Selbsthilfe Forum - Frau! Mann! - oder was bin ich sonst?

- Für Menschen deren Geschlecht nicht den Körpermerkmalen entspricht -
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BeitragVerfasst: 26. Mai 2017, 10:12 
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Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Hintergründe, die Menschen und Interessengruppen dazu bewegen, die spezifisch transsexuelle Phänomenlage in Frage zu stellen, uns fremddeutend umzudeuten, uns unsichtbar zu machen, und dies sowohl konzeptuell, bis hin zu aggressivem Dominanzgebaren und teilweise auch mit militanten Ansätzen.
Beispielhaft hierfür seien genannt,
  • die Gatekeeper und ihre weltweit perfektionierte Vernetzung in Organisationen, die federführend sind in der Abfassung der ICD- und DSM-Fassungen, wobei hier insbesondere Kenneth Zucker, ebenso wie Bailey, Blanchard & Lawrence (BBL), aber auch Paul McHugh zu thematisieren wären, mit ihren Verbindungen zu Organisationen wie der DGfS u.ä., und den meisten ihrer Vertreter
  • der Erfinder der "gender identity", und Menschenexperimentator John Money und seine behavioristisch-ideologischen Hintergründe
  • das UNO/EU-Programm des "gender mainstreaming", und seine Folgen für die Handlungsmöglichkeiten staatlicher Organe
  • der instrumentalisierte "Feminismus" Judith Butler und die Umsetzungsinstanzen des "Genderismus"
  • LGBT-Lobbyorganisationen und ihre anmaßende Deutungshoheit bzw. der Alleinvertretungsanspruch für alle Phänomene "geschlechtlicher Vielfalt": die (Anti-)Diskriminierungsstelle des Bundes, die Waldschlösschen-Bewegung, die Trans*-Bewegung und ihre Vertreter
  • die Vielfalt religiös verbrämter Handlungs-Konsequenzen
  • die sich artikulierenden "Regreter" (Walt ...)
  • die uneingestandenen Regreter und ihre "Mechanismen" (Vor- und Nach-Entscheidungs-Konflikte)
  • der Spaßfaktor als Darstellungsmaxime in der Unterhaltungsindustrie.

Diese Aufzählung versteht sich als ergänzungsbedürftig, d.h. die Nennung weiterer diesbezüglicher Aspekte ist erwünscht.
Zudem rege ich an, sich mit den einzelnen Gegnern und ihrem einschlägigen Vorgehen nacheinander detailliert auseinanderzusetzen, so daß hier längerfristig eine umfangreiche Sammlung für uns wichtiger Bezüge erfolgt, die die Grundlage für unsere weitere Auseinandersetzung mit den verschiedenen Gegnergruppen und "Einzelkämpfern" ermöglichen kann und soll.


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BeitragVerfasst: 26. Mai 2017, 12:14 
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Hmmmm...

Eine recht große Gruppe hast du vergessen.
Es sind die "Neuen", die noch recht ahnungslos nachplappern was sie so aufschnappen, und keine Vorstellung davon haben was im Hintergrund läuft.
Die dann natürlich glauben dass man mit LSBTI zusammenarbeiten müsse, und dass wir nur Wortklauberei betreiben....
Tja, und Dummheit wird auch nicht aussterben....

Mit liebem Gruß Tilly


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BeitragVerfasst: 26. Mai 2017, 13:33 
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tilly hat geschrieben:
Eine recht große Gruppe hast du vergessen. Es sind die "Neuen", die noch recht ahnungslos nachplappern was sie so aufschnappen, und keine Vorstellung davon haben was im Hintergrund läuft.
Die dann natürlich glauben dass man mit LSBTI zusammenarbeiten müsse, und dass wir nur Wortklauberei betreiben....
Tja, und Dummheit wird auch nicht aussterben....

Danke Tilly! Genau diese Ergänzungen sind hier erwünscht, in diesem Falle die Auseinandersetzung mit dem Begriffsjargon der (über-)mächtigen Trans*-Kreise, und das Aufzeigen der Gefahr, diesen Falsch-Bezeichnungen und den damit verbundenen Konzepten "auf den Leim zu gehen". "Nomem est omen" - und keine bloße Wortklauberei!


