Bericht zum BMFSFJ Fachaustausch "Geschlecht im Recht"

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Re: Bericht zum BMFSFJ Fachaustausch "Geschlecht im Recht"

Beitragvon Ätztussi » 19. Feb 2017, 11:09

seerose hat geschrieben:Nein, liebe Leute, diesen Wahnsinn lassen wir mit uns so nicht machen!!!
Es ist richtig und unterstützenswert, wenn Ätzi schreibt, daß wir für unser eigenes TSG kämpfen müssen, so wie wir es seinerzeit authentisch für uns gedacht, in seiner Ursprungsfassung ja auch erkämpft haben. An der Ursprungsfassung des Gesetzes müssen zweifelsohne erhebliche Neuanpassungen vorgenommen werden. Diese müssen sowohl dem heutigen Wissens- und Erkenntnis-Stand der verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen entsprechen, als auch die reflektierten Wahrnehmungsprozesse und das Erfahrungs-Wissen von Selbst-Bewußten (ehemals) transsexuellen Menschen (NGS) angemessen einbeziehen!


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Re: Bericht zum BMFSFJ Fachaustausch "Geschlecht im Recht"

Beitragvon Lotty » 19. Feb 2017, 14:54

Geschlechtsidentität ist eindeutig nicht das Geschlecht und da in den Gutachten für alle Phänomene immer von Geschlechtsidentität geschrieben wird, werden wir folglich außen vor gelassen, bzw. man verweigert uns die Anerkennung unseres Geschlechts. Sicher, es gibt Menschen, für die ist es eine Frage der Indentifikation mit dem Gegengeschlecht aber bitte doch nicht für originär transsexuelle Menschen. Spätestens nach der genitalen Angleichung an das eigene Geschlecht, handelt es sich um ganz gewöhnliche Frauen bzw Männer.

An einigen Stellen wird es zudem überdeutlich, dass tatsächlich nicht das Geschlecht gemeint ist, wenn von Geschlechtsidentität geschrieben wird. So zum Beispiel an der Stelle wo im Gutachten der Humbold-Universität der Europäischen Gerichtshof zitiert wird.
Nach der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofs ist die Geschlechtsidentität Teil des Merkmals „Geschlecht“ und daher von allen europarechtlichen Verboten der Diskriminierung wegen des Geschlechts erfasst.
Geschlechtsidentität ist also ein Teil des Merkmals Geschlecht. Genauso haben wir es auch auf unserer Grafik "Vielfalt der geschlechtlichen Merkmale" dargestellt. Geschlechtsidentität gehört neben dem Geschlechtsausdruck in den Bereich Gender und ist nicht das Geschlecht.

Auch das DIMR ist ähnlicher Meinung, dazu auch von dort einige Zitate.
Transgeschlechtliche/Transsexuelle Menschen erfasst ein vielfältiges Spektrum an Geschlechtsidentitäten und Lebensweisen und bezeichnet Menschen, die sich nicht oder nicht nur mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren.
Der Begriff Transgeschlechtlichkeit meint Menschen (Trans*, transgeschlechtliche, transgender, transsexuelle, transidente Menschen), die sich nicht (nur) mit dem ihnen bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht identifizieren. Der Begriff bezieht sich damit auf die Vielzahl der Geschlechtsidentitäten.
Das Geschlechtswissen transsexueller Menschen wird als Identitätsfrage dargestellt und ganz eindeutig zu einem "mit welchem Geschlecht identifiziere ich mich". Mit einer Anerkennung unseres Geschlechts hat das wenig zu tun.

Es gibt unterschiedliche Phänomene, dies sollte zur Kenntnis genommen werden.
Was wollen wir erwarten, wenn alles unter einem Begriff inkludiert werden soll.
Es kann nicht funktionieren.


Ein Stück weit wurde bemerkt das die Inklusion unter Transgender und Trans* gescheitert ist. Anstatt dann aber nachzufragen warum dies so war, versucht man es mit einem anderem Begriff Transgeschlechtlich. Auch dieser Versuch ist gescheitert bevor der Begriff etabliert werden konnte.

Wir fordern mit aller Entschiedenheit!
Originäre Transsexualität - Neurogenitale Syndrom (NGS) soll als eigenständiges Phänomen eine eigenständige Vertretung bekommen.


Im Gegensatz zu einer Identitätsfrage ist Transsexualität (NGS) eine Abweichung der geschlechtlichen Körpermerkmale vom Geschlecht und hat mit Gender/Trans*/Identitäts-Themen recht wenig gemeinsam.

