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 Betreff des Beitrags: Re: ewiger Makel - Transsexualität?
BeitragVerfasst: 4. Jul 2017, 12:27 
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Ich habe keine irgendwie gearteten Probleme mit meiner Transition oder gar Bedauern - war schon alles richtig ,aber mit der Lebenserfahrung kommen auch andere Möglichkeiten in Betracht ! Diesen geraden,sturen Weg gibt es für mich heute nicht mehr . Ich stelle mich sehr oft und bei vielen Dingen in Zweifel ,denn ich habe schon oft erlebt,daß es eben auch andere Lösungen gibt .
Gerade ehemals Transsexuelle fordern Geschlechtsspezifika sehr oft leidenschaftlicher ein als ihre Geschlechtsgenosssinnen -ja sie wollen gewisse Dinge geradezu zementieren ,wobei doch Vieles heute in Auflösung begriffen ist,ja es kommt zu einer gewissen Geschlechtsverhalten Nivellierung .
Die Natur hat die zugewiesene Aufgabe bei der Reproduktion doch ganz klar verteilt und das finde ich so wie es ist auch gut ! Man muß das Rad nicht nochmals erfinden.
Im Prinzip geht es doch nur um Außendarstellung und Selbstwahrnehmung ,der Umgebung ist es doch egal ,wenn die Ohren am Hintern angewachsen sind , schlußletzlich zählt für die Gesellschaft nur die er -brachte Leistung und sonst gar nix und gerade diese Leistungserbringung ist doch bei sehr vielen Transsexuellen sehr schwach ausgeprägt ! Nina Radke ist dafür ein prominentes Beispiel ,sie hat in ihrem Leben noch nie Leistung erbracht ,sondern nur rumgetranst und sich angehübscht und das war es dann !


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 Betreff des Beitrags: Re: ewiger Makel - Transsexualität?
BeitragVerfasst: 4. Jul 2017, 13:41 
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Bei mir ging es in erster Linie darum, ob ich mich selbst fühlen kann. Das ging mit männlich ausgeprägten Geschlechtsmerkmalen absolut gar nicht.

Mit 16 etwa war mir klar, dass ich eine Frau bin. Aber wie konnte das sein? Masturbiert habe ich mit Beginn der Pubertät wie ein Mädchen/wie eine Frau. Das wurde mir erst später bewusst. Wie konnte ich wissen wie das geht und warum sollte ich das überhaupt tun?

Mit Beginn meiner Pubertät fühlte sich mein Körper verstärkt falsch an - bzw. nicht der Körper an sich, sondern die männlichen Geschlechtsmerkmale, die sich mehr und mehr ausprägten. Ich habe versucht das zu ignorieren, weil wie konnte so etwas überhaupt sein?

Aus meine Traumatherapie weiß ich, dass mich diese Thematik schon mit 2 1/2 eingeschränkt hat. Und ich war nicht so gepolt, dass ich unbedingt Kleidchen tragen wollte oder so. Das war nicht meine Thematik. Ich ziehe heute auch einen Blaumann an, wenn es Sinn macht.

Erst hab ich nicht begriffen was abgeht und ich habe wohl auch massiv verdrängt, bis ich irgendwann zusammengebrochen bin und nichts mehr ging. Da war ich dann gezwungen mich damit auseinander zu setzen.

Dann sag mir mal bitte, welche andere Lösung es geben soll?

Vielleicht seinen Körper und Gehirn harmonisieren, wie es Rheinhessen einmal vorgeschlagen hat? Und wie dann bitte?
Die Fehlempfindungen, die man seit Jahrzehnten hat einfach versuchen auszublenden?

Und wenn es dann gar nicht mehr geht sich mit Antidepressiva vollstopfen, sich zum Zombie machen oder sich mit Drogen zuschütten, bis man fett und aufgequollen ist und der Körper so kaputt ist, dass sowieso nichts mehr zu retten ist und man sich sowieso nicht mehr fühlen kann? Bis dann alles zu spät ist?

Ich habe echt viel gemacht. Viele Jahre Psychotherapie, (teil-)stationär Psychosomatik, Traumatherapie mit EMDR und Hypnose.

Was erwartest du denn noch? Was tun? Was besser tun, damit man diese Fehlempfindungen nicht mehr fühlen muss, das Verlangen nach dem eigenen Körper nicht mehr ertragen braucht?
Vielleicht einen operativen Eingriff ins Gehirn, damit man "nicht den gesunden Körper zerschnippeln" muss?

Du willst also wirklich an das Gehirn dran, an dein Wesen, es ggf. so manipulieren, dass du mit deinem männlichen Körper klar kommst, wobei es auch dabei keine Erfolgsgarantie gibt und du dann vielleicht in hohem Alter massive Probleme bekommst und dann in die Transition gehst und es in höherem Alter natürlich immer schwieriger wird, Testosteronschäden auszubügeln, so es überhaupt geht?