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BeitragVerfasst: 26. Mai 2017, 15:40 
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Ich denke das es auch darum geht gewisse Interaktionen und Zusammenschlüsse auf zu zeigen die letztlich die Vereinnahmung und Umdeutung bei gleichzeitiger Zerstörung des Begriffes an sich forcieren.

Wo es von Seiten der Forschung Erkenntnisse zu den Unterschieden von damals noch Transvestitismus und (seelischem) Transsexualismus geschrieben wurde, kam schon 1949 von einem Vertreter der transvestitischen Subkultur "Cauldwell" der Vorstoß von "psychopathia transsexualis" zu schreiben (Pfäfflin/Junge Geschlechtsumwandung, Abhandlung zur Transsexualität, Kapitel "Transsexualität als historisches Projekt, Stefan Hirschauer,1992 F.K. Schattauer Verlagsgesellschaft mbH, Verweis auf -> s.King 1981,S.166).
Danach wurde von Harry Benjamin (1953) die deskriptive Unterscheidung von Transvestiten und Transsexuellen in Bezug auf die medizinische Diskussion eingebracht (Quelle siehe oben). Danach wird recht kurz die Aktivität von Virginia Prince erwähnt und auch, dass sich dies aus dem Widerstand gegen die abwertende Kategorisierung von "Transvestitismus" ergeben hat.
Ebenso wird hier erwähnt das Cauldwells Versuch eine Abgrenzung gegen eine "absonderliche Neigung" abgrenzend erfolgte, aber die medizinische Regie des "körperlichen Geschlechtswechsels" (Geschlechtsanpassung wäre es aus unserer heutigen Sicht!) eine Suche nach einem neuen Begriff für ein altes Phänomen (Transvestitismus, auch dauerhaftes Leben in gegengeschlechtlicher Rolle) gesucht werden musste -> Transgender war dann letztlich der Begriff den Virginia Prince prägte.
Zum Thema TSG und Medizin wird in dem Kapitel von Hirschauer benannt, dass sowohl in der Medizin wie auch im Rechtsbereich die "Determiniertheit" (klare Festlegung ohne Alternative) eine gravierende Rolle spielt. Es geht also in Bezug auf Transsexualität ganz klar um die Geschlechtszugehörigkeit und das Anpassen des Körpers und des Personenstandes an die Geschlechtszugehörigkeit der Menschen mit Transsexualität die wir heute als "Transsexualität NGS" bezeichnen.

Leider schrieb Hirschauer einige Jahre später ein eigenes Buch zur Thematik " Die soziale Konstruktion der Transsexualität" in dem er die Thesen von Butler, Fouccoult, usw. aufgriff, nach denen "Geschlecht an sich ein rein soziales Konstrukt sei".
Die Reduzierung des Geschlechtes auf die reine "psychosoziale Ebene", losgelöst und ohne Bezug zur (Leib)Körperlichkeit führte dann zu der Legitimierung der Genderansprüche, dies war aber zu der Zeit schon ein Problem das sich in der Behandlerebene (Begleittherapie) als Problem abzeichnete, da ja offensichtlich "Transgender" genauso einen Leidens druck (aber eben rein auf der psychosozialen und damit realen Identitätsebene) erleben wie es "Transsexuelle" (auf der Diskrepanz-ebene Körper-Geschlechtswissen) erleben.
Hier manifestierte sich dann eine "Beliebigkeit der Transsexualität" -> Die Diagnose wurde auch Menschen zugewiesen die gar nicht dem "klassischen Diagnosekriterien für F64.0 Transsexualität" entsprachen....hier raus ergibt sich die "Selbstdefinition Transsexualität" weil es ja Jedem unabhängig der ehemals klaren Kriterien möglich wurde diese Diagnose zu erhalten.

