Gedanken zu trans* und queer

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Gedanken zu trans* und queer

Beitragvon tilly » 23. Jul 2016, 16:40

Nun, da ich mich, natürlich nur aus Langeweile und zu Studienzwecken, ;) auf Travesta herumtreibe, sind mir schon so einige Menschen aufgefallen.
Darunter eine Person, die sich auf der einen Seite ihrer 18cm Klitoris rühmt, und auf der anderen wortreich mit einem gewissen Intellekt herleitet, dass sie eine Frau sei.
Meine erste Reaktion war natürlich Unverständnis und Ablehnung. Aber nun mache ich mir doch Gedanken, denn auch solche Menschen zu verstehen könnte ein Schlüssel sein, viele sinnlosen Debatten und Anfeindungen zu vermeiden.
Zudem könnte es unsere Position stärken.

Die Rede ist von einem "Gehirngeschlecht" oder von einer "Geschlechtsidentität", wie man es auch nennen mag, es ist das ureigene angeborene Wissen welchem Geschlecht man angehört.
Das kann ich nicht bezweifeln, womit ich auch die Selbstaussage jedes Menschen anerkennen muss.
Da aber offensichtlich Menschen behaupten Frauen zu sein, und mit männlichem Geschlechtsteil prahlen stimmt etwas nicht!
Meine Erklärung, die "Geschlechtsidentität" muss nicht zwingend eindeutig weiblich oder männlich sein, da kann es sicherlich Mischformen und Varianten geben die man als intersexuell bezeichnen könnte.

Somit wird mir klarer wie solche Menschen ticken, und warum sie sogar, zu für uns sehr gefährlichen Aussagen, wie man könne lernen mit dem Geburtsgeschlechtsteil Frieden zu schließen, kommen.

Das Problem, sie müssten einsehen, dass sie eine intersexuelle "Geschlechtsidentität" haben.

Mit liebem Gruß Tilly
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Re: Gedanken zu trans* und queer

Beitragvon Lotty » 23. Jul 2016, 17:19

Bei Travesta hatte ich gerade folgendes dazu geschrieben:

Sowohl der Begriff Gehirngeschlecht als auch der Begriff Geschlechtsidentität ist irreführend. Das Gehirn ist zu großen Teilen durch die Erziehung, durch die Erfahrung, durch Erlebnisse geprägt. Das Gehirn scheint eher der Sitz des Genders zu sein. Identität kann so vieles bedeuten. Identität abgeleitet vom lateinischem īdem steht für die Gesamtheit einer Person, im sozialem Kontext steht Identität für eine Gruppenzugehörigkeit und im psychologischem Zusammenhang bedeutet Identität mit wem ich mich identifiziere.

Die psychische Identität ist also nichts eindeutig und unveränderbares, wenn wir so wollen ist es ein soziales Konstrukt. Eine Geschlechtsidentität ist also etwas anderes als Geschlecht, es sei denn man begrenzt Geschlecht auf Gender, was jedoch nicht zutreffend ist.

Wenn wir (VTSM) von Geschlecht reden, meinen wir das Geschlechtswissen, das geschlechtliche Wesen, fest verankert im neuronalem Netz. Diese Gesamtheit des menschlichen neuronalem Netzes enthält unser Körperbild und das ist, von äußerst kleinen Ausnahmen abgesehen, entweder männlich oder weiblich.


Die Geschlechtsidentität ist mit Gender gleichzusetzen. Sowohl Gender als auch Geschlechtsidentität ist bei jedem Menschen anders. Niemand hat die gleiche Identiät wie ein anderer Mensch. Bei vielen Menschen spielt es überhaupt keine Rolle, die leben ihre Identität aus ohne daraus ein Geschlechtliches Thema zu machen. Trans* ist heute ein Modethema geworden. Im Grunde geht es darum die Geschlechtsstereotypen abzulehnen.

