RP Online Artikel zu Transsexualität vom 5.04.2016

Transsexualität in Medien, Kunst und Kultur.

Re: RP Online Artikel zu Transsexualität vom 5.04.2016

Beitragvon Vanessa » 6. Apr 2016, 15:22

Rafaela hat geschrieben:Habe nur eine Frage an dich: Hast du den Beitrag auch VERSTANDEN ????? "RP Online Artikel zu Transsexualität vom 5.04.2016" ?????
Wie hast du ihn denn verstanden? Ich kann mich hier Manuelas Ausführungen nur anschließen. Der Artikel richtet sich an Laien und er trägt dazu bei, typische schadhafte Annahmen, die in der Gesellschaft verbreitet sind, zu berichtigen, ohne dabei zu überfordern. Das hat auch gar nichts mit "dumm" zu tun, aber Leute, die nicht selbst betroffen sind, haben ganz andere Prioritäten im Leben, als sich intensiv mit so einem Thema zu beschäftigen. Man erwartet ja auch nicht, dass jeder Psychologie, Mathematik, Informatik, Germanistik, Biologie und Philosophie auf Studienniveau beherrscht, sein Haus selbst baut, das Auto selbst repariert und natürlich noch als Selbstversorger lebt. Die meisten Menschen machen sich schlichtweg keine Gedanken über dieses Thema und so ein Artikel würde sofort zum Wegklicken führen, wenn da zu viele Details, Fachbegriffe und komplexe Zusammenhänge erläutert würden. Manchmal fehlt echt das Verständnis, sich in die Lebenswelten anderer Menschen hineinzuversetzen, habe ich den Eindruck. Freut euch doch einfach mal, dass hier ein Artikel Transsexualität positiv dem Volke nahe bringt und Akzeptanz fördert. Aber stattdessen wird nur wieder seziert und kritisiert. Irgendein Haar in der Suppe findet man ja immer, notfalls das eigene.
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Re: RP Online Artikel zu Transsexualität vom 5.04.2016

Beitragvon Lotty » 6. Apr 2016, 16:19

Dr.med. Jürgen Vieten hat eine eigene Webseite auf der er Transsexualität erklärt. Habe mir die mal angeschaut und mich doch ein wenig gewundert. Sicher meint er es gut aber versteht er auch? Erst einmal fällt mir da auf:
]Männer haben nämlich schon als Fötus einen längeren Zeige- als Ringfinger, bei Frauen bzw. weiblichen Föten ist das Längenverhältnis gleich oder der Ringfinger größer.
Wo ich auch immer schaue wird es genau anders herum beschrieben. Bei Männern ist der Ringfinger in der Regel länger.
Dann schreibt er:
Der Behandlungsprozess findet nach dem Transsexuellengesetz (TSG1980) statt, Ärzte richten sich auch nach den Behandlungsrichtlinien der Deutschen Gesellschaft für Sexualforschung.
Hmmh, was hat das TSG mit Behandlungsprozessen zu tun? Nichts, das TSG regelt die Änderung des Vornamens und rechtlichen Geschlechtseintrags, mehr nicht.

Dann schreibt er vom Umwandlungswunsch, Geschlechtsumwandlung und gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung. Wäre praktisch gewesen wenn dies möglich wäre, zumindest einfacher als die Genitalangleichung, HET und dem ganzem anderem Kram. Mein Gott, ich bin Frau und kein Mann dessen Geschlecht umgewandelt wurde. Der hat die falsche Denke.

Gerade wenn er meint "Gehirnforscher haben nachgewiesen dass das Geschlecht im Gehirn sitzt", wie kann er dann von einer Geschlechtsumwandlung oder gegengeschlechtlichen Hormonbehandlung schreiben. Entweder bin ich Frau oder nicht.