Da die Anzahl der Betroffenen auf der "Transgenderebene" aus diversen Gründen (allgemeine Verunsicherung im Bezug auf Geschlechterrollen und ihre Lebensaufgaben, Verlängerung der Adolesenzentwicklung, Jugendbewegung der Geschlechtsverweigerung, usw.) sich enorm erweitert hat, während die Anzahl der Betroffenen in Bezug auf "Transsexualität NGS" durch Informationsmöglichkeiten nur geringfügig wuchs, wird von politischer und community basierten Ebenen nur noch die starke "Überzahl der Betroffenen" gesehen, die Minderheit aber ignoriert, insbesondere da sich ja heute Jeder als "Transsexuell" bezeichnen kann.

Dazu kommen auch die von Seerose benannten Interessengruppen mit ihren Interessen und der neoliberale politische Einfluss der Menschen "Geschlechtslos"(ohne spezifische Geschlechtsrollen die Konkurrenz einschränken könnten) zu Konkurrenten auf dem Arbeitsmarkt machen will um die Arbeitskraft Aller besser ausbeuten zu können.

Liebe Grüße,
Frank


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BeitragVerfasst: 26. Mai 2017, 15:51 
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Wow! Das war ja jetzt schon mal eine sehr gut komprimierte Begriffs-/Phänomen-Bezeichnungsgeschichte, die die damit verbundene Tragik für Menschen mit der Phänomenlage Transsexualität erahnen läßt! Vielen Dank an Frank! =D>


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BeitragVerfasst: 27. Mai 2017, 06:46 
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Liebe Seerose,
ich sehe das als einen ergänzenden weiteren Blickwinkel zu dem was du im Startthread geschrieben hattest.

Denn ich finde es wichtig die Hintergründe zu verstehen, warum viele der vermeintlich "politisch Korrekten Gegner" sich so erstaunt zeigen wenn sie mit unseren Forderungen konfrontiert werden.
Dort fehlt schlicht das Verständnis für unsere Thematik, da sie Geschlecht ausschließlich auf der Ebene des "sozial Konstruierten" begreifen.

Judith Butler hat die körperliche Ebene des Geschlechtes von der "sozialen Interaktion" abgetrennt, weshalb letztlich nicht Begriffen wird, das zu diesem Begehren wie sie es benannte auch das "Begehren" aber das des eigenen Körpers gehört und nicht nur das Begehren des/der potentiellen Partner.
Ebenso ist bei dieser ganzen "Genderthematik" eine weitere wichtige Sache untergegangen, die Martin Dannecker schon in den 80er oder 90er Jahren geschrieben hatte. "Das Begehren widersetzt sich der Egalität des Geschlechtes", wobei er dies sowohl auf Hetero- wie auch für Homo- sexuelles Begehren beschreibt. Das es auch ein "Selbstbegehren" gibt, ist bei der aktuellen "sexual-feindlichen Sichtweise" natürlich noch weiter in Vergessenheit geraten....
wir leben ohnehin in einer Gesellschaft mit einer sehr merkwürdigen körperfeindlichen Einstellung, in der nur noch "der perfekte Körper" zählt, bzw. die Erlangung dessen was als "perfekter Körper gilt" relevant ist.

Nur ohne den Bezug zum "Körper", gar zum "Geschlechtskörper" kann natürlich auch orginäre Transsexualität nicht begriffen werden, weil es dabei eben genau um diese "Diskrepanz von Geschlechtswissen und Geschlechtskörper" geht und eben genau nicht um ein Thema der "sozialen Interaktion", dieses ist erst in zweiter Instanz relevant, dann wenn die eigentliche "Transsexualität" überwunden ist.
Aber genau hier treten dann auch diejenigen in Erscheinung die zwar "Transsexuell im Sinne der NGS sind", aber diese zweite Instanz also die integration in die soziale Geschlechterrolle nicht hin bekommen in Erscheinung. Denn dies ist eine Aufgabe die normalerweise in der frühen Adoleszenz umgesetzt wird und die eben nicht jedem Menschen wirklich gelingt. Auch diese "Gruppe" ist letztendlich eine die sich langfristige auf die Seite der "Trans* Vertreter" stellt, indem die Forderungen dieser Trans*Aktivisten bestätigt werden.
Daraus resultiert dann eine Legitimierung die letztlich all jenen massiven Schaden zufügt die diese Integrationsleistung vollbringen.
Wobei es egal ist ob dies mittels eines "guten Passings" (optische Integration) oder eines entsprechenden "authentisch sein" erreicht wird.
In den meisten Fällen treffen Faktoren aus beiden Ebenen zusammen und führen zu dieser Integration, aber der Punkt ist dass man dafür Selbstreflektion und auch Reflektion von Aussen bewusst wahrnehmen muss.

