten sich so wie sie wollen?

Warum braucht es für jeden Mist eine eigene Kiste mit Namen?

Trans*Idente, Bi-Gender, Genderfluide usw.... - die haben es doch nun total einfach: anders verhalten als sie bisher mussten, andere Klamotten, schminken nach Bedarf und Lust, Frisur ganz nach Belieben... - WO bitte ist das Problem???

Wenn jemand mit Klamotten herumlaufen will, die außerhalb der gesellschaftlich üblichen Norm liegen (Punk, Goth, Emo, Metal usw), dann geht es doch oft schon los, dass man angeglotzt wird, die Leute ihr Vorurteile im Kopf haben und ggf. Sprüche aus Unwissenheit loslassen und oder weil sie sich durch das Anderssein eines Menschen getriggert oder angegriffen fühlen, weil sie vielleicht auch einfach dumm sind oder weil sie sauer sind, dass sie selbst nicht so frei im Kopf sind, dass sie sich genau das gleiche zutrauen. Da gibt es viele Möglichkeiten.

Also selbst DANN kann es passieren, dass man ausgegrenzt oder blöd angemacht wird - nur, weil man andere Klamotten trägt als die Mehrheit.

Dann gründen diese Menschen mal eine eigene SHG für Goth oder Punk oder... - oder nicht? Vielleicht nennen diese Menschen sich z. B. Punk*Idente und weil diese Menschen die Dinge ja total anders emfpinden als die meisten Menschen, fordern sie dann noch einen eigenen amtlichen Geschlechtseintrag: P für Punk z. B., damit dann auch in den Behörden ganz klar ist, dass diese Menschen einfach nur punkig sind und anders als andere, denn sie kleiden sich ja ganz anders und fühlen sich als Punk und damit sie es damit auch anderen beweisen können, die es nicht glauben wollen, dass sie punkig sind.

Ach, Mist, im Personalausweis steht ja gar kein Geschlechtseintrag. Na ja, dann führen die Punkigen eben ihre neue Geburtsurkunde mit oder lassen sich das auch noch auf ihr Gelenk tatowieren - so ein neues Geschlechtssymbol für die Punk*Identen. Das kann man dann jedem zeigen, der nicht glauben will, dass man punkig ist.

Und bei LSBTTIQBA oder wie das heißt, hängen wir dann noch eine Kiste dran: P für die Punk*Identen und dann machen wir Akzeptanzarbeit für die Punk*Identen zusammen mit dem Rest, gerade, wenn es darum geht, für die Punk*Identen neue Personalpronomen/Anreden in der Sprache zu etablieren. Und damit die Leute dann auch wissen, wie man angesprochen werden will, wäre so ein eigenens Geschlechtssymbol am Handgelenk oder so ja schon wichtig. Soll ja auch jeder wissen dann.

Vielleicht wollen BDSM*Idente auch noch mitmachen, da könnten wir noch eine Kiste hinten dran hängen.

Das wäre doch mal was - oder?
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Re: Ist die Community tot?

Beitragvon Hera » 20. Jun 2016, 11:27

Lotty hat geschrieben:Da wird uns dann lieber Reaktionismus unterstellt und ein "Gefangensein im heteronormativem Weltbild". Es wird uns unterstellt, wir würden uns aus genau diesem Grunde einer Genitalangleichung unterziehen. Mal ganz ehrlich, wie würdet ihr über einen Menschen denken, der sich "verstümmeln" lässt um einen sozialen Rollenwechsel zu vollziehen.

Also ob es nur dieses eine Geschlechtsmerkmal am Körper eines Menschen gibt. Alle anderen Geschlechtsmerkmale scheinen für die meisten ja irrelevant zu sein - bis auf die Brüste haben oder nicht haben vielleicht noch.

Verstehe ich nicht.
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Re: Ist die Community tot?

Beitragvon spirulina » 20. Jun 2016, 13:09

Ich kann da Hera nur voll beipflichten .es ist halt alles dummes Zeug .
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Re: Ist die Community tot?

Beitragvon Frank » 20. Jun 2016, 18:24

Ähm, also ich finde mein Genital schon sehr wichtig.....die sekundären Geschlechtsmerkmale (Brüste - oder eben keine) waren für mich auch genau das, aber das primäre war und ist für mich nun doch schon sehr relevant.

Ich stehe da auch absolut zu, selbst wenn man mich dafür als "Genitalist" bezeichnet.
Zumal mir auch meine Lebenserfahrung bewiesen hat, dass ein Genital sehr wohl auch in der Wahl der Sexualpartner eine sehr relevante Rolle spielt.

Und LSB -> steht doch für die sexuelle Orientierung, also die "Bevorzugte Partnerwahl". Oder wäre es besser diese einfach zu streichen und ein:
Partnerwahl muss Geschlechtsneutral sein einführen ?

Nur mal so zum Nachdenken ;)
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Re: Ist die Community tot?

Beitragvon Hera » 20. Jun 2016, 19:22

Männer erzählten mir mal, dass bei ihnen ihr Körpergefühl schon so zu 3/4 ihr Penis/Hoden ausmachen würde. Wieder andere bestritten es zumindest nicht, wenn ich erwähnte was mir erzählt wurde.