Jetzt sagt die Hirnforschung: Transsexualität ist nur eine Variante der vererbten inneren Abbildung unseres Geschlechtes.
Was ist denn jetzt bitte die innere Abbildung des Geschlechtes. Ich kann auch einen Baum in meinem Innerem Abbilden. Nein, er sieht uns nicht als Frauen und Männer sondern als Menschen die im Gegengeschlecht leben.

Transsexualität sei keine Krankheit, schön und wann kommen die KK's und streichen die Kostenübernahmen? Es laufen ganz üble Geschichten ab, die zumeist nicht gesehen werden.

  • Es gilt dass es endlich anerkannt werden dass wir Männer und Frauen sind die mit gegengeschlechtlichen Körpermerkmalen geboren wurden.
  • Transsexualität muss als Geburtsanomalie anerkannt werden, alleine aus dieser Tatsache heraus muss ein Anrecht auf somato-medizinische Maßnahmen abgeleitet werden.
Es geht nicht an, dass wir nur dann einen Anspruch auf somatische Behandlungen haben wenn wir am Leidensdruck zu Grunde gehen und dann noch erst dieser Leidensdruck versucht wird weg zu Therapieren.

Mal ein Beispiel: zwei Rollstuhlfahrer, einer zerbricht innerlich, der andere entwickelt eine Lebensfreude. Soll man dem zweiten eine mögliche Behandlung verweigern weil er nicht leidet. Ist doch Idiotisch oder?

Da ist dieser Dr.med. Jürgen Vieten keinen Deut besser als all die anderen die meinen, dass alles nur eine Lebensweise ist. Ok, er erklärt uns nicht als psychisch gestört, das ist aber auch schon alles. Schaut doch mal bei dem Link auf wen er sich bezieht.
dgti und Transmann (alles Trans* oder auch viel Spaß beim lustigem Geschlechtswechsel). [-X
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Re: RP Online Artikel zu Transsexualität vom 5.04.2016

Beitragvon Vanessa » 6. Apr 2016, 16:24

Lotty hat geschrieben:Was ist denn jetzt bitte die innere Abbildung des Geschlechtes. Ich kann auch einen Baum in meinem Innerem Abbilden.
Ich weiß es, ich weiß es. \:D/ Hat mir heute jemand erklärt, aber ich sage nicht wer, weil der ja auch doof ist. Auf jeden Fall hat mir das sehr beim Verständnis geholfen und auch mich selbst darin wiederzufinden.
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Re: RP Online Artikel zu Transsexualität vom 5.04.2016

Beitragvon seerose » 6. Apr 2016, 19:13

Lotty hat geschrieben:Dr.med. Jürgen Vieten hat eine eigene Webseite auf der er Transsexualität erklärt. Habe mir die mal angeschaut und mich doch ein wenig gewundert. Sicher meint er es gut aber versteht er auch?...
...
  • Es gilt dass es endlich anerkannt werden dass wir Männer und Frauen sind die mit gegengeschlechtlichen Körpermerkmalen geboren wurden.
  • Transsexualität muss als Geburtsanomalie anerkannt werden, alleine aus dieser Tatsache heraus muss ein Anrecht auf somato-medizinische Maßnahmen abgeleitet werden.
Es geht nicht an, dass wir nur dann einen Anspruch auf somatische Behandlungen haben wenn wir am Leidensdruck zu Grunde gehen und dann noch erst dieser Leidensdruck versucht wird weg zu Therapieren.
[-X