Das einzige, was ich damals noch weg harmonisiert hätte, hätte ich keine entspr. Hilfe bekommen, um wenigstens soweit meinen Körper zu bekommen, wäre mein Leben. Ich hätte Schluss gemacht - definitiv. Selbst wenn ich nach so vielen Jahren darüber nachdenke, dass ich meinen Körper von damals plötzlich hätte, wobei ich nicht mehr weiß wie sich das im Detail anfühlt... - mir geht es schlagartig saumäßig schlecht.

Ich will das niemals wieder so fühlen müssen.

Und ich bin keine 30 oder 40 mehr, hab also auch schon einiges an Lebenserfahrung und mir waren weder das Gender (entspr. mit Kleidchen tragen dürfen, sich schminken dürfen usw.), noch das A-Kartenspiel etc. primär wichtig. Was bringt mir das auch alles wenn ich mich sowieso nicht fühlen kann?

Man kann das vielleicht eine Weile als Krücke verwenden, aber am Ende ist es was es ist: eine Krücke und für mich wenig hilfreich.

Wer ein Genderproblem hat, soll anziehen was er/sie will, soll sich verhalten wie er/sie will und gut. Wer sich auf das A-Kartenspiel nicht mehr einlassen will, soll das kommunizieren. Sonst ändert sich nie was, sonst fangen die Leute nie an darüber nachzudenken.

Wer das Glück hat sich harmonisieren zu können, soll das tun. Herzlichen Glückwunsch. Allerdings darf ich dann doch davon ausgehen, dass das wahre Problem, dass die wahren Motivationen dann auch woanders liegen.

Ach ja, da fällt mir ein, der Leib... - da zählen dann auch Kleidung und Highheels mit in die Körperdiskrepanz mit rein. Auch nicht mein Thema.

Es kann ja jeder gerne machen wie er will, aber dann bitte keine Fremdbestimmung und Vereinnahmung.

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 Betreff des Beitrags: Re: ewiger Makel - Transsexualität?
BeitragVerfasst: 4. Jul 2017, 13:50 
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Danke Hera, das unterschreib ich zu 100 %.

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 Betreff des Beitrags: Re: ewiger Makel - Transsexualität?
BeitragVerfasst: 4. Jul 2017, 14:06 
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Hera hat geschrieben:
Ach ja, da fällt mir ein, der Leib... - da zählen dann auch Kleidung und Highheels mit in die Körperdiskrepanz mit rein. Auch nicht mein Thema.

Diese Passage verstehe ich nicht!
----------------------------------------------------
Noch etwas zum Thema Psychotherapie. Nun ja, wer es braucht, dem sei es von Herzen gegönnt! Ich brauchte es niemals, undbin vielleicht auch deshalb so (psychisch) gesund geblieben?!
Wenn ich dann beispielsweise von Annette Güldenring in einem Video die Aussage höre, daß sie 25 Jahre therapeutisch behandelt wurde, ohne daß das letztlich an ihrem GaOP-Wunsch etwas geändert hat, dann kann ich diese Menschen nur aufrichtig bedauern, die sich solche realen A-Karten haben geben lassen oder sie gar brauchen!
Zudem frage ich mich, wie die anschließend selbst praktizierte Psychotherapie wohl ablaufen mag, wenn man so lange in der Tretmühle war, und dort anscheinend auch nie rausgekommen ist?!


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 Betreff des Beitrags: Re: ewiger Makel - Transsexualität?
BeitragVerfasst: 4. Jul 2017, 15:21 
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Ach Anette Güldenring ! Sie hat im Übrigen EZKU gegründet . Bei ihr war das alles auch ein langer Prozess - einmal hin und dann wieder zurück ! Wie das im Leben so eben ablaufen kann.
Wie eine alternative Behandlung aussehen könnte,weiß ich auch nicht ,ich schleiße eben auch nicht kategorisch aus,daß es andere Therapiemöglichkeiten geben könnte und sei es eine neurochirurgische Intervention. Das ist zugegebenermaßen schwer vorstellbar aber doch genauso möglich wie ein gesundes ,intaktes Geschlechtsorgan zu entfernen . Das einzige,was von dem Geschlechtsorgan noch erhalten bleibt ist ein Bündel sensibler Nerven und die dazugehörige Pelle .


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 Betreff des Beitrags: Re: ewiger Makel - Transsexualität?
BeitragVerfasst: 4. Jul 2017, 16:00 
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Zum Thema Psychotherapie kann ich etwas beitragen,
habe wegen meiner Depressionen zunächst verzweifelt nach Hilfe gesucht - diverse Therapeut/innen aufgesucht und recht zügig Festgestellt:
Psychoanalyse ist gar nix für mich, die Methode paßt so absolut nicht zu mir.
Therapeutinnen die selbst bestimmen wollen was mich belasten darf und was nicht - sind ebenso nichts für mich.