Sorry nun bin ich schon wieder ziemlich tief eingestiegen obwohl ich doch nur kurz Antworten wollte ;)

Liebe Grüße,
Frank


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BeitragVerfasst: 27. Mai 2017, 07:54 
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Frank hat geschrieben:
Judith Butler hat die körperliche Ebene des Geschlechtes von der "sozialen Interaktion" abgetrennt, weshalb letztlich nicht Begriffen wird, das zu diesem Begehren wie sie es benannte auch das "Begehren" aber das des eigenen Körpers gehört und nicht nur das Begehren des/der potentiellen Partner.
Ebenso ist bei dieser ganzen "Genderthematik" eine weitere wichtige Sache untergegangen, die Martin Dannecker schon in den 80er oder 90er Jahren geschrieben hatte. "Das Begehren widersetzt sich der Egalität des Geschlechtes", wobei er dies sowohl auf Hetero- wie auch für Homo- sexuelles Begehren beschreibt. Das es auch ein "Selbstbegehren" gibt, ist bei der aktuellen "sexual-feindlichen Sichtweise" natürlich noch weiter in Vergessenheit geraten....

Da hast Du ganz wichtige Bezugspunkte für die heutige Misere benannt, und zugleich auch die "Lösung" auf der Individuumsebene: sich selbst annehmen und reflektiert und emotional umfassend lieben zu können macht liebenswert, und befähigt zu einem ausgeprägt lebenswertem Leben!
Frank hat geschrieben:
Aber genau hier treten dann auch diejenigen in Erscheinung die zwar "Transsexuell im Sinne der NGS sind", aber diese zweite Instanz also die integration in die soziale Geschlechterrolle nicht hin bekommen in Erscheinung. Denn dies ist eine Aufgabe die normalerweise in der frühen Adoleszenz umgesetzt wird und die eben nicht jedem Menschen wirklich gelingt. Auch diese "Gruppe" ist letztendlich eine die sich langfristige auf die Seite der "Trans* Vertreter" stellt, indem die Forderungen dieser Trans*Aktivisten bestätigt werden.
Daraus resultiert dann eine Legitimierung die letztlich all jenen massiven Schaden zufügt die diese Integrationsleistung vollbringen.
Wobei es egal ist ob dies mittels eines "guten Passings" (optische Integration) oder eines entsprechenden "authentisch sein" erreicht wird.
In den meisten Fällen treffen Faktoren aus beiden Ebenen zusammen und führen zu dieser Integration, aber der Punkt ist dass man dafür Selbstreflektion und auch Reflektion von Aussen bewusst wahrnehmen muss.

Wie wahr! Und ich denke, daß Du hiermit auch für all Diejenigen von uns, die rein optisch immer durch ein eine mehr oder weniger ausgeprägte "Auffälligkeit" geprägt sind einen Zugang zur Versöhnung mit sich selbst und mit anderen geschaffen hast: die Authentizität, die jede/r Betroffene prinzipiell entfalten kann, wenngleich hier die (falsche) internalisierte Sozialisation, häufig über viele Jahrzehnte sicherlich erst wieder mühsam überwunden werden muß. Aber realistisch gesehen kenne ich z.B. viele optisch ausgesprochen maskulin-erscheinende Frauen, die aber offensichtlich dennoch mit ihrem Frausein "versöhnt" sind, und dies auch mehr oder weniger "authentisch" ausstrahlen, und die vielleicht nicht zuletzt deshalb auch die allgemeine Akzeptanz in der Öffentlichkeit erfahren.


