Selbsthilfe Forum - Frau! Mann! - oder was bin ich sonst?

- Für Menschen deren Geschlecht nicht den Körpermerkmalen entspricht -
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BeitragVerfasst: 1. Sep 2017, 13:46 
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Ich möchte dieses Thema im Vorfeld unserer Online-Befragung, die voraussichtlich im November anläuft, ein wenig vorklären, um zu sehen, ob auch dieses Thema eine gewisse Relevanz für (ehemalig) transsexuelle Menschen (NGS) hat.
Mit ist nämlich aufgefallen, daß viele unserer aktiven Forenmitglieder diesbezüglich anscheinend mehr oder weniger ausgeprägt betroffen sind. Es wäre schön, wenn Ihr hierzu schon mal ein wenig schreiben könntet.
  • Insbesondere fände ich es interessant zu erfahren, in welchem Zusammenhang die Gebrechlichkeit steht mit der HET und/oder der GaOP und/oder anderen erforderlich gewordenen einschlägigen OPs.
  • Seht Ihr hierbei darüber hinaus auch psychosomatische Einflüsse, wenn ja welche und in welchem Ausmaß, oder hat das Eurer Meinung nach je in Eurem Fall nichts miteinander zu tun?


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BeitragVerfasst: 1. Sep 2017, 18:31 
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Beiträge: 431
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Geschlecht: Frau
Hi,

ich selbst bin seit 2013 von einer schweren unheilbaren neurologischen Krankheit betroffen und bin zum Teil in meiner Mobilität eingeschränkt mit einer Tendenz zur schleichenden Verschlechterung meiner Gesundheit durch diese Krankheit.


Als ich im Juli 2013 meine Diagnose bekam war ich froh, dass ich meine GaOp 28 Jahre vorher organisiert hatte. Aufgrund meiner Krankheit würde ich eine GaOp nicht mehr packen. Ich hatte also alles richtig gemacht, dass ich die Transiton zügig und rechtzeitig angegangen hatte und nichts verschoben hatte und relativ frühzeitig im Alter von 27 bis 30 in den achtziger Jahren meine Transition hatte. In soweit war ich trotzdem relativ zufrieden mit meiner Situation weil ich alles Wichtige vorher erledigt hatte.

Die Hormontherapie wird durch meine Krankheit nicht gefährdet. Ich bekomme weiter Hormone über die Endos, aber ich habe gleichzeitig auf eigene Kosten mir ein Depot an Hormonen zugelegt. Also bin ich in der Not autark wenn es um meine Hormontherapie geht.

Ich habe mitbekommen, dass manchmal Frauen mit transsexueller Vergangenheit Schwierigkeiten haben ihre Hormontherapie fortzusetzen, wenn sie Brustkrebs haben. Manche Gyns und Endo verweigern denen dann die Hormone.

Ich selbst haben den festen Willen, dass ich niemals meine HRT aufgrund einer Krankheit absetzen werde. Selbst wenn ich dann dadurch sterben könnte oder schneller sterben könnte. Für mich ist das eine Frage der Selbstbestimmung. Nur ich selbst entscheide das und niemand anders für mich. Es ist mein Leben und es ist mein Körper und nur ich entscheide darüber.

LG Ätzi


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BeitragVerfasst: 1. Sep 2017, 19:57 
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Registriert: 21. Feb 2016, 19:06
Beiträge: 933
Liebe Ätzi,
vielen Dank für den mutigen Bericht über die Krankheitsbezüge und Deine überzeugenden und beeindruckenden und überzeugenden Bewertungen der für Dich unerläßlichen Maßnahmen. selbst auf die Gefahr hin, daß sich der allgemeine Gesundheitszustand dadurch weiter verschlechtern könnte, bis hin zum (frühzeitigen) Exitus.
Ich hatte die Darlegungen zum Thema ja hier im öffentlichen Teil des Forums angeregt. Wer dazu allerdings nicht im öffentlichen Teil ausführen möchte, kann dies auch z.B. in unserem speziellen nur für Mitglieder zugänglichen Vorstellungsbereich tun oder mir eine PN zukommen lassen.
Herzlichen Dank und liebe Grüße!
Seerose


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BeitragVerfasst: 1. Sep 2017, 20:17 
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Tja ich schließe mich hier mal an, da ich tatsächlich direkte "Folgestörungen" im Gesundheitsbereich habe, wenn auch mittlerweile passabel stabilisiert.