LG Lotty
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Re: Gedanken zu trans* und queer

Beitragvon tilly » 23. Jul 2016, 17:35

Nun, das ist für mich logisch, dass Menschen die in irgend einer Form intersexuell ticken, Geschlechtsstereotypen ablehnen wollen.
Und genau an der Stelle liegt für mich der Unterschied, den ich deutlich machen will.

Mit liebem Gruß Tilly
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Re: Gedanken zu trans* und queer

Beitragvon Lotty » 23. Jul 2016, 17:49

Was ist Ursache und was ist Wirkung?

Waren Frauen, als sie begannen Hosen anzuziehen, sie also begannen Geschlechtsstereotypen abzulehnen, intersexuell?
Sind Männer die sich liebevoll um ihre Kinder kümmern intersexuell?
Kurzum, sind Menschen die für sich die geschlechterstereopypen Verhaltensmuster ablehnen Intersexuell?

Um es noch deutlicher zu machen, sind Muslima, die es ablehnen Burka zu tragen Intersexuell?

Wenn es um das Gender geht könnten wir von Intergender aber nicht von Intersexuell reden. Denn Gender und Sexus sind grundsätzlich verschieden.
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Re: Gedanken zu trans* und queer

Beitragvon teerose » 26. Jul 2016, 11:51

tilly hat geschrieben:...eine Person, die sich auf der einen Seite ihrer 18cm Klitoris rühmt, und auf der anderen wortreich mit einem gewissen Intellekt herleitet, dass sie eine Frau sei.
Meine erste Reaktion war natürlich Unverständnis und Ablehnung. Aber nun mache ich mir doch Gedanken, denn auch solche Menschen zu verstehen könnte ein Schlüssel sein, viele sinnlosen Debatten und Anfeindungen zu vermeiden. Zudem könnte es unsere Position stärken.

Das sehe ich ähnlich!
tilly hat geschrieben:Die Rede ist von einem "Gehirngeschlecht" oder von einer "Geschlechtsidentität", wie man es auch nennen mag, es ist das ureigene angeborene Wissen welchem Geschlecht man angehört.
Das kann ich nicht bezweifeln, womit ich auch die Selbstaussage jedes Menschen anerkennen muss.
Da aber offensichtlich Menschen behaupten Frauen zu sein, und mit männlichem Geschlechtsteil prahlen stimmt etwas nicht!
Meine Erklärung, die "Geschlechtsidentität" muss nicht zwingend eindeutig weiblich oder männlich sein, da kann es sicherlich Mischformen und Varianten geben die man als intersexuell bezeichnen könnte.

Sehr gut analysiert. Die Geschlechtsidentität der von Dir beschriebenen Person ist in diesem Falle "intersexuell", und das ist der Unterschied zu einer anderen Art der Intersexualität, den Transsexuellen, die bedingt durch ihre neuronale Gehirnstruktur eine eineindeutig weibliche körperbezogene Geschlechtsidentität entwickelt haben, und die infolgedessen zur Realisierung der benötigten Stimmigkeit zwischen ihrem neuronalen weiblichen Geschlecht einerseits und dem dazu im Widerspruch stehenden Genitale andererseits, das hierbei die Intersexualität ausmacht (trans sexualis=Neuro-Genitales-Syndrom (NGS)), der GaOP unerläßlich bedürfen!!!.
tilly hat geschrieben:Somit wird mir klarer wie solche Menschen ticken, und warum sie sogar, zu für uns sehr gefährlichen Aussagen, wie man könne lernen mit dem Geburtsgeschlechtsteil Frieden zu schließen, kommen.
Das Problem, sie müssten einsehen, dass sie eine intersexuelle "Geschlechtsidentität" haben.

Genau das ist die Crux! Wenn jede einzelne der verschiedenen Formen von Intersexualität meint, den jeweils in anderer Weise Betroffenen "seine Rezepte", die für ihn passend sein mögen, generalisierend und extrapolierend auf alle anderen Betroffenen übertragen zu dürfen und müssen, dann kann dieser Trugschluß tragisch enden! Da hilft nur: Offenheit und Wissenserweiterung allerseits!!!
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