Für die Grünen sind wir Transen?

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Re: Für die Grünen sind wir Transen?

Beitragvon Anette » 4. Aug 2015, 22:08

Lotty hat geschrieben:Sicher habt ihr damit Recht Spiru und Anette, an dem Satz ist eine Menge dran und man lebt wesentlich entspannter wenn man dieses dicke Fell und das Selbstvertrauen hat.

Nur was ist wenn nicht?

Ich kenne wirklich viele die damit nicht beglückt sind, die immer wieder verzweifeln. Die genau wissen dass sie Frau oder Mann sind aber die Anerkennung wird ihnen versagt. Dürfen wir uns da hin stellen und sagen "ist doch euer Problem, schafft euch ein dickes Fell an"? Nein, den Standpunkt dürfen wir nicht vertreten, denn damit machen wir uns in gewisser Weise schuldig an den vielen Suiziden der Menschen mit transsexuellem Hintergrund.


Liebe Lotty,
da sehe ich das Manko der "begleitenden Therapeuten"............ denn genau diese wären die richtigen, den unsicheren und verletzten Menschen das Selbstvertrauen zu geben, was sie brauchen, um auch mal über den Begriff "Transen" schlicht lächeln zu können!
Es wäre deren Aufgabe ............ der tiefere Sinn einer "Begleitung", da mal Selbstvertrauen und Selbstsicherheit zu stärken!

Ein zweites Problem:
Du weisst, dass ich in einem Transpartner-Forum aktiv bin.
Jaaa, so nennen sich die begleitenden Partner dort selbst.
So, und nun unterhalten wir uns da und gucken uns auch mal Bilder an.
Kommt halt ab und an mal bei Erzählungen oder bei Bildern die Frage auf: Wer von euch beiden Partnern ist denn jetzt "trans"?"

Und keiner quieckt rum, weil man anerkennt, dass die Frage berechtigt ist.
Wir waren vor zwei Wochen zu einer Silberhochzeit eines Paares. Da war auch eine der Partnerinnen "trans". Und wir alle wurden in sehr lieben Kontext im Laufe des Abends mal drauf angesprochen, von wegen "trans".
Sollten wir den freundlichen Leuten dort über den Mund fahren?
Ganz bestimmt nicht!
Da hiess es mal : dem Volk auf´s Maul schauen ( Martin Luther) und nicht predigen!

"Trans" ist okay für uns, denn eine körperliche Transition hat die Meine ja durchaus durchgemacht!
Ich und einige wenige sehr gute Freunde dürfen Gesine auch mal "Transinchen" nennen!

"Transe" ..............o nein. Es kommt aber auch niemand von den Menschen, mit denen wir reden, auf die Idee, von "Transfrau" oder "Transinchen" auf "Transe" zu schliessen .............. Transen sind doch was ganz anderes!
Das sind doch die buntschillernden Vögel!

Liebe Grüsse
Anette
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Re: Für die Grünen sind wir Transen?

Beitragvon spirulina » 5. Aug 2015, 12:47

Den ganzen Transsexuellen eine Sonderstellung einzuräumen wegen ihrer angeblich so goßen Zerbrechlichkeit und Suicidalität ist für mich schlicht nicht einzusehen ! Wer schützt die ganzen jungen Frauen,die Kraft falscher Erziehung nicht aus sich rausgehen können und sehr introvertiert leben?
Gibt es denn einen fundierten nachweis der großen Suizidalität bei Transsexuellen?
Das ganze Leben ist doch beileibe kein Streichelzoo ,da muß jeder sich durchkämpfen,das ist einfach Teil des Lebens,und Kolateralschäden gibt es überall- auch unter den Menschen.
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Re: Für die Grünen sind wir Transen?

Beitragvon Rosi » 6. Aug 2015, 02:35

Freunde, Freunde, das ist echt schlimm was ich hier lesen muss.

Da frage ich mich schon, was da einige für transsexuelle Menschen "reißen" möchten.

Das klingt stark nach "ist doch prima wie es ist" und "vor 10.000 Jahren sind die Schwachen ja
auch von wilden Tieren gerissen worden".

... vielleicht sollte sich der ein oder andere wieder einmal auf Menschlichkeit besinnen.

