Von intersexuellen Menschen lernen ... oder ....

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Von intersexuellen Menschen lernen ... oder ....

Beitragvon Rosi » 18. Aug 2015, 22:43

.... Was Geschlechtsdeuter und Geschlechtswandler von Intersexuellen Menschen lernen können!

Wenn drei Baby´s auf die Welt kommen, eines mit Zipfele, eines mit Schlitzle und eines mit Zipfele und Schlitzle,
dann wird das mit Zipfele zum Jungen erklärt, das mit Schlitzle zum Mädchen erklärt. Mit großen Augen schaut
man dann auf das dritte Baby.

Hier öffnet sich im Kopf automatisch das Türchen, das der Frage nach dem Geschlecht, in dem Raum dahinter
genug Platz gibt, die Antwort bei dem betreffenden Menschen selber zu suchen. Interessanterweise richtet sich
ab diesem Augenblick die Fragestellung nicht mehr nach den Genitalien, sondern nach dem Geschlecht, das das
Kind denn für sich begreift. Genau hier erachtet man es als möglich, dass ein Mensch sein Geschlecht wissen
kann – und besser noch, man gesteht ihm das zu.

Niemals würde sich diese Frage jemand bei den anderen beiden Kindern stellen. Hier ist das Geschlecht ja eindeutig
vorgegeben. Die Bereitschaft aber, bei uneindeutigen Genitalien oder beim Vorhandensein von beiden Genitalvarianten,
die endgültige Antwort dann beim betreffenden Menschen selbst zu suchen, offenbart in unkomplizierter Weise die
einfache Wahrheit. Nämlich die, dass der Mensch um sein Geschlecht weis und sich dazu selbst erklären kann.

Diese Hilflosigkeit und die entwaffnende Wahrheit, die bei den Versuchen zur Geschlechtsdeutung von Intersexuellen
Menschen entsteht, wird in dieser Deutlichkeit totgeschwiegen und verschleiert. Genau die Tatsache nämlich, dass
letztlich nur der Mensch selber eine Aussage über sein Geschlecht treffen kann. Totgeschwiegen wird genau so, die
logische Konsequenz daraus, dass dieser Umstand exakt für alle Menschen Gültigkeit hat.

Im Gegenteil. Man geht so weit und verdreht die Wirklichkeit, in dem dann eben den Menschen mit Zipfele oder den
Menschen mit Schlitzle, die sich entgegen ihren Genitalien erklären, eine geistige Inkongruenz oder eine Dysphorie
zugeschrieben wird. Da kann dann plötzlich nicht mehr sein, was sein kann.

Ein klarer Blick, frei von laienhaften Interpretationsversuchen, würde so manchem Experten gut tun.
Ich bin zwar "weich", aber darin bin ich "knallhart"
Rosi
 
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Re: Von intersexuellen Menschen lernen ... oder ....

Beitragvon tilly » 18. Aug 2015, 23:44

Rosi, lass dich knuddeln!

=D> =D> =D>

Die Erklärung ist wirklich Klasse!
Denn die versteht jedes Kind, und vielleicht sogar manch Erwachsener.

Mit extra liebem Gruß Tilly
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Re: Von intersexuellen Menschen lernen ... oder ....

Beitragvon Vanessa » 24. Nov 2015, 12:45

Leider kann man Besonderheiten im Gehirn nicht so einfach sehen wie intersexuelle Körpermerkmale. Sonst würde man Transsexuelle vielleicht auch einfach als intersexuell sehen, nur nicht als Mix gegensätzlicher Körpermerkmale, sondern als Mix von Gehirngeschlecht und einem gegensätzlich ausgeprägten Restkörper. Echte naturwissenschaftliche Beweise dafür, die man auch bei jedem Betroffenen leicht nachweisen kann, würden wohl dafür sorgen, dass es nicht einfach als Spinnerei abgetan wird. Die Leute glauben halt nicht so gern an Dinge, die sie nicht sehen können. Niemand will sich verarschen lassen und niemand will einem Verrückten einfach seine verrückten Aussagen glauben. Dann aber wäre klar, dass die Betroffenen wirklich nichts dafür können. Auf der anderen Seite könnte das aber auch bedeuten, dass man Betroffene dann als körperlich gestört betrachtet, anstatt wie vorher geistig. Aber das ist wohl das geringere Übel.

Leider herrscht überhaupt noch keine allgemeine Aufklärung über diesen Themenkomplex. Jeder sucht sich im Grunde noch immer aus, was Geschlecht bedeutet und entweder wird Geschlecht als künstliches Konstrukt betrachtet oder als vom Körper fest vorgegeben. Und auch wenn ich glaube, dass es eine biologische Ursache für Transsexualität gibt, so weiß ich es dennoch nicht genau, ob das bei mir wirklich auch zutrifft. Da sind einfach festzustellende Gendefekte leichter anderen gegenüber zu verteidigen. Das Hauptproblem resultiert wirklich daraus, dass man in den Augen anderer nur behauptet ohne stichhaltige Beweise. Und woher soll jemand anderes dann wissen, ob er das glauben kann oder ob das nur verrückte Spinnereien sind? Ich wäre da wohl auch skeptisch und würde das trotz aller Beteuerungen und absolut überzeugendem Auftreten weiterhin hinterfragen, ob das nicht nur eine Einbildung ist, an die der Betroffene so fest glaubt, dass er damit auch so überzeugend rüberkommt. Ganz ehrlich? Ich kann das selbst bei mir nicht zweifelsfrei sagen. Nur ist mir das im Endeffekt für mich auch egal.
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