Gendermainstreamprogramm - politik

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Gendermainstreamprogramm - politik

Beitragvon Frank » 25. Apr 2018, 07:29

Hallo Zusammen,
da ich gerade vor kurzem erst wieder damit Konfrontriert wurde, dass neuerdings dieser Begriff als "rechtsradikal" bzw. "AFD-Begriff" mit massivster Ablehnung belegt wurde, möchte ich hier einmal kurz auf die Grundlage dieses Begriffes hinweisen und darauf worin sich "ursprünglich" der Sinn des Begriffes auf "politisch-wissenschaftlicher Ebene" bezogen hatte.

Gendermainstream -> diese politische Richtung hatte "Ursprünglich!" den inhaltlichen Sinn für eine Gleichberechtigung von Frauen und Männern sorgen zu wollen, es wurde daraus ein "Programm" das "Gendermainstreamprogramm" entwickelt, welches auf politischer Ebene (die Regierung unter Gerhard Schröder hat sich noch ganz offen dazu bekannt!) dieses Ursprüngliche Ziel damit erreichen oder ihm zumindest deutlich näher kommen wollte.
Auch die sogenannten "Genderstudies" wurden Ursprünglich genau aus diesem Ziel --Gleichstellung & Gleichberechtigung von Frauen und Männern - ins Leben gerufen.

Dies kann man Nachlesen, wenn man sich mit dem Thema mittels Internetrecherche befasst. Es erfordert nur einer sehr Umfassenden Recherche, da nach diesen Ursprünglichen Zielen auch vieles Andere zu dem Thema/Begriffen geschrieben wurde.
Und ja rechtsorientierte Kreise greifen vor allem das was mittlerweile aus diesem Programm geworden ist massivst an, es gibt neben sachlich argumentativer Kritik auch dogmatische Ablehnung ebenso wie es neben sachlich argumentativen Befürwortungen dogmatische Thesen gibt die dem ursprünglichen Sinn auflösend gegenüberstehen.

Aber das ist nur die "politische Ebene", auch wenn die "wissenschaftliche Ebene" ähnlich aber nicht so medienwirksam interagiert, wäre es wichtig einen Blick auf "das Volk" oder "die Gesellschaft" zu werfen, also auf die wirklich große Gruppe von Menschen die zusammengenommen genau dies Darstellt (egal wie man es benennt) und die letztendlich die Gruppe darstellt, in der wir Alle als Einzelne leben.

Aktuell ist diese enorm große Gruppe der Menschen die rechtlich als "deutsche Bürger" (Volksbestandteil/Gesellschaftsmitglied mit rechtlicher Anerkennung selbiger) ist eine große Mischung mit zum Teil völlig Gegensätzlichen Sicht und Erlebensweisen.
Nachdem ja auch "der Islam" als "zu Deutschland gehörig" bezeichnet wurde, geht dies von extremer Differenzierung der Rechte, Rollenzuweisungen und Möglichkeiten in den Bereichen "Bildungszugang, Gesundheitszugang, persönliche Freiheit" (in großem Stile und nicht wie davor in Kleingruppen) bis hin zu fast auflösender Gleichgültigkeit demgegenüber.
Beide "Extreme" sind je nach Gruppenzugehörigkeit politisch "Korrekt", nur und da ist der gravierende Punkt:
Das "dazwischensein" ist politisch absolut inakzeptabel!

Die Kritiker, also Menschen die an Bestandteilen dieser Gegensätzlichkeiten oder Vorgehensweisen auf Widersprüche hinweisen, einzelne Aspekte hinterfragen oder gar angemessene Lösungen für ein akzeptables "Miteinander im Gesamtkontext der Gesellschaft" suchen, die werden sofort verbal Angegriffen.
Teilweise auch nicht mehr nur "verbal" wie sich in den letzten Monaten gezeigt hat.