Aufgrund der Lokalität der zweiten (Alternativen) Lappen-entnahmestelle wurden bei mir die Hauptlymphbahnen für den linken Oberschenkel (das ganze Bein versorgend) durchtrennt - daraus hat sich eine Störung des Lymphflusses ergeben, welcher zunächst sehr heftig war, sich aber dank einer Kompetenten Physiotherapeutin und meiner Hartnäckigkeit doch zu einer heute wieder "fast Normalen Situation" gebessert hat.
Geblieben ist aber eine hohe Anfälligkeit für Lymphstauung im linken Bein, so dass ich einiges nicht mehr kann, glücklicherweise nichts was mich beruflich oder privat wirklich belastet (den ganzen Tag stehen/gehen geht nicht, ich brauche Pausen mit Bein hochlegen).

Ein weiteres Problem von dem ich Zeitweilig betroffen war betrifft die Hormontherapie, dabei wurden bei mir die Blutwerte für Frauen als Vergleichswerte genutzt, weshalb ich nach ca. 6 Monaten mit der Hormonversorgung eine fast 6 wöchige Unterbrechung hinnehmen musst, weil bestimmte Blutwerte konkret durch das Testosteron beeinflusst werden und daher die Vergleichswerte für Männer deutlich höher sind als bei Frauen.....dies scheint auch durchaus ein nicht so seltenes Problem zu sein, wie ich mitlerweile mitbekommen habe.

Liebe Grüße,
Frank

PS: Habe ich absichtlich hier im öffentlichen Bereich geschrieben in der Hoffnung damit auch andere zu animieren sich hier zu äussern, ggF. eben via PN an Seerose


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BeitragVerfasst: 1. Sep 2017, 21:20 
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Frank hat geschrieben:
Ein weiteres Problem von dem ich Zeitweilig betroffen war betrifft die Hormontherapie, dabei wurden bei mir die Blutwerte für Frauen als Vergleichswerte genutzt, weshalb ich nach ca. 6 Monaten mit der Hormonversorgung eine fast 6 wöchige Unterbrechung hinnehmen musst, weil bestimmte Blutwerte konkret durch das Testosteron beeinflusst werden und daher die Vergleichswerte für Männer deutlich höher sind als bei Frauen.....dies scheint auch durchaus ein nicht so seltenes Problem zu sein, wie ich mitlerweile mitbekommen habe.

Verstehe ich das jetzt richtig? Aufgrund eines falschen Bezugs- und Bewertungsmaßstabes, nämlich dem für Frauen, hat man bei Dir die männlichen Hormone abgesetzt, obwohl Deine Werte ja wohl, wie beabsichtigt, für Männer in Ordnung waren?!
Wenn dem so ist, so sei an dieser Stelle vor der Dämlichkeit solcher Quacksalber gewarnt! Bitte also immer mit dem eigenen wachen Verstand das Gesetz des Handelns in den Händen behalten, und keine falsche Scheu vor "Autoritäten", erst recht nicht, wenn diese keine sind!!!


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BeitragVerfasst: 1. Sep 2017, 23:13 
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Beiträge: 772
Gerade bei der Sexualhormontherapie beider Geschlechter gibt es kein standartisiertes Vorgehen was die Höhe und den zeitl. Verlauf der Einnahme betrifft. Da wird viel miteinander verquickt was wohl manchmal nicht stimmig ist.
Fest steht,daß primär männliche Individuen in der Regel höhere Dosierungen vertragen als primär weibliche Individuen. In wie weit sich das durch eine gegengeschlechtliche Hormontherapie ändert ist ungeklärt .Meist wird das nach freiem Ermessen des Behandlers festgelegt.
Ich persönlich halte es z.B. bei operierten MF- Ts für falsch im Alter die Östrogendosis und somit den E2
Spiegel auf einen physiologischen postmenopause Spiegel wie bei primär weiblichen Individuen zu senken.
Das Senken des E2 im Alter führt zu einer schnellern Alterung des Organismus und das muß die Patientin ja nicht haben . Da wird dann immer die erhöhte Kanzerogenität bei Östrogengabe bei primär weiblichen
Individuen in höherem Alter angeführt .
Irgendwie muß das jeder für sich persönlich entscheiden und abwägen -eben auch die Nebenwirkungen und Risiken .