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BeitragVerfasst: 29. Mai 2017, 05:06 
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Hallo Seerose,

ein Problem mit der Authentizität ergibt sich aber auch gerade bei uns Männern, durch die Offensichtlichkeit die bei dem Angleichungsweg für uns bleibt.

Gerade der Aufbau aus dem "Unterarm" hinterlässt eine meist sehr lange manchmal sogar Lebenslange "Sichtbarkeit".
Die Narben fallen auf, auch wenn der Mann es nicht tut.
Sie ständig zu verstecken schränkt enorm ein, sie nicht zu verstecken jedoch zwingt uns in die "Öffentliche Sichtbarkeit" und daraus resultierend ergibt sich letztlich für jeden Mann mit Aufbau-Op ein "chronisches Outing" -> dies wiederum ist genau der Punkt wo die Problematik mit der Aussage:
Zitat:
Zitat:
"Du musst dich ja nicht als Trans* (Mensch/Mann/was auch immer) bezeichnen"
im Widerspruch zur Realität der Menschen mit solchen Narben gerät.

Hier genau an dieser Stelle - dort wo durch die Vereinnahmung der "Transsexualität durch Trans*Aktivisten und der Trans*-Propaganda" eine "Zwangs-Stigmatisierung" erfolgt ist einer der Punkte, wo die Angebliche "Freiwillige Selbstbezeichnung" zu einem aufgenötigtem Stigma wird.
Nur das die Stigmatisierung nicht über zu tragende "Symbole", wie in der Nazizeit (da gab es auch einen Stern und einen "rosa Winkel" die Stigmatisierend eingesetzt wurden), erfolgt sondern über Besonderheiten die sich aus einem Bedarf ergeben der zwingend für die Authentizität der jeweiligen Menschen erforderlich ist.

Dies ist das eigentlich extrem "perfide" an dieser Trans*thematik -> diejenigen die gar nicht dazu gehören wollen werden dadurch Stigmatisiert und letztlich gezwungen sich mit dieser Vereinnahmung auseinander zu setzen.
Da hilft dann leider auch die Authentizität nicht wirklich weiter, denn wenn schon ein Blick genügt um so offensichtliche Narben zu erkennen und zuordnen zu können ist das Stigma sehr schnell gegeben, wobei auch das Verstecken nur noch mehr Aufmerksamkeit hervorruft.
Aktuell funktioniert es noch trotzdem in der Gesamtgesellschaft nicht besonders auf zu Fallen, aber je stärker diese Stigmatisierende Vereinnahmung in die Öffentlichkeit getragen wird, desto schneller und umfassender wirkt diese Stigmatisierung.

Aber damit bin ich jetzt auf ein Thema gekommen das nicht mehr die Gegner benennt sondern die Auswirkungen des Handelns dieser Gegner aufzeigt.

Liebe Grüße,
Frank


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BeitragVerfasst: 29. Mai 2017, 06:37 
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Frank hat geschrieben:
ein Problem mit der Authentizität ergibt sich aber auch gerade bei uns Männern, durch die Offensichtlichkeit die bei dem Angleichungsweg für uns bleibt. Gerade der Aufbau aus dem "Unterarm" hinterlässt eine meist sehr lange manchmal sogar Lebenslange "Sichtbarkeit". Die Narben fallen auf, auch wenn der Mann es nicht tut.
Sie ständig zu verstecken schränkt enorm ein, sie nicht zu verstecken jedoch zwingt uns in die "Öffentliche Sichtbarkeit" und daraus resultierend ergibt sich letztlich für jeden Mann mit Aufbau-Op ein "chronisches Outing" -> dies wiederum ist genau der Punkt wo die Problematik mit der Aussage:
Zitat:
Zitat:
"Du musst dich ja nicht als Trans* (Mensch/Mann/was auch immer) bezeichnen"
im Widerspruch zur Realität der Menschen mit solchen Narben gerät.
...
Hier genau an dieser Stelle - dort wo durch die Vereinnahmung der "Transsexualität durch Trans*Aktivisten und der Trans*-Propaganda" eine "Zwangs-Stigmatisierung" erfolgt ist einer der Punkte, wo die Angebliche "Freiwillige Selbstbezeichnung" zu einem aufgenötigtem Stigma wird.
...
Dies ist das eigentlich extrem "perfide" an dieser Trans*thematik -> diejenigen die gar nicht dazu gehören wollen werden dadurch Stigmatisiert und letztlich gezwungen sich mit dieser Vereinnahmung auseinander zu setzen.
Da hilft dann leider auch die Authentizität nicht wirklich weiter, denn wenn schon ein Blick genügt um so offensichtliche Narben zu erkennen und zuordnen zu können ist das Stigma sehr schnell gegeben, wobei auch das Verstecken nur noch mehr Aufmerksamkeit hervorruft.
Aktuell funktioniert es noch trotzdem in der Gesamtgesellschaft nicht besonders auf zu Fallen, aber je stärker diese Stigmatisierende Vereinnahmung in die Öffentlichkeit getragen wird, desto schneller und umfassender wirkt diese Stigmatisierung.