Keine Ahnung, kann ich nichts dazu sagen, können sich ja Männer dazu äußern.

Und LSB -> steht doch für die sexuelle Orientierung, also die "Bevorzugte Partnerwahl".

Diese Vermischung habe ich eh nie verstanden.
Allerdings verstehe ich auch nicht die Vermischung sexusdominierter Probleme/Bedürfnisse mit rein genderdominierten. Es hat doch Gründe, warum man da nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommt.

Oder wäre es besser diese einfach zu streichen und ein: Partnerwahl muss Geschlechtsneutral sein einführen ?

Ich bin bi, merke aber schon, dass ich mich immer wieder mehr zu Frauen hingezogen fühle - eben auch aufgrund des weiblichen Körpers. Männer brauchen für mich auch das gewisse Etwas, worüber ich mich hier aber nicht ausbreiten möchte.

Männer in Frauenklamotten ließen mich bisher immer total kalt - ich kann es nun einmal nicht ändern.

Mich interessiert sowieso schon viel mehr der Mensch dahinter und ich traf mich mit Männern, wo Freunde mir sagten, warum ich mir keine schöneren aussuchen kann. Nun ja... - Schönheit vergeht irgendwann recht schnell, der Geist bleibt hoffentlich länger.

Dennoch... - wenn ich rollig bin, reagiert etwas in mir auf weibliche Kurven, auf weibliche Ausstrahlung. Ich kann mir einen männlichen Partner suchen, dennoch werde ich immer eher auf weibliche Reize reagieren, wenn ich rollig bin. Ich kann mir das ja nicht aus dem Kopf schlagen.

Geschlechtsneutrale Partnerwahl für alle... - wird wohl nicht wirklich funktionieren. Schon gar nicht in dieser verklemmten Gesellschaft, in einer Gesellschaft, in der Männer Angst haben in der Männerhierarchie abzusteigen, wenn sie zu feminin wirken oder befürchten müssen als schwul gesehen zu werden.

Männer sind seltsame Wesen, die soll mal eine Frau verstehen können... - Männer durchschauen ist da einfacher.
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Re: Ist die Community tot?

Beitragvon seerose » 20. Jun 2016, 20:07

Frank hat geschrieben:Ähm, also ich finde mein Genital schon sehr wichtig.....Ich stehe da auch absolut zu, selbst wenn man mich dafür als "Genitalist" bezeichnet.
Zumal mir auch meine Lebenserfahrung bewiesen hat, dass ein Genital sehr wohl auch in der Wahl der Sexualpartner eine sehr relevante Rolle spielt. Und LSB -> steht doch für die sexuelle Orientierung, also die "Bevorzugte Partnerwahl". Oder wäre es besser diese einfach zu streichen und ein:
Partnerwahl muss Geschlechtsneutral sein einführen ?
Nur mal so zum Nachdenken ;)

Volle Zustimmung!!! Die Bedeutung der stimmigen primären und sekundären Geschlechtsmerkmale beim Geschlechtspartner, wie auch bei sich selbst, ist für die meisten Menschen ein wesentlicher und weitgehend unveränderbarer Bestandteil des individuell verankerten Begehrens, unabhängig von der sexuellen Orientierung in Richtung hetero-komplementär oder gleichgeschlechtlich. Insofern ist die Parodie, die in der vermeintlichen Forderung steckt: Partnerwahl muss Geschlechtsneutral sein für alle Seiten sehr nachdenkenswert!!!
Dies trifft in letzter Konsequenz auch alle die anmaßenden Aktivitäten verschiedener Seiten, uns für ihre Interessen einspannen zu wollen. Man sollte ihnen öfter einmal den Spiegel vor Augen halten, z.B. indem man sie mit Franks parodierender Frage konfrontiert!!!
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Re: Ist die Community tot?

Beitragvon Lotty » 20. Jun 2016, 20:18

Hi Hera.

Warum das Genital so wichtig ist? Im Thema "was ist Geschlecht" hatte ich einiges zu den geschlechtlichen Aspekten geschrieben.

Nochmal kurz zusammengefasst: Geschlechtswissen, Rechtliche und soziale Geschlecht sowie die körperlichen Geschlechtsfaktoren Genitalien, Gonaden, Brust, Hormone, Chromosomen, Gesichtszüge, Statur, Behaarungsmuster, Fettverteilung, Stimme.

