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Kurz vorm Durchdrehen
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Seite 2 von 2

Autor:  spirulina [ 8. Mär 2017, 22:47 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kurz vorm Durchdrehen

Da sagst du was sehr Richtiges,Tilliy ! Wenn man als Frau leben will,dann los ! Dazu braucht es doch keine Psychos ! Für mich waren damals die Gutachten letztlich nur lästiges Beiwerk ,denn alles Andere ,d.h. das wahre ,tägliche Leben geht auch ohne den jurist. Klimbim . Ich bin zu meiner Anfangszeit einige Male nach Jugoslawien gefahren. Die mich kontrollierenden Zöllner waren ob meines Aussehens
und dem männlichen Pass immer sehr verwirrt und haben mich immer schnell und freundlich durchgewunken . Ich hatte in dieser Zeit nie Probleme mit der Polizei oder sonstigen Behörden,auch wenn ich nachts in eine Polizeikontrolle gekommen bin. Alle waren verduzt,aber sehr freundlich und korrekt .

Autor:  Hera [ 9. Mär 2017, 11:25 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kurz vorm Durchdrehen

Man kann die Zeit nutzen sich weiter selbst zu reflektieren.

Das kann niemals schaden.

Autor:  AlexG [ 11. Mär 2017, 13:53 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Kurz vorm Durchdrehen

Liebe Emma,

das, was Du jetzt durchmachst, kenne ich nur allzu gut, wenn auch bei mir bedingt und mit Rissen und verzögerungen. Bei mir war des damals, ab 1982, in Holland eher problemlos. Auch durch die damalige „Seekasse“ (Gott hat sie sicherlich selig gesprochen) ohne rumzuzicken finanziert. Auch gab es in Holland (Rotterdam) nicht im entferntesten die sogenannten „Bremser“. Im Gegenteil, die haben über die deutschen eher verständnislos den Kopf geschüttelt.

Als ich dann ab 1996 in Deutschland (ich bin ja Deutsche) meine Namens- und Personenstandsänderung haben wollte, fingen die Arschlöcher an Ärger zu machen. Die Abläufe waren derart rigoros, dass ich tatsächlich Suizid gefährdet war – und es ist genauso „bürokratisiert“ geblieben (wenn nicht noch schlimmer). Ich kenne also das Gefühl der scheinbar unüberwindlichen Hürden, und die tödlich-lähmenden und zutiefst krank machenden Gedanken und Gefühle.

Ich habe mich 1996 an eine Uniklinik-Endokrinologie gewandt und habe leidvoll feststellen müssen, dass ich bei einem jungen „frisch“ denkenden Endokrinologen „aufgehoben“ bin. Ich habe die derzeit regelrecht ausgelacht... ihnen meine medizinischen Unterlagen aus Rotterdam und Amsterdam vor die Nase gehalten... Aber sie gaben vor; „ja ihren Standarts“ zu unterliegen... Ich habe mich dann aus Thailand Bedient (zum nicht einmal halben Preis in Deutschl.).

Dann diese „Gutachten“ und „begleitenden“ Psychos... die waren die Krönung!
Ich hatte sehr viele Bewährungsproben zu bestehen, bis die „TherapeutInnen“ sich herabließen mir mitzuteilen, dass ich „soweit war“, oder sie gnädigst „die Personstandsänderung befürworten könnten“. Es gingen mehr als zwei Jahre ins Land, bis die „(S)ExpertInnen“ sicher waren, dass sie es, bei mir, nicht mit einer/einem „Schizophrenen“ oder einem/einer „verkappten Tunte/Butch“ zu tun hatten.

– Ein „Prädikat“ musste man sich, halt, erst erarbeiten. – Dabei war der Blick der selbst­ernannten(!) „Fachleute ohne(?) Scheuklappen“, gnadenlos(!) objektiv(?).
– Die sogenannten (S)Ex­pertInnen kamen dabei natürlich, toootal nett und gaaanz verständnisvoll daher.
- Über die Irritation und Phobien die Menschen beim Kontakt mit intersexuellen Menschen überkommt wird, ähnlich wie über Antisemitismus, nicht gerne gesprochen. Das ist Tabu. Wird verleugnet. Ihre Existenz bestritten. Auch TherapeutInnen mach(t)en ihre Phobie während den „Therapie“- Sitzungen nicht zum Thema, obwohl sie durch allen Fugen und Ritzen des therapeutischen Prozesses drang. – Denn, die Phobie ist erst....
.... die Geschäftsgrundlage des therapeutischen Prozesses.
.... Phobien ermöglichen „Therapien“ im Abonnement.

So kam es, dass ich mich, im eugenisch, postfaschistoiden „System“ gezwungen sah mitzusch­wimmen. Tatsächlich lies ich mich von weltanschaulich geprägten Gesellschaftsgruppen, psycho­medizinischen Seilschaften, die mich Pathologisieren und Instrumentalisieren, Entmündigen.
- Unter dieser Prostitution entstand ein großer Leidensdruck bis hin zu Depressivität, was letztlich in Suizidversuchen gipfelte. – Ich wurde zwei (oder war es drei) mal „zurückgeholt“.

Insofern weiß ich, wie zerstörerisch Warten sein kann, wobei sich dieses "Theater" von Tag zu Tag wiederholte, allerdings mit zunehmend zermürbender Wirkung... Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass ich selbst, und ganz allein meinen Weg finden muss!! Ich kann Dir nun nur „alles erdenklich Gute“ und vor allem, gegen alle Hemmschuhwerfer und allen „steilen Bergstrecken“ zum Trotz, viel Kraft wünschen!

Für mich hat sich das „Durchhalten“ und „Durchbeißen“ (auch Verbal) eines erstrebenswert-lebenswerten Lebens - aus meiner Sicht - mehr als „gelohnt“!

Liebe Grüße

Alex..

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