Vielen Dank für die Verdeutlichung eines gravierenden Problems, das mir als solches bislang gar nicht bewußt war!
Es ist in der Tat perfide, wenn Trans*-Kreise diese "Auffälligkeit" zum Anlaß nehmen, Euch anhand dessen als "Transmann" zu stigmatisieren. Dabei spricht doch diese "Auffälligkeit" gerade für Euch und die fundamentale Ernsthaftigkeit, um die es Euch dabei insgesamt geht, diesen Schritt so konsequent und mutig zu gehen!
Euer genitales Mannsein wurde Euch nicht qua Geburt "in den Schoß gelegt", sondern ihr mußtet es Euch hart und risikoreich erkämpfen. Das verdient höchsten Respekt! Deshalb könnt ihr mit Fug und Recht stolz sein auf Euch und Eure Männlichkeit, und solltet Euch nicht in das Euch von interessierten Trans*-Kreisen zugewiesene Mauseloch: "Transmann" verkriechen. Diesen einschränkenden Begriff solltet ihr allerspätestens nach der entscheidenden OP für Euch entschieden ablehnen!
Ihr solltet Euch über die ausgesprochen negativen psychologischen Konsequenzen im klaren sein, die die stigmatisierende Bezeichnung "Trans*-Mann" für Euch hat, vor allem dann, wenn diese Bezeichnung von Euch selbst als Selbst-Bezeichnung übernommen wird!
Nein! Ihr seid Männer, und keine Diskriminierungskategorie "Trans*-Mann"!
Gerade


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BeitragVerfasst: 29. Mai 2017, 07:48 
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Wenn Trans*Menschen behaupten, dass auch Menschen mit Transsexualität unter diesem vermeintlichem Oberegriff Trans* inkludiert seien und man ihnen erklärt, dass man selbst es ablehne als Trans* bezeichnet zu werden, kommt genau dieser Spruch "Du musst dich ja nicht als Trans*Mensch bezeichnen".

Wie dumm können Menschen eigentlich sein? Glauben sie das selber was sie da erzählen?

In dem Moment wo ich zu meiner transsexuellen Vergangenheit stehe bin ich dank deren Agitation zur Trans*Person mutiert. Diese Trans*Aktivisten zwingen hunderte wenn nicht gar tausende Menschen ihre Vergangenheit zu verleugnen. Sie geben vor Menschen mit transsexuellem Hintergrund zu vertreten, machen aber genau das Gegenteil, sie schaden ihnen um ihrer eigenen Vorteile willen. Menschen mit Transsexualität bekommen dann all die Eigenschaften zugewiesen die irgendwie mit Trans* in Verbindung gebracht werden. Denn auch in der Öffentlichkeit ist es diesen Trans*Aktivisten mittlerweile gelungen die ganzen Gender-Phänomene zu einem undifferenziertem Brei verkommen zu lassen, zu dem sie eben auch Transsexualität, ja und auch Intersexualität durch ihr Inter*, verköchelt haben.