Liebe Lotty, vielen Dank für Deinen Verweis auf die einschlägige Internet-Seite von Dr. Vieten und Deine vielen berechtigten kritischen Anmerkungen!
Es ist bedauerlich, daß er das mit den Fingerlängen-Verhältnissen durcheinanderbringt; er hätte sich da ja selbst mal schnell begutachten/vergewissern können...
Allerdings verwendet er meines Wissens den Begriff der Geschlechtsumwandlung nur im Zusammenhang mit schwerwiegenden psychischen Störungen, wo eventuell fälschlich die "Lösung" in einer Geschlechtsumwandlung gesehen wird. Hierbei wäre der Terminus dann aber in der Tat zutreffend verwendet!
Und dann noch mal zu Deiner Abbildungs-Problematik: Selbstverständlich haben wir Menschen auch Abbildungen von unserer physikalischen Umgebung, z.B. von einem Baum, etc,; ohne diese von uns "abgebildeten" Muster und ihre Erkennung würden wir uns zumindest in dieser Welt nicht zurechtfinden! Allerdings weiß unser "Selbst" sehr wohl zwischen "innen" und "außen" zu unterscheiden. Außen ist "peripher" und innen ist "zentral", und wird von uns klar und eindeutig voneinander abgegrenzt. Zudem kennt auch unser Selbst eine Hierarchie der Selbstaspekte, und sicherlich gehört unser Selbst-Verständnis als "Mann" oder "Frau" zumindest für fast alle Menschen zur wichtigsten Selbst-Kategorie...
Es ist schade, daß ein Teil unserer Community immer sofort panisch reagiert, sobald von so etwas Selbst-Verständlichem wie "Selbst", Identität, Psyche etc. die Rede ist. Hier hat anscheinend die von Money beabsichtigte Kurzschluß-Reaktion; "Geschlechts-Identität = Geschlechtsrollen-Identität (gender)" voll verfangen; Diese Gleichsetzung ist allerdings fundamental falsch!!! Geschlechts-Identität ist ungleich mehr als Geschlechtsrollen-Identität!!!
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Re: RP Online Artikel zu Transsexualität vom 5.04.2016

Beitragvon Lotty » 6. Apr 2016, 19:27

Liebe Vanessa,

diese neurologischen Untersuchungen bekommen heraus dass, egal welches Tests gemacht werden, die Ergebnissen immer einem Verteilungsmuster, ähnlich dem folgendem Bild entsprechen. Dabei sind die beiden Bereiche mehr oder weniger überlappend.

Bild


Es ist aber keineswegs das Geschlecht was da gemessen wird sondern die Unterschiedlichkeiten der Menschen als solches. Geschlechtswissen lässt sich neurologisch nicht feststellen. Heute zumindest noch nicht. Vielleicht später einmal. Aus den Ergebnissen ableiten zu wollen das es 7 Mrd. Geschlechter gibt halte ich für vollkommen daneben.

Du wirst Forschungsergebnisse finden aus denen ein Geschlechtsunterschied abgeleitet wird und solche bei denen ein Geschlechtsunterschied ausgeschlossen wird. Irgendwo hier im öffentlichem Bereich habe ich dazu mal verschiedenen Forschungsergebnisse gegenüber gestellt.

PS: ich verrate dir mal was, das mit dem innerem Abbild eine Baumes, das war ironisch gemeint. Mir ging es mehr darum heraus zu arbeiten dass der Dr.Vieten dich und mich jedenfalls nicht als Frau sieht sondern als Mann. Würde er sonst von Geschlechtsumwandlung, Umwandlungswunsch oder gegengeschlechtlicher Hormonbehandlung reden?

Wenn er unser Geschlecht wirklich anerkennen würde, müsste er vom "Wunsch im eigenem Geschlecht zu leben", "Angleichung an das eigene Geschlecht" oder "geschlechtsrichtiger Hormonbehandlung" reden!

Liebe Grüße
Lotty
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Re: RP Online Artikel zu Transsexualität vom 5.04.2016

Beitragvon Renate58 » 6. Apr 2016, 19:55

"Jürgen Vieten: Wir Psychiater und Psychotherapeuten"
Ich verstehe das so als *Normal- Mensch*: "Schmiere dir erstmal ordentlich Honig um das Maul damit das Üble dann nicht so bitter schmeckt"! Was zu Beginn im Beitrag steht, ist das was TS hören wollen und was wir auch gut verstehen wollen/können. Also da meine ich diejenigen, die überfordert sind mit Fachbegriffen (wo heute jeder "Google" bedienen kann).
"Der Psychiater sollte aber auch an einem Punkt weiter Gehör finden: Nur er kann zu Beginn der noch unklaren Entwicklung beurteilen, ob sich ihm in der Praxis ein gesunder transsexueller Coming-out-Prozess darstellt oder ob sich möglicherweise eine Erkrankung wie Schizophrenie oder Borderline mit Verzerrung der Geschlechtsidentität zeigt."