:shock:
Ich bin zwar "weich", aber darin bin ich "knallhart"
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Re: Für die Grünen sind wir Transen?

Beitragvon Frank » 7. Aug 2015, 19:05

Hallo Zusammen,

ich bin etwas erstaunt wohin diese Diskussion gelaufen ist.

Liebe Anette, du schriebst:
da sehe ich das Manko der "begleitenden Therapeuten"............ denn genau diese wären die richtigen, den unsicheren und verletzten Menschen das Selbstvertrauen zu geben, was sie brauchen, um auch mal über den Begriff "Transen" schlicht lächeln zu können!
Es wäre deren Aufgabe ............ der tiefere Sinn einer "Begleitung", da mal Selbstvertrauen und Selbstsicherheit zu stärken!

Tja, ich glaube da bist du dem durchaus üblichem "Sinnzuordnen" bei "Therapie" (konkret Psychotherapie) aufgesessen.
Zum einen ist Selbstvertrauen und auch Selbstsicherheit nicht in therapeutischem Setting zu vermitteln und selbst der Bereich - das einüben von "selbstsicherem Auftreten" - der dort umsetzbar ist, erfordert viel mehr Zeit als im Rahmen einer normalen "Psychotherapie" noch weniger in einer "Begleittherapie" zu leisten ist.
Selbst bei "Trauma-Therapie" ist kaum genug Zeit (und die geht meist über mehrere Intervalle also 2 Jahre Therapie - 2 Jahre Pause - erneute 2 Jahre Therapie) um sich damit wirklich gut auseinandersetzen zu können.

Insgesamt ist unsere Welt, trotz oder vielleicht gerade wegen dieser "vorgeblichen Unterstützungen" (Therapie, Betreuung, usw.) sehr viel kälter, egoistischer und gleichgültiger gegenüber menschlichem Leid geworden.

Davon ab gibt es einen gravierenden Unterschied zwischen "im privaten Bekannten-/Freundes- Kreis" und (politischer) "Öffentlichkeit".
Wo man in privatem Rahmen sehr viel lockerer und offener miteinander umgeht, ist das gleiche "Verhalten" von Wildfremden oder schlimmer von Menschen denen gegenüber man in einem "Abhängigkeitsverhältnis steht" etwas gänzlich Anderes.

@Spirulina: Ja in NRW gibt es eine aktuelle ausgewertete Studie die besagt das "Transmänner mit 70%" und "Transfrauen mit 35%" schon Suiziderfahrungen hatten......vermutlich steht das auch in Zusammenhang mit der Frage die du davor gestellt hast ;)

@Rosi: Danke für deine Zeilen, ganz besonders den letzten Satz :)

Liebe Grüße,
Frank
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Re: Für die Grünen sind wir Transen?

Beitragvon Lotty » 13. Jun 2016, 08:12

Auch auf dem diesjährigem CSD in Bielfeld das Gleiche wie die letzten zwei Jahre. Bereits zu beginn habe ich die Herrschaften am Stand darauf aufmerksam gemacht das es sich bei dem Begriff Transen um, eine Beleidigung handelt. Man tat zwar verständnisvoll aber was nützt es wenn sie diesen Fächer weiter verteilen und damit allen klarmachen 'man hat uns als Transen zu sehen".

Bild

Wenn wir man noch betrachten das auf dem 39tem Bundesdelegierten-Kongress oder was das auch immer war gefordert haben "man solle doch den Gender-Gap einführen, da sich Transsexuelle sonst nicht angesprochen fühlen", dann muss ich mich doch wundern. Welche Botschaft senden die Grünen an die Menschen? Einerseits bezeichnen sie uns alle als Transen, denn einen anderen Begriff für uns finde ich auf ihren Fächer nicht, andererseits sprechen sie transsexuellen Menschen ihr Geschlecht Mann bzw Frau ab.

Was will uns diese Partei damit sagen?

Liebe Grüße
Lotty
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Re: Für die Grünen sind wir Transen?

Beitragvon Gast » 13. Jun 2016, 10:33

Keine Ahnung was die Partei damit sagen will.

Wer aber hartnäckig solche beleidigenden Titulierungen verwendet, kann nicht wirklich verstanden haben, was Transsexualität bedeutet. Vielleicht gerade deswegen, weil Transsexuelle Menschen Frauen und Männer sind, wenn auch mit körperlichen Abweichungen, und deshalb nicht so wirklich in ein queerens Lebensmodell passen.