  • Das Geschlechtswissen, rechtliche und soziale Geschlecht sind selbstverständlich, darüber werden wir wohl nicht reden müssen.
  • Von den Chromosomen sieht man nichts und für einen erwachsenen Menschen spielt es auch keine Rolle ob da ein X oder Y sitzt, zumindest solange keine Spermaproduktion vorhanden ist. Genauso verhält es sich mit den Gonaden, sie sind nicht zu sehen, zumindest bei Frauen, bei Männern werden Hodenprothesen verwendet, die aber optisch eigentlich zu den Genitalien gehören.
  • Geschlechtsrichtige Hormone sind ebenfalls nichts was besonderer Erwähnung wert ist, die gehören zur Verweiblichung bzw Vermännlichung unvermeidlich dazu.
  • Die Fettverteilung, verändert sich durch die geschlechtsrichtigen Hormone.
  • Das Behaarungsmuster ändert sich bei Männern relativ perfekt, Frauen müssen da unter Umständen nachhelfen, wobei anzumerken ist das es auch Frauen mit Hirsutismus gibt.
  • Die Gesichtszüge verändern sich bei Männern ebenfalls durch die geschlechtsrichtige Hormongabe, sodass dort kein Handlungsbedarf besteht. Bei Frauen sieht es unter Umständen anders aus. Wer da jedoch Perfektionismus anstrebt muss zum Schönheitschirurgen, machen andere Frauen auch. Allerdings muss man da schon sehen, dass es Frauen gibt die bestraft sind, da ist dann tatsächlich eine FFS nötig.
  • Tja und die Statur, da lässt sich nichts machen, da müssen wir mit leben. Wer dann 2 meter groß ist und ein kräftiges Kreuz hat, muss sich damit notgedrungen arrangieren. Wobei ich auch schon Frauen gesehen haben die groß und kräftig gebaut sind. Kleine und schmächtige Männer sind nichts besonderes, die gibt es sowieso.
  • Bei der Stimme haben die Männer Glück, zumeist bekommen sie einen Stimmbruch. Bei uns Frauen sieht es da anders aus, da gibt es die Logopädie und wenn auch das nichts hilft, muss eine Stimmband OP her. Wobei hier anzumerken ist das es so manche Frau und manchen Mann gibt, bei dem aufgrund der Stimme der Verdacht aufkommt das sie dem Gegengeschlecht angehören.
  • Ganz anders sieht es allerdings bei Menschen aus, bei denen bereits sehr früh mit der geschlechtsrichtigen Hormontherapie angefangen wird (am besten bereits vor der Pubertät). Für die ist das oben erwähnte überhaupt kein Problem (zumindest überwiegend).

Dann kommen wir zum letztem Punkt, um den Punkt den du Hera ansprichst weil ich den deiner Meinung nach als einzigen wichtigen Punkt betrachte, die Genitalangleichung und die Brüste.

  • Manche Frauen haben sehr wenig Brust und im Gegensatz zu uns bekommen die keine Brustaufbau obwohl sie ebenfalls darunter leiden, wohl aber nicht so stark da ihr Wissen Frau zu sein unumstößlich ist (sie haben von Geburt an weibliche Genitalien).
  • Ja und die Genitalien? Was ist damit? Warum sind die jetzt so wichtig? Es ist etwas gänzlich anderes als Größe, Aussehen, Brust oder Stimme. Da geht es nicht darum wie etwas aussieht sondern darum ob etwas vorhanden ist oder eben etwas falsches vorhanden ist. Keiner der vorher genannten Aspekte ist derart gravierend für das eigene Körpergefühl wie die Genitalien. Mann und Frau unterscheiden sich in einem unumstößlich. Frau gebärt und Mann zeugt. Weiblichkei und Männlichkeit unterscheidet sich bei allen Säugern anhand der Genitalien und Gonaden. Persönlich bin ich fest davon überzeugt das da auch ein Körperinternes Wissen existiert, eine Verschaltung für die richtigen Genitalien und wenn dann gegengeschlechtlichen Genitalien vorliegen merkt man dies irgendwie, es erzeugt ein unbehagen, einen inneren Druck.

Für mich ganz persönlich sind die Brüste und die GaOP das wichtigste gewesen. Irgendjemand hat mal gesagt "nach der OP ist es in der hintersten Ecke der Seele angekommen, dass ich Frau bin". Dem kann ich mich voll anschließen. Seit der OP ist es unumstößlich. Ich bin Frau, mit jeder Faser meines ganzen Seins. Ich bin eine Frau die zu ihrer Männlichkeit stehen kann. Wenn meine Gesichtsüge etwas männliches haben, wenn meine Stimme uneindeutig ist, wen interessiert es mich nicht. Frauen sind halt nicht immer die Baby-Püppchen.

"Es gibt genau eine Frau auf der Welt die genauso ist wie ich .... das bin ich."

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Re: Ist die Community tot?

Beitragvon Aurora » 21. Jun 2016, 11:19

Lotty hat geschrieben:Für mich ganz persönlich sind die Brüste und die GaOP das wichtigste gewesen.

Schön. Aber du sagst du fast allem anderen - Stimme, Gesicht, Behaarung,... das wäre ja quasi optional und eher eine Schönheits-OP wenn man da was macht. Das gleiche gilt für die Brüste ja auch - "Ich habe auch andere Frauen mit kleinen Brüsten gesehen"... ist also auch nicht nötig, oder? Jedenfalls nicht mehr oder weniger als die anderen Dinge. Und das Genital - meine Güte, ich finde das schon enorm Genitalfixiert zu sagen dass das zwischen Mann und Frau unterscheidet - Pimmel oder kein-Pimmel... ist das nicht etwas arg eng gedacht?
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