Das heißt nichts anderes als: "Wir Psychiater und Psychotherapeuten" bleiben und wir bewegen uns nicht von diesem Platz. Würde mich auch nicht verdrängen lassen wenn ich mein Geld damit verdienen wurde. Was zahlt die Kasse pro 45 min?
" ob sich ihm in der Praxis ein gesunder transsexueller Coming-out-Prozess darstellt oder ob sich möglicherweise eine Erkrankung wie Schizophrenie oder Borderline mit Verzerrung der Geschlechtsidentität zeigt.""

Als ob das irgendein Mensch wirklich feststellen könnte. Er möchte nur seinen Thron festigen von dem er beim besten Willen nicht steigen möchte. Es geht nur um Geld, TS gehen denen am Lüftungsschacht vorbei.
Liebe Grüße
Renate
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Re: RP Online Artikel zu Transsexualität vom 5.04.2016

Beitragvon ThorinEichenschild » 6. Apr 2016, 21:12

Ganz kurz übrigens Borderline ist kein Kontrakriterium zu Transsexualität !!!
Wer sowas behauptet hat keine Ahnung. Ich selbst bin transsexuell und leide an einer Borderline Persönlichkeitsstörung und nein ich habe sie meinem Begleittherapeuten nicht verschwiegen so wie andere es tun würden.

Das nur mal so am Rande weil es mich immer wieder ärgert wenn so falsche Tatsachen die Runden machen
Das Leid brachte die stärksten Seelen hervor. Die allerstärksten Charaktere sind mit Narben übersät
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Re: RP Online Artikel zu Transsexualität vom 5.04.2016

Beitragvon Ätztussi » 6. Apr 2016, 21:13

Ich finde den Artikel von Dr. Jürgen Vieten trotz einiger Mängel gut. Er schreibt nicht aus der Sicht von Betroffenen, das kann er auch nicht, insoweit fehlt der subjektiver Faktor.

Jetzt sagt die Hirnforschung: Transsexualität ist nur eine Variante der vererbten inneren Abbildung unseres Geschlechtes.
von Dr. Vieten

Aus neurologischer Sicht ist das richtig und wichtig. Damit wird für mich verständlich warum ich ein Gefühl zu meiner Vagina hatte bevor ich eine GaOp hatte, weil vorhandene Transsexualität ist für Betroffene auch im zentralen Nervensystem spürbar. Manche spüren erst nach erfolgter GaOp das sie nicht transsexuell sind und bereuen dann diesen Schritt. Während für Transsexuelle die GaOp die Stimmigkeit des Körpers erhöht.

Ich finde, die Selbstdiagnose Transsexualität reicht nicht aus um transsexuell zu sein. Das würde nur zu einer Inflation von Transsexuellen führen. Bevor medizinische Angleichungsmaßnahmen getroffen werden, sollten psychische Störungen ausgeschlossen werden und das können nur PsychologInnen oder PsychiaterInnen feststellen. Auch würde ich Menschen nicht als Transsexuell ansehen, die keine HRT wollen und auch ihre primären Geschlechtsorgane behalten wollen.

