Das Wesen auf der einsamen Insel

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Re: Das Wesen auf der einsamen Insel

Beitragvon Lotty » 2. Aug 2015, 23:04

spirulina hat geschrieben:Die früheste Prägung im Leben ist ausschlaggebend,warum sollte es dann nicht möglich sein,daß wir zu Transsexuellen in irgendeiner Form von der Umwelt oder den Eltern erzogen werden? Ich gehe mal davon aus,daß man als Neugeborenes erstmal neutral bzw. ungeprägt ist. Säuglinge werden ja schon durch die Eltern geprägt z. B. bei der Nahrungsaufname. Männliche Säuglinge schreien,wenn sie Hunger haben,weibliche Säuglinge werden schon an feste Fütterungszeiten gewöhnt. Ich bin mir da nicht mehr so sicher,ob TS nicht vielleicht doch durch die Umgebung irgendwie anerzogen wird. Vielleicht reicht schon der Wunsch der Eltern auf ein bestimmtes Wunschgeschlecht der TS auslösen kann.
Spiru, das sich ein Wunsch nach gegengeschlechtlichen Rollenverhalten durch gesellschaftliche Einflüsse ergibt ist sehr gut vorstellbar. Dass aber das Verlangen nach einem Körper, der nicht dem Hebammengeschlecht entspricht, durch frühkindliche Einflüsse entsteht scheint mir eher unwahrscheinlich. Zu der von dir gemeinten Zeit scheint dafür noch gar kein Bewusstsein zu bestehen. Des Weiteren gibt es genügend Beispiele wo nichts in der Kindheit darauf hinweist dass es zu dieser Diskrepanz kommt. Psychologen dürften dies bereist zur Genüge erforscht haben und wenn es dafür stichhaltige Thesen gäbe, hätte man davon gehört.

Wir wissen dass es sehr viele Möglichkeiten gibt dass es durch pränatale Einflüsse zu verschiedensten Varianten mehr oder weniger starker Missbildungen kommen kann. Rauchen, Nikotin, Stress oder denken wir an die Contergan Skandal. Also möglich ist es auf jeden Fall. Ebenso werden immer mehr Fakten zur Genetik bekannt, sodass die Vorstellung, das SRY-Gen führe zwangsweise zu einer männlichen Entwicklung, überholt ist.

Wenn wir jetzt also zwei möglichen Ursachen haben und eine als eher unwahrscheinlich zu betrachten ist, müssen wir davon ausgehen das die zweite die richtige Variante ist. Zumal aus heutiger Sicht kein einziges Argument existiert die diese Variante ausschließen könnte.

Liebe Grüße
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Re: Das Wesen auf der einsamen Insel

Beitragvon spirulina » 3. Aug 2015, 09:18

Hallo Lotty,
ich möchte mal auf die angeführten Noxen eingehen ,wie Nikotin ,Rauchen und Contergan. Das ist ja alles richtig,aber warum nehmen die Menschen gezielt und wissentlich diese Gifte ein? Als bestes Beispiel dient Contergan.
Contergan ist ein gutes Schlafmittel,aber wie verpeilt muß man sein,wenn man als Schwangere ein Schlafmittel einnimmt? Es erscheint mir als logisch,daß ich als Schwangere mich möglichst gesund ernähre und lebe und schon gar keine Schlafmittel einwerfe. Schwangerschaft bedeutet automatisch eine große Anstrengung für den mütterlichen Körper,da ist Unwohlsein und Schlaflosigkeit mit eingeschlossen,das nur so nebenbei.

Transsexuelle bestehen leidenschaftlich auf Geschlechtsspezifika im Verhalten,obwohl die Zeit eigentlich schon lange weitergegangen ist und es zu einer Verhaltensnivellierung bei den Geschlechtern gekommen ist.
Den Vortritt lassen,Türe aufhalten oder den Stuhl unterschieben sind doch Verhaltensrelikte aus dem vergangenen Jahrhundert,werden aber doch noch immer gerne angenommen.
Wenn man gleiche Rechte und Bezahlung möchte,gibt es keine geschlechtliche Bevorzugung mehr,das einzige Kriterium ist doch heute Wissen und Leistung.
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Re: Das Wesen auf der einsamen Insel

Beitragvon Lotty » 3. Aug 2015, 10:40

Hallo Spiru,

das mit den schädigenden Stoffen habe ich aber in einem anderem Zusammenhang erwähnt, obwohl du natürlich Recht hast. Ich wollte damit zum Ausdruck bringen dass äußere Einflüsse während der Schwangesrschaft sehr wohl die Entwicklung des Kindes beinflussen können. Die Entwicklung wird nicht nur durch die Gene gesteuert, weit mehr Faktoren haben hier ihren Einfluss.

Dann zu deiner Aussage des geschlechtsspezifischen Verhaltens bei Frauen mit transsexuellem Hintergrund. Ja, es gibt da dieses Bestreben der Verhaltensnivellierung aber muss das jede Frau, jeder Mann gut finden? Insbesondere bei Transvestiten und wohl auch bei Transgender findet kommt es häufig vor dass die Rolle Frau überzeichnet wird.

Letztens hatte ich zum Beipiel ein interessantes Gespräch mit einem Transvestiten. Wir haben darüber geredet ob es für sie von Vorteil wäre wenn die Geschlechter mehr ineinander übergehen würden. Mann und Frau also gleich währen. Sie sagte mir darauf dass sie gerne mit den Geschlechterrollen spiele und es ihr nichts bringen würde. Bei Frauen und Männer mit transsexuellem Hintergrund findet man diese Überzeichnung aber eher selten. Die meisten leben unauffällig und fast unscheinbar. Sie wollen ja nicht auffallen, genau wie so manche Frau eben auch, Ein Rock oder Kleid, nein das traue ich mir nicht.

Es gibt aber auch viele Frauen die zu der "klassischen" Frauenrolle stehen und ebenso gibt es Männer die zu der "klassischen" Männerrolle stehen. Ich finde es absolut dämlich Geschlechter gleich zu machen nur um eine Gleichwertigkeit zu erreichen. Es ist doch ein Unding zu glauben das Frauen dann als gleichwertig betrachtet werden, wenn sie sich nicht mehr die Tür aufhalten lassen. Nur mal so als Beispiel. Müssen wir allen Ernstes Geschlechter abschaffen um eine Gleichberechtigung zu erlangen? Das kann es doch nicht sein. Ein großer Irrtum, dem bereits eine gewisser Teil der Emanzipationsbewegung unterlag. Aus diesem Teil ist die Queer-Theorie entwachsen und die gehen dann sogar soweit zu behaupten Geschlechter seien ohnehin nur soziale Konstrukte, nur durch Wiederholung von Sprechakte entstanden.

Geschlecht ist mehr als geschlechtsspezifisches Verhalten.

Liebe Grüße
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Re: Das Wesen auf der einsamen Insel

Beitragvon spirulina » 3. Aug 2015, 13:48

Das geschlechtsspezifische verhalten macht nur Sinn in Zusammenhang mit der Reproduktion. Grundgedanke der zweigeschlechtlichkeit ist die Neukombination des haploiden Chromosomensatzes
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