Falsche Infos über Menschen mit transsexuellem Hintergrund

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Re: Falsche Infos über Menschen mit transsexuellem Hintergru

Beitragvon Manuela » 14. Dez 2015, 21:21

Hera hat geschrieben:Wenn man sich aber für die Menschen genug Zeit nimmt, kann man ihre Motivationen erfragen, also quasi Hilfe zur Selbstreflexion leisten - ohne diese irgendwie zu beeinflussen. Dabei sollte man natürlich davon ausgehen, dass wenn jemand sagt, er wäre eine Frau, dass man dann genau davon ausgeht und nicht in etwa in die andere Richtung (ist doch nur ein durchgeknallter Typ oder so) beeinflusst.
Genau das sollte eigentlich der begleitende Therapeut leisten. Vielleicht hatte ich selbst einfach nur Glück, dass mich meiner genau so 'behandelte' und mir dadurch enorm weiter half.

tilly hat geschrieben:ich finde du hast Recht, auch wir hier sollten sehr vorsichtig sein Menschen zu pauschalisieren und in Schubladen zu stecken!

Ja, und dabei ist das doch soo einfach.
Ich kann meinetwegen mich selbst als 'transsexuell' bezeichnen, mir eine nur für mich persönlich geltende und nur durch mich definierte 'Schublade' aussuchen, in die nur ich selbst mich einordnen kann. Spreche ich dann von 'uns' als Gruppe, so meine ich damit nie Menschen die in der selben Schublade stecken (denn in meine Schublade passe nur ich alleine rein.. für mehr Leute ist kein Platz) , sondern ich rede da einfach nur von Menschen, die ähnlich denken und fühlen wie ich. So ist alles freilassend und niemand wird durch mich ein irgendwie gearteter Stempel aufgedrückt.
Es kann sich auch niemand freiwillig in meine 'Schublade einordnen', da er niemals exakt so denkt und fühlt wie ich und er sich dadurch selbst einschränken oder wiederum mir 'seinen' Stempel aufdrücken würde. ;)

Alles scheinbar so kompliziert... und im Grunde doch sooo einfach... solange man das Zauberwort 'freilassend' nicht vergisst.

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Re: Falsche Infos über Menschen mit transsexuellem Hintergru

Beitragvon Hera » 15. Dez 2015, 17:04

Ich hatte Aurora gefragt, ob ich diesen Text von ihr hier posten darf und bekam die Erlaubnis dazu:

Aurora:
Ich kenne ja genug "Regretter" - die sich aber nie so nennen würden, weil sie es ja gar nicht bereuen sondern als wertvolle Lebenserfahrung ansehen, eine Weile "als Frau gelebt" zu haben - auch weil ihnen das über ihre Genderdysphorie hinweg geholfen hat, also über ihre Unsicherheit bezüglich des eigenen Geschlechts (sie erkannten durch den "Selbsttest", dass sie eben keine Frauen sind).



Ich denke, von diesen Menschen gibt es auch gar nicht so wenige.

Übel wird es nur, wenn sie es zu spät merken, das ganze soziale Umfeld vielleicht schon mehr oder weniger zusammen gebrochen ist, körperliche Veränderungen passiert sind... - ich glaube, dann gibt es auch mehr, die es bereuen.

Merkt man es rechtzeitig, dann ist ggf. noch nicht so viel Schaden angerichtet.

Aber auch da braucht es ggf. den Mut, dem sozialen Umfeld dann einzugestehen, dass man sich verrannt hat - nachdem man es sich selbst eingestanden hat - auch, wenn Mann nicht bedauert mal eine Weile als Frau gelebt zu haben.

Davon abgesehen kann man dann vielleicht sowieso auf die "Freunde" verzichten, die sich deshalb von einem abgewendet haben.
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Re: Falsche Infos über Menschen mit transsexuellem Hintergru

Beitragvon seerose » 28. Feb 2016, 19:50

Severus hat geschrieben:in gewissen Kreisen ist dieses notorische "Unsichtbar machen" von Minderheiten einfach Standard. Ich glaub, das ist ein ganz normaler politischer Vorgang und die gendersensiblen Trans*queer-ist_innen wollen das einfach so verpacken, dass es danach klingt, als ob sie viele verschiedene "Identitäten" im Drang nach Befreiung vereinen würden. ;-) ... das ist halt queere Romantik.

Es muss über kurz, mittel oder lang einfach mehr eigene Horte und Aktivitäten für transsexuelle und ehemals transsexuelle Menschen geben. Ich denke, viele freunden sich mit dieser trans* Sache an, weil es nix anderes gibt. Und die Ansätze, die es gibt, lassen sich noch immer viel zu schnell in Sippenhaft nehmen.

Zu Hirngeschlecht: Die Aktivisten, die mir so begegnet, bestreiten ziemlich aggressiv, dass es so etwas wie ein Hirngeschlecht gäbe (interessanterweise alles Leute mit rein sozialwissenschaftlichem Hintergrund).



Die Theorie der sozialen Identität (Tajfel) beinhaltet die Akzentuierung als einen unverzichtbaren Wesenskern. Das bedeutet, daß wir (TS bzw. ehemalige TS allgemein) uns viel stärker abgrenzen müssen von Trans* und gender-Identen, um als eigenständige soziale "Gruppe" in der Öffentlichkeit irgend wann einmal wahrgenommen werden zu können.
Im übrigen mag es sicher zutreffen, daß ein Großteil von Leuten mit rein sozialwisenschaftlichem Hintergrund so etwas wie Hirngeschlecht bestreiten, aber nicht alle Menschen mit sozialwissenschaftlichem Hintergrund sind deshalb auch ideologisch so weit verblendet, daß sie den Menschen als beliebig sozialisierbar/manipulierbar ansehen, und Schlimmeres. Gute Beispiele für diese "Ausnahmen" sind z.B. Trischa Dorner, und auch ich kann dazu nur sagen: "Gott bewahre...!"
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