Soweit kurz dazu.
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Re: RP Online Artikel zu Transsexualität vom 5.04.2016

Beitragvon Rosi » 11. Apr 2016, 22:32

seerose hat geschrieben:Aus meiner Sicht "schießt" Rosi ..... über das Ziel hinaus. Irgendwie hat sie ein Problem damit, einzusehen, daß das Gehirn ein wesentlicher Teil des Körpers ist, ja eigentlich der entscheidende Teil, der uns zum Menschen zu der einzigartigen Persönlichkeit macht; was nützt einem Demenzkranken im fortgeschrittenen Stadium sein Penis/seine Vagina nebst sonstigem Zubehör? Alles, was irgendwie mit Psyche, Fühlen, Bewußtwerdung u.ä. zu tun hat, ist ihr im Zusammenhang mit TS anscheinend höchst suspekt.

Naja, meine liebe seerose. Es ist ja nicht "das Gehirn", dass uns zum Menschen macht. Es sind die Kapazitäten dessen und die Denkprozesse darin oder damit.
Auch ein Leguan hat ein Gehirn und ist damit nicht mit einer einzigartigen Persönlichkeit ausgestattet. So wie Du ja am Beispiel eines Demenzkranken schreibst,
fehlt diesem ja nicht sein Gehirn, sondern die Kapazitäten oder funktionalen Prozesse dessen.

Wenn ich also Geschlecht nicht am Körper (und damit auch nicht am Gehirn als solches) festmachen möchte, dann deshalb, weil es in den Aspekten der Aktivitäten
von Verknüpfungen und Prägungen der Persönlichkeits-Komponenten (Wesenszügen) zu suchen ist. Die übrigen bewussten und teilweise unbewussten Aktivitäten
können lediglich alle nur auf Basis dieser "Vorgaben" stattfinden.

Grüßle
Rosi
Ich bin zwar "weich", aber darin bin ich "knallhart"
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Re: RP Online Artikel zu Transsexualität vom 5.04.2016

Beitragvon seerose » 15. Apr 2016, 19:10

Rosi hat geschrieben:Naja, meine liebe seerose. Es ist ja nicht "das Gehirn", dass uns zum Menschen macht. Es sind die Kapazitäten dessen und die Denkprozesse darin oder damit.

Wer hätte das auch in Abrede gestellt, daß auch diese dazu gehören! Darüber hinaus gehören dazu aber auch die spezifischen Wahrnehmungsprozesse, das Fühlen, Erlebenund Handeln, das uns zu einzigartigen Persönlichkeiten macht.
Rosi hat geschrieben:Auch ein Leguan hat ein Gehirn und ist damit nicht mit einer einzigartigen Persönlichkeit ausgestattet. So wie Du ja am Beispiel eines Demenzkranken schreibst, fehlt diesem ja nicht sein Gehirn, sondern die Kapazitäten oder funktionalen Prozesse dessen.

Warum sollte das Gehirn eines Leguans diesen auch zu einer einzigartigen, menschlichen Persönlichkeit machen? Nein, ein durchschnittliches Leguan-Gehirn, das ganz überwiegend aus Stammhirn besteht, macht diesen noch nicht einmal zu einem Reptiloiden, es sei denn, man glaubt hierbei an Meta-Physik...und warum sollten dem Leguan "die Kapazitäten oder funktionalen Prozesse dessen" (seines artspezifischen Gehirns) fehlen; schließlich befähigen ihn diese, als Leguan agieren zu können...
Rosi hat geschrieben:Wenn ich also Geschlecht nicht am Körper (und damit auch nicht am Gehirn als solches) festmachen möchte, dann deshalb, weil es in den Aspekten der Aktivitäten von Verknüpfungen und Prägungen der Persönlichkeits-Komponenten (Wesenszügen) zu suchen ist. Die übrigen bewussten und teilweise unbewussten Aktivitäten können lediglich alle nur auf Basis dieser "Vorgaben" stattfinden.

Wer will denn Geschlecht (nur) "am Gehirn als solches" festmachen?
Und die dann folgenden Andeutungen: "dann deshalb, weil..." erscheinen in dieser fundamentalen Setzung zwar ein wenig nebulös, was aber nicht zwangsläufig bedeutet, daß die Aussagen "falsch" sein müssen...
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