Über transsexuelle Menschen wird, dank dieser genderqueeren Trans*Lobbyvertretungen, zusehends ein falsches Bild verbreitet. So werden genderneutrale Toiletten mit "für Transsexuelle" gekennzeichnet, bei transsexuellen Menschen wird vermutet dass sie ein drittes Geschlecht fordern und ein Gender-Gap benötigen um sich angesprochen zu fühlen. Diesen Unsinn haben wir solchen Trans* Vereinen zu verdanken, die nicht bereit sind zu differenzieren. Bei queeren Schwulenvertretungen wird von einem sogenannten transsexuellen Leben geredet, selbst dieser Bundesverband Trans* schreibt in seiner Pressemitteilung vom 29.Aug.2015 von einer transgeschlechtlichen Lebensweise. Es wird seitens dieser angeblichen Vertretungen alles unternommen um uns unser Geschlecht abzuerkennen. Man kann also mit Fug und Recht behaupten, dass diese Gruppierungen uns gegenüber feindschaftlich agieren, im Grunde also unsere Gegner sind. Das perfide daran ist dann, dass sie behaupten unsere Interessen zu vertreten.

Bei Trans* geht es darum das es toleriert wird das Männer als Frauen und Frauen als Männer leben können. Das neue Modewort Geschlechtsidentität besagt doch letztlich nichts anderes. Ein Mann hat eine weibliche Geschlechtsidentität bzw. eine Frau hat eine männliche Geschlechtsidentität. Es geht um das Wetteifern wer sieht weiblicher oder wer sieht männlicher aus.

Grundsätzlich habe ich persönlich kein Problem damit wenn jemand vorgibt dem anderem Geschlecht anzugehören. Nur finde ich es anmaßend wenn ich persönlich von diesen Menschen zur Transfrau oder zum Transmensch gemacht werde und einem ominösen Transvolk zugerechnet werde, wie dies letztens in der "F to the M" Facebook-Gruppe von Till Amelung (einer bekennenden Trans*Männlichkeit) gemacht wurde. Dass er mich dann auch noch als faules Obst bezeichnete ist und den VTSM schlecht gemacht hart, ist da schon eher nebensächlich. Und warum diese Aufregung? Irgendwo soll ich wohl mal geschrieben haben, dass er als eine Person ohne Genitalangleichung überhaupt nicht in der Lage sei uns zu begreifen.

Von solchen Personen kommen dann auch so Aussagen wie "du darfst eine Transperson nicht fragen ob sie eine genitalangleichende Operation hinter sich hat". Genau diese Personen regen sich dann auch auf, dass wir uns als etwas anderes betrachten und unterstellen uns "wir glauben wohl etwas besseres zu sein". Genau solche Personen behaupten dann ja auch, dass das Genital vollkommen egal sei und man auch mit Muschi als Mann leben kann. Wen wundert es eigentlich, dass genau diese Personen in einem ewigem Trans* verharren und den Frauen und Männern mit originärer Transsexualität auch genau das Gleiche unterstellen. Die Krönung von allen ist dann wenn eine Monika Donner zum Beispiel wortgewalltig behauptet eine körperliche Anpassung sei etwas für seelisch schwache (so die Überschrift eines Themas von ihr bei Travesta) oder so Personen wie Marie Günter (Vorstand BVT*) sinngemäß sagen "werdet erwachsen und akzeptiert das ihr Trans seid".

Nein meine Lieben, ihr redet von Vielfalt und von Akzeptanz und wenn das nicht nur lehre Worthülsen sein sollen, dann akzeptiert endlich, dass wir Frauen bzw Männer sind. Akzeptiert, dass es differente Phänomenlagen gibt, dass nicht alle so sind wie ihr und, dass es für uns fundamental ist, uns in unserem eigenem Körper stimmig zu fühlen, daher eben auch die Genitalangleichung an unser Geschlecht eine zwingende Voraussetzung ist und begreift, dass wir das nicht machen um einen, wie ihr es sagt sozialen Rollenwechsel zu perfektionieren. Entlasst uns aus den Klauen der Fremddeutung durch Trans*.

Wir fordern mit aller Entschiedenheit eine eigene Vertretung, jenseits jeglicher queerer Trans*-Gendervielfaltsthematik.

Liebe Grüße
Lotty - :vtsm-klein:


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