Doch die Fragen die sich nun stellen müssten, werden nicht gestellt:
Was passiert eigentlich mit der Gleichstellung/Gleichberechtigung von Frau & Mann, wenn wie gefordert die binären Geschlechter abgeschafft werden?
Welche Kategorien werden diese gesellschaftliche Ungleichstellung ersetzen?
Warum wird nicht wie ursprünglich Geplant die Ungleichstellung bearbeitet sondern eine "Verschiebung" der Bezugsebenen gewünscht?
Wieso wird Kritik dermaßen Ignoriert, bzw. Abgewertet?
und nicht zuletzt aber aus unserer Sicht gravierend:
Ist "Gender = Geschlecht" überhaupt richtig?

Nachdenkliche Grüße,
Frank
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Re: Gendermainstreamprogramm - politik

Beitragvon Selfmademan » 25. Apr 2018, 10:18

Lange Rede, kurzer Sinn, plakatives Beispiel - gleicher Lohn für gleiche Arbeit und nicht 30 % weniger Lohn nur weil es eine Frau ist... Oder gleiche Ausgangsfrisur, gleicher Haarschnittaufwand (ohne waschen und Co.), gleiche neue Frisur demnach gleiche Kosten für Männlein und Weiblein. Etc... Bin ich sofort dafür. Aber Geschlechterauflösung, no way! Und "gender" ist nur ein Teilaspekt von Geschlecht und auch nur von sekundärer Bedeutung.
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Re: Gendermainstreamprogramm - politik

Beitragvon Hauptmann Toxic » 25. Apr 2018, 22:01

Gleichstellung find ich gut. Nur bitte ohne Quoten! Das bringt nur schwachsinnige Frauen an die Macht, denn die Powerfrau geht zur Firma ohne Quote, weil sie weiß, dass sie ihre Konkurrenz mit Talent aussticht und das jeder andere auch wissen soll.

Übrigens ist die Gender Wage Gap sehr gering. Das hauptsächliche kommt dadurch, dass Frauen sich öfter selbst verwirklichen wollen und da eben Jobs rauskommen wie Lehrerin, Sozialpädagogin, Lektorin...in denen man eben nicht gut verdient. Gefühlt die Hälfte der Frauen in BWL sind nur da, weil sie einen reichen Justus abschleppen wollen. Und die andere Hälfte besteht aus hungrigen Löwinnen, die die obige Quote nicht brauchen. Unter den Juristinnen ähnliches: Da sind einfach mehr Frauen, die für Gerechtigkeit kämpfen wollen, anstatt groß zu verdienen. In Maschinenbau und Informatik sieht man die meisten weiblichen Wesen nackt auf den Bildschirmen von gelangweilten Single-Studenten.

Teil der Freiheit ist aber auch die Freiheit der Frau, sich ihren Job selbst auszusuchen oder sich einen Justus zu angeln und Haus & Kinder zu hüten. Wo bitte ist denn der Unterschied zwischen:
„Du musst an den Herd und viele Kinder machen!!“
und:
„Du musst zu McKinsey und viele Verträge abschließen!!“

Das konnte mir noch keiner erklären...
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Re: Gendermainstreamprogramm - politik

Beitragvon Selfmademan » 26. Apr 2018, 03:38

Hauptmann Toxic hat geschrieben:Teil der Freiheit ist aber auch die Freiheit der Frau, sich ihren Job selbst auszusuchen oder sich einen Justus zu angeln und Haus & Kinder zu hüten. Wo bitte ist denn der Unterschied zwischen:
„Du musst an den Herd und viele Kinder machen!!“
und:
„Du musst zu McKinsey und viele Verträge abschließen!!“

Das konnte mir noch keiner erklären...