Ich fühle mich jedenfalls durch solch plakative und unpassende Symbolik nicht vertreten.
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Re: Für die Grünen sind wir Transen?

Beitragvon spirulina » 13. Jun 2016, 11:13

Hallo Lotty,
ich kann da nur empfehlen,das Ganze nicht zu ernst zu nehmen ! Gelassenheit ist letztlich das Zauberwort ! In der Öffentlichkeit kommen halt nur so schrille Vögel rum wie "Fäulein Wurscht " und daran geilt sich halt das Publikum auf - und dann sind halt alle Transen !
Der persönliche Wendepunkt bei der Transition kommt -allerdings erst nach vielen Jahren ! Ich habe auch keine Traummaße,an mir ist eigentlich alles männlich,aber kein Mensch kommt heute auf die Idee mich mit männlicher Vergangenheit zu assoziieren. Aber das hat wirklich Jahre gedauert !
GaOP und Aussehen ist wirklich nur ein Teil der neuen Rolle,das wesentlich Wichtigere ist das Verhalten und das braucht Zeit,sehr viel Zeit,da muß man langsam reinwachsen!
Erzwingen kann man nix,schon gar nicht mit Suizidversuchen ! Vor der Transition ist es wichtig,daß der begleitende Therapeut einen auf das neue Leben vorbereitet ,vor allem auf die negativen Erlebnisse,die jeder erlebt !
Ich vermute mal,daß da das größte Manko liegt,daß darüber eben viel zu wenig mit dem Therapeuten gesprochen wird.
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Re: Für die Grünen sind wir Transen?

Beitragvon Lotty » 13. Jun 2016, 11:54

Liebe Spiru,

um mich brauchst du dir wirklich keine Sorgen machen. Persönlich lässt mich sowas absolut kalt.

Nur bin ich auch im Vorstand des VTSM und der ist eben auch politisch tätig. In dieser Funktion lässt mich das dann aber gar nicht kalt.
Da stecke ich den Finger rein und bohre, indem ich darauf aufmerksam mache. Wenn diese Partei es nicht begreift was sie da für einen Müll verzapft, dann soll es wenigstens publiziert werden.

Mit gutem Beispiel gehen da die Linken voran. Auch sie verteilten einen Fächer auf dem CSD, auf dem neben vielem anderem zu lesen war:
Schaffung gleicher Rechte für Transgender, Transsexuelle und Intersexuelle z.B. im Personenstandsrecht

Zumindest dort werden wir nicht durch irgendeinen Oberbegriff unsichtbar gemacht. Bleibt zu hoffen das es so erhalten wird.

Für mich ist somit klar wen ich wähle.

Liebe Grüße
Lotty
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Re: Für die Grünen sind wir Transen?

Beitragvon tilly » 13. Jun 2016, 12:07

So gesehen...

Könnten wir auch entspannt bleiben, die sind ja auch für Frauen und etwas versteckt sogar für Männer!
Also liegt es daran welchen Schuh man sich selbst anzieht.
Vermutlich wird auch einigen klar sein dass das Werbe-Utensil nicht ganz optimal ist, aber wenn es schon mal produziert ist....

Aufklärung tut sicher Not, und nur mit contra kommt man auch nicht weiter!

Mit liebem Gruß Tilly
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Re: Für die Grünen sind wir Transen?

Beitragvon seerose » 13. Jun 2016, 13:27

tilly hat geschrieben:So gesehen...
Könnten wir auch entspannt bleiben, die sind ja auch für Frauen und etwas versteckt sogar für Männer!
Also liegt es daran welchen Schuh man sich selbst anzieht.
Vermutlich wird auch einigen klar sein dass das Werbe-Utensil nicht ganz optimal ist, aber wenn es schon mal produziert ist....
Aufklärung tut sicher Not, und nur mit contra kommt man auch nicht weiter!
Mit liebem Gruß Tilly

Da steckt aber nun sehr viel Gelassenheit in der lieben Tilly - woher die nur kommt?!
Hoffe nur, daß diese Gelassenheit und Toleranz nicht nur selektiv ausfällt!!!
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