Liebe Grüße
Lotty
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Re: Bericht zum BMFSFJ Fachaustausch "Geschlecht im Recht"

Beitragvon spirulina » 19. Feb 2017, 23:16

Im Hinblick auf die sonstigen Probleme,die es in Deutschland und der Welt zu lösen gilt,sind die Luxusprobleme einiger Transsexueller entbehrlich !
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Re: Bericht zum BMFSFJ Fachaustausch "Geschlecht im Recht"

Beitragvon tilly » 20. Feb 2017, 00:20

Tja,

an sich gesehen eine krasse Aussage die ich als kontraproduktiv löschen könnte.
Jedoch ein wenig darüber reflektieren kann nicht schaden, und soweit ich dich kenne ist das dein Anliegen.
Und ich kann nicht bestreiten, dass es national und vor allem international weit wichtigere Probleme gibt.
Da ist das TSG das nur für einen Promillebereich der Bevölkerung relevant ist eine unwesentliche Randerscheinung, aber für Betroffene trotzdem sehr wichtig, zum Teil Lebensentscheidend.

Jedoch, Gesellschaftliche Entwickelungen gehen weiter und damit auch, mit etwas Verzögerung Gesetze.
Ich sehe, obwohl ich es vom Gefühl her gerne hätte, keine Chance ein exklusives Gesetz nur für transsexuelle Menschen zu bewahren.
Ein Gesetz das alle geschlechtlichen Aspekte, auch unseres gleichwertig berücksichtigt, das ist mein Ziel.

Mit liebem Gruß Tilly
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Re: Bericht zum BMFSFJ Fachaustausch "Geschlecht im Recht"

Beitragvon Lotty » 20. Feb 2017, 08:13

Mittlerweile gibt es auf der BMFSFJ-Seite die gezeichneten Protokolle zum Fachaustausch. Erfreulich, dass wir dieses mal zur Kenntnis genommen wurden, oben links die wesentlichen Teile unserer Forderung "Geschlechtsanerkennungs und Zuordnungsgesetz (GazG)" und eben, dass die Begrifflichkeit "Geschlechtsidentität" für transsexuelle Menschen abzulehnen ist.

BMFSFJ Zeichnung.jpg
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Re: Bericht zum BMFSFJ Fachaustausch "Geschlecht im Recht"

Beitragvon Ätztussi » 20. Feb 2017, 09:14

Hi Lotty,

Lotty hat geschrieben:Mittlerweile gibt es auf der BMFSFJ-Seite die gezeichneten Protokolle zum Fachaustausch.


Vielleicht bin ich zu dumm. Kannst du den link mal reinstellen.

LG Ätzi
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Re: Bericht zum BMFSFJ Fachaustausch "Geschlecht im Recht"

Beitragvon Lotty » 20. Feb 2017, 09:50

Klick einfach mal hier drauf, "BMFSFJ-Seite", der Link ist hinter dem Text. Möglicherweise geht das aber aus irgendeinem Grund bei dir nicht, daher nochmal so.
https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/grafische-aufbereitung-der-ergebnisse-des-fachaustauschs-/114082

LG Lotty
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Re: Bericht zum BMFSFJ Fachaustausch "Geschlecht im Recht"

Beitragvon Ätztussi » 20. Feb 2017, 10:17

Danke Lotty,

ich habe das wohl falsch verstanden. Wenn die Zeichnungen, die Protokolle sind, :D ist das ein armseliges Ergebnis. :mrgreen:

LG Ätzi
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Re: Bericht zum BMFSFJ Fachaustausch "Geschlecht im Recht"

Beitragvon Lotty » 20. Feb 2017, 10:38

Nee Ätzi, da kommt noch mehr.
Zum einen eine Tonaufzeichnung die demnächst auf der Seite des BMFSFJ gestellt wird, dann aber auch noch etwas Schriftliches.

Diese Zeichnungen wurden live während der Veranstaltung am Rande erstellt.

BMFSFJ Zeichnung_3.jpg
BMFSFJ Zeichnung_3.jpg (19.14 KiB) 757-mal betrachtet
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Re: Bericht zum BMFSFJ Fachaustausch "Geschlecht im Recht"

Beitragvon spirulina » 20. Feb 2017, 18:12

Die Freiheit des einzelnen Menschen kann es nur geben,wenn der Einzelne das vorlebt und die Gesellschaft sich nicht mit Einzelheiten befasst. Was regt man sich auf,wenn sich die EU mit der Länge und Krumme einer Banane befasst und das Gleiche gilt auch bei vielen weiteren Dingen . Man muß sich einfach freimachen von der Vorstellung,daß der Staat oder die Gemeinschaft alles für einen regelt . Das Wichtigste für uns ist halt,daß wir so aussehen und auftreten ,wie das Gesellschaftsbild es für die Geschlechter vorgibt und dabei ist es letztlich gleichgültig,wie es im Schritt aussieht.
Daß Transsexuelle durch andere Gruppen gekapert werden ist nicht schön,aber funzt ja nur so lange,bis der Betroffene seine Transition geschafft hat ,dann verschwindet er völlig unauffällig in der Masse .
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