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BeitragVerfasst: 2. Sep 2017, 06:27 
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Hallo Seerose,

Zitat:
Verstehe ich das jetzt richtig? Aufgrund eines falschen Bezugs- und Bewertungsmaßstabes, nämlich dem für Frauen, hat man bei Dir die männlichen Hormone abgesetzt, obwohl Deine Werte ja wohl, wie beabsichtigt, für Männer in Ordnung waren?!


Ja es ging dabei um Blutwerte die direkt die Blutzusammensetzung betreffen, allerdings und das war der schwierige Aspekt, auf dem Laborbericht standen nur Vergleichswerte (Normvergleiche sind im Labormedizinischen Bereich üblich) und nicht das diese "Geschlechtsbezogen" sind, dies habe ich erst herausgefunden durch Eigenrecherche und Vergleichen mit anderen "Vergleichswerten".
Die Bezugsvergleichswerte gehen über die Automatiken der Verwendung der Gesundheitskarten (Krankenversicherten Karte), solange diese eine falsche Geschlechtszuordnung enthalten wird diese als Vergleichsbasis genommen.
Wobei es manchmal auch passiert das die Änderung nicht mehr aufgenommen wird vom System - und viele damit Beschäftigte kennen sich mit diesem Aspekt auch gar nicht aus. Weder in der Arztpraxis die das Blut ins Labor senden, noch in dem Laboren die dieses dann Untersuchen.

Das Schwierige dabei ist, dies überhaupt erst einmal zu Merken, das Anpassen ist dann zwar auch schwieriger aber mehr für diejenigen Fachkräfte die dies umsetzen müssen.


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BeitragVerfasst: 2. Sep 2017, 07:30 
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Beiträge: 933
Frank hat geschrieben:
Das Schwierige dabei ist, dies überhaupt erst einmal zu Merken, das Anpassen ist dann zwar auch schwieriger aber mehr für diejenigen Fachkräfte die dies umsetzen müssen.

Ich bin davon überzeugt, daß Du mit Deinem Fallbispiel aufgezeigt hast, daß "dieser Automatismus" System hat, mithin alle in einer vergleichbaren Lage betreffen dürfte! Deshalb gehört dieses Faktum ganz groß und plakativ herausgestellt, und so dann hoffentlich bald abgestellt!!!
Wie aber auch hier wieder einmal ersichtlich: moderne Technik ist nützlich und kann gut oder schlecht sein. Es hängt sowohl von der ethisch-moralischen Grundhaltung ab, aber auch davon, daß es sich um befähigte Nutzer handelt, denen programmierte Systemfehler auffallen können. Es wurden schon oft genug Leute von Ihrem Navi in einen Kanal dirigiert...


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BeitragVerfasst: 2. Sep 2017, 09:23 
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hmm, ich vertsehe gerade nicht, wieso das System schwierigkeiten damit haben sollte wenn ein Sachbearbeiter bei der Datenpflege den Geschlectseintrag Korrigiert und die Karte neu ausstellt? Ist ja wie beim Heiraten, wo einerseits auch der Familienname umgestellt wird, andererseits eventuell auch die Versicherung an sich (z.b. von eigen- auf Familienversichert).


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BeitragVerfasst: 2. Sep 2017, 09:43 
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Registriert: 21. Feb 2016, 19:06
Beiträge: 933
yvi-nasti hat geschrieben:
hmm, ich vertsehe gerade nicht, wieso das System schwierigkeiten damit haben sollte wenn ein Sachbearbeiter bei der Datenpflege den Geschlectseintrag Korrigiert und die Karte neu ausstellt? Ist ja wie beim Heiraten, wo einerseits auch der Familienname umgestellt wird, andererseits eventuell auch die Versicherung an sich (z.b. von eigen- auf Familienversichert).

Soll heißen: In Zeiten allgemeiner Verblödung sollte man das eigenständige Denken nicht gewissen "sakrosankten" Automatismen überlassen!


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