Mein spontaner Gedanke als Antwort: Beides ist durch das Wort "muß" ein Zwang und damit auf diese Art nicht zu befürworten. Dadurch wird die Entscheidungsfreiheit der Frau beschnitten. *philosophier* Wenn sich die Frau aus freien Stücken für Herd und Kind entscheidet, manche blühen in dieser Rolle ja regelrecht auf, so daß es für alle zum Vorteil ist, win-win-Situation, dann ist das in Ordnung. Sollte sie mich aber mit ihrer Wahl (wenn ich reich wäre) auszunutzen versuchen und mir nur noch auf der Tasche liegen ohne selbst in ihrer Rolle für das gemeinsame Weiterkommen zu sorgen, dann wird sie von mir gnadenlos vor die Tür gesetzt, denn ich lasse mich nicht ausnutzen und nicht verhohnepiepeln, ich bin doch nicht deren Sozialamt. [-X Hart aber gerecht!
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Re: Gendermainstreamprogramm - politik

Beitragvon Frank » 26. Apr 2018, 07:23

Der Gender-Pay-Gap - Prekarisierung - Entscheidungsfreiheit bei der Berufswahl - sind drei Aspekte die zur Grundlage des Gendermainstreamprogrammes gehörten.

Bei dem ersten Aspekt hat sich in Deutschland in den letzten 30 Jahren definitiv einiges getan, allerdings sind dabei neue "Pay-Gap" Differenzen zutage getreten.
"Gleicher Lohn für Gleiche Arbeit" ist eben nicht nur vom Geschlecht abhängig......

Prekarisierung -> hier ist besonders die HATZIV Thematik zu betrachten, welche letztlich auch auf den dritten Aspekt starken Einfluss nimmt.
HartzIV, Minirenten/Erwerbsunfähigkeitsrenten und das mit den letztgenannten zusammenhängende Thema der "Grundsicherung" zeigen eine deutliche Verschiebung.
Neben dem großen Anteil Alleinerziehender (überwiegend Frauen, aber nicht nur) landen auch immer mehr Familien mit 2 oder mehr KIndern in der Ergänzung durch HARTZIV.
Auch die Einflußnahme auf die Berufstätigkeit, immer weiter abbröckelnde Unterstützung von Bildung/Fortbildung gerade in Qualität und Inhaltlichkeit von Menschen die in diesem System gelandet sind ist Katastrophal.Dies ist aber genau so gewollt, da eine Arbeitslosen Quote für die Strukturen der "Wirtschaftspolitik" nützlich ist.

Freie Berufswahl ist dann der nächste Punkt, an dem eine Beeinträchtigung durch Herkunft, gerade sozialer Herkunft , erfolgt.
Hier wirkt sich die Politik des "sparens" gerade auf diejenigen aus, welche Unterstützungen vorübergehender Art benötigen würden - diese aber aus "rechtsorganisatorischen Gründen" (Ausbildung darf nur über 2 spezielle Fördervarianten mit sehr engen und heute unpassenden Regelwerken gefördert/unterstützt werden) nicht bekommen.
Die Art von "Weiterbildung" bzw. die Entscheidung für die finanzielle Förderung von Weiterbildungen ist von Mitarbeitern abhängig die zwar die Regelwerke kennen, aber keinen Einblick in die Möglichkeiten haben -> Dadurch kommt es zu massenhaften Fehlentscheidungen gegen diesen Punkt.

Nur mal so als kleiner Exkurs zu diesem Themenbereich.
Wichtiger war mir erstmal klar zu stellen, das dieser "Begriff : Gendermainstreamprogramm" eben gar keine "neuer AFD-Begriff ist" sondern das die AFD hier nur einen schon lange vorhandenen Begriff aufgegriffen hat.
Da liegt ein Problem mit der aktuellen Informationsgeschwindigkeit und der Art wie damit umgegangen wird zugrunde, so dass Heute das nutzen dieses "Begriffes" gar nicht mehr mit seinem Ursprung zusammen verstanden wird.

Liebe Grüße,
Frank
PS: dieses Dilemma haben wir ja auch mit dem für uns so relevanten Begriff "Transsexualität", weil er seit einigen Jahren von Transgendern/Trans*Menschen in verfälschter Form genutzt wird, wird ja die Ursprüngliche Begriffsbedeutung gar nicht mehr gesehen.
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