Wirklich Hilfreich waren aber zwei Therapeuten (Abstand zwischen den Beiden etwa 6 Jahre und die erste Therapie musste Abgebrochen werden aus Kostengründen, sowohl mein damaliger Therapeut wie auch ich waren der Meinung noch nicht "ganz Fertig" zu sein) die mir geholfen haben Strategien und Möglichkeiten aus zu loten mit denen ich mir selbst helfen kann. Das wichtigste Werkzeug dabei sind: Realistische Reflexion bei Akzeptanz meiner Möglichkeiten und Grenzen, auch aufgrund meiner Biografie. Dazu noch wie ich gut auf meine Bedürfnisse achte und wie ich runterkomme wenn ich mir mal wieder zuviel Auflade.

Übrigens meine Begleittherapie bestand aus vielen recht kurzen Gesprächen bei denen es eigentlich auch nur um Fragen ging in denen die realistischen Möglichkeiten hinterfragt wurden die für mich auf meinem Weg relevant waren und natürlich so ein wenig "wie geht es gerade, was läuft besonders gut/schlecht, kann man daran was ändern" und eben "smaltalk" obwohl ich den meist Lotty überlassen habe die kann das besser :lol:

.


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 Betreff des Beitrags: Re: ewiger Makel - Transsexualität?
BeitragVerfasst: 4. Jul 2017, 18:35 
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Die EMDR hat mich am weitesten gebracht in der Zeit, das hätte mir viele Sitzungen Psychotherapie erspart.

Am Ende war ich auch hauptsächlich wegen meiner Dauerschmerzen und Erschöpfungszustände dort. Sowas ist nämlich extrem frustrierend und Depri taucht begleitend immer wieder auf.

Das mit dem Leib kommt aus der Ecke Neurointersexualität, hab ich irgendwo aufgeschnappt. Der erweiterte Körper... Es soll womöglich erklären, warum manche so auf Heels etc. stehen. Es ist eben einfach eine Variante der Neurointersexualität oder so. Vermutlich kann man das noch viel komplexer erklären.

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 Betreff des Beitrags: Re: ewiger Makel - Transsexualität?
BeitragVerfasst: 4. Jul 2017, 21:07 
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Transsexualität gab es schon immer ,die chirurgische Angleichung ist noch recht jung .Ja und die chirurg. Ergebnisse sind ,verglichen mit einem Originalteil eher dürftig . Deshalb hoffe ich auf effektive Fortschritte ,egal wie, um den Betroffenen beiderlei Geschlechts noch effektiver helfen zu können . Dabei schließe ich neue psychologische Ansätze mit ein .Was da bisher erreicht wurde ist schlicht gar nix = 0,0 ! Ja und der Mensch entwickelt sich auch psychisch weiter,also wir stehen erst am Anfang und sind alle mehr oder weniger Versuchskaninchen der Chirurgen . Ein Suporn hütet sein Wissen wie ein Gral,damit
niemand eventuell besser wird wie er !


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 Betreff des Beitrags: Re: ewiger Makel - Transsexualität?
BeitragVerfasst: 5. Jul 2017, 03:49 
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Suporn ist nicht nur Chirurg sondern auch ein knallharter Gschäftsmann der Familie und Klinik am kacken halten muß. Und warum sollte jemand seine technische Erfindung an andere preisgeben, wenn es augenscheinlich die beste Version weltweit ist und man damit gutes Geld verdienen kann? Ich würde meine Erfindungen auch nicht weitergeben. Davon ab sieht sogar die Technik der penilen Inversion in Thailand bei den guten Chirurgen besser aus als hier. Dort wagt man sich an erkrankte Penisse wo hier alle das Handtuch werfen. Preecha bietet Weiterbildungen für internationale Ärzte an, aber die deutschen sind sich zu fein und weigern sich standhaft und haben wie Dr. Sch... aus M. ein großes Maul und behaupten, locker mit Suporn mithalten zu können was jedoch nicht der Fall ist oder schmücken sich mit seinem Namen. Und wenn die deutschen so großkotzig sind, warum sollte ausgerechnet Suporn seine Technik ausgerechnet an die deutschen weitergeben? Ich würds nicht tun.

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 Betreff des Beitrags: Re: ewiger Makel - Transsexualität?
BeitragVerfasst: 5. Jul 2017, 08:29 
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Na ja,das ist Ansichtsache . Man hat ja als Mediziner auch mal einen Eid geschworen . Die Behandlung kranker Menschen sollte mehr sein als reines business . Wenn man nur Mediziner wird um Kasse zu machen ist man fehl am Platze . Lehre ,Forschung und die Wissensweitergabe an Dritte ist doch Teil des Berufes und der medizinischen Ethik .
Ja und es gibt doch auch gute deutsche Chirurgen - ich kann da keine Arroganz sehen .S ie sind nur alle
sehr in der Tretmühle . Christiane Spehr z.B.war eine super Chirurgin ,die wirklich viel geleistet hat .


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