Zusatzkosten in der Begleitherapie ?

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Zusatzkosten in der Begleitherapie ?

Beitragvon Frank » 14. Jun 2018, 15:49

Uns ist in letzter Zeit mehrfach zu Ohren bzw. Augen gekommen, dass Begleittherapeuten für die Indikationsstellung zu operativen Angleichungsmaßnahmen Gebühren von den Betroffenen fordern.
Auch von Gebühren für die Indikation zur HRT haben wir (seltener) gehört.

Dies sind keine normalen "Nebenkosten", sondern stellen vielmehr für manche Betroffene zusätzliche Belastungen dar die so nicht sein sollten!
Da die Indikationen auch von Seiten der Krankenkassen gefordert werden -> müssen diese sie auch bezahlen und das tun sie auch!
Trotzdem reicht manchen Begleittherapeuten das was von der KK dafür bezahlt wird nicht und sie fordern von den Betroffenen ebenfalls Gebühren.
Fies dabei ist, das den Betroffenen letztlich oft gar keine Wahl bleibt - einfach wechseln geht nicht mehr wenn man erst mal so weit ist.

Problematisch dabei ist auch das es bisher keine Stelle gibt, die derartige Fälle dokumentiert, vielfach heißt es ja selbst aus der Community
"Pech gehbabt, wenn es dir wichtig genug ist zahlst du und gut ist."

Aber wollen wir wirklich das es so läuft?
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Re: Zusatzkosten in der Begleitherapie ?

Beitragvon Selfmademan » 14. Jun 2018, 18:42

Bitte??? Was soll das denn jetzt? Kriegen die jetzt auch nicht mehr den Hals voll? Sollen TS jetzt noch mehr geschröpft werden wo viele eh schon leidgeplagt auf den Brustwarzen laufen?

Ich faß es nicht. Das wird ja immer schlimmer. Neben "Ästhetikzuschlag" nun auch noch ein Indiktionszuschlag? Sind wir in Amerika oder was? Dachte wir sind in Deutschland.
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Re: Zusatzkosten in der Begleitherapie ?

Beitragvon Selfmademan » 14. Jun 2018, 18:46

Das wird ja immer schlimmer. Mir fehlen die Worte. Kriegen die jetzt wie so einige Chirurgen aus München den Hals auch nicht mehr voll? :evil: TS, die lukrative Wollmilchsau oder wie?
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Re: Zusatzkosten in der Begleitherapie ?

Beitragvon Hauptmann Toxic » 15. Jun 2018, 10:47

@ Selfmademan:
Ja, das ist normal. Auf dem Weg zu den Hormonen habe ich glaub 230€ gezahlt. 150€ für die Indikation und 80€ für eine (unnötige) medizinische Untersuchung, die gefordert wurde.

Auf der einen Seite bin ich nicht begeistert von den Schwierigkeiten, auf der anderen Seite bin ich doch dankbar, dass ich noch eine Chance habe abzuhärten. Wenn ich die jammernden Bubis von heute sehe, wird mir schlecht. Lieber Transitionsstress als einer von diesen Weicheiern zu sein, die noch Boni wollen, wenn sie vor der Klausur schlecht geschlafen haben...

Als Ausgleich hab ich Stärke und diese Kompensation find ich fair. Ich werde mehr Jahre ohne Transition verbringen als mit, mehr Jahre ohne Sorge über Lappalien so wie andere. Ich glaube mit der Zeit summiert sich die spätere sorgenfreie Zeit so sehr, dass am Ende die Transition ausgeglichen ist und ne positive Bilanz dasteht.
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Re: Zusatzkosten in der Begleitherapie ?

Beitragvon ThorinEichenschild » 15. Jun 2018, 13:19

Und was machen die die das Geld nicht haben?
Ich hätte solche Summen nicht aufbringen können und dann?
Diese Geldmacherei immer schön zu reden macht es denen ohne Geldmittel sehr schwer.
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Re: Zusatzkosten in der Begleitherapie ?

Beitragvon Manuela » 16. Jun 2018, 20:35

:-k an welche Weißkittel geratet Ihr denn immer wieder??
Ich brauchte vor der HRT die Indikation dafür. Die enthielt gleich die dringende Empfehlung zur OP mit. Kosten: 15,-€
Später (viel später) dann die Indikation zur Nadelepilation. Kosten: nochmal 15,-€
Abgesehen von den Kosten für die Umschreibung meiner Papiere etc. sowie eben den Rezeptgebühren waren das die einzigen Posten, die ich selbst bezahlen musste. Sogar den Satz Dilatoren incl. alles Gleitgel gab's auf Kassenrezept... und die ganzen Fahrtkosten als Erstattung auf's Konto. ;-)
So alles in allem hat mich meine komplette Transition über knapp 4 Jahre weg so um die 500,-€ gekostet. (Kleidung, Kosmetik, etc. etc. steht natürlich auf einem anderen Blatt..)
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Re: Zusatzkosten in der Begleitherapie ?

Beitragvon ThorinEichenschild » 16. Jun 2018, 22:33

Bis auf die Kosten für das Umschreiben einiger Papiere habe ich gar nichts bezahlt.
Weder für Indikationen noch für Epi oder ähnliches.
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Re: Zusatzkosten in der Begleitherapie ?

Beitragvon Selfmademan » 17. Jun 2018, 07:46

Ich habe 0 Euro bezahlt. Weder für "Indikation" (ein Therapeut kann und darf keine medizinische Indikation ausstellen, er darf lediglich eine psychologische Stellungnahme schreiben indem er die entsprechende Behandlung als dringend gegeben erachtet. Ist er jedoch Arzt mit psychologischer Zusatzausbildung, dann darf er Indikationen ausstellen.) noch für sonst irgendwelche Bescheinigungen. Die Gutachten waren für mich kostenlos da ich zu dem Zeitpunkt Sozialhilfeempfänger war und damit PKH genehmigt bekommen habe. Eigenanteil des Testos in den Zeiten wo ich Arbeit hatte und jetzt wieder habe. Sowie die Quartalsgebühr die man ja gottseidank wieder abgeschafft hat, fand ich eh ne Frechheit, die KK-Bonzen haben sich damit selber ne satte Lohnerhöhung finanziert. Im nachhinein bin ich froh daß es genauso gelaufen ist. Einen Dr. Sch. aus M. habe ich genau wegen des Zusatzgeldes eben nicht aufgesucht, habe dies nicht eingesehen, da doch die Kasse alles übernommen hat.
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Re: Zusatzkosten in der Begleitherapie ?

Beitragvon Frank » 17. Jun 2018, 11:25

Ich möchte hier mal meine Erfahrungen bei meiner Transition und bezüglich der gesetzlichen Reglungen einbringen:

Eigene Erfahrungen:
Gutachten -> waren über die PKH abgedeckt, auch jetzt ist mein Verdienst trotz Arbeit zu gering als das eine Rückzahlung gefordert würde.
Indikationen für HRT und GaOps -> Begleittherapie bei einem "Prof. Dr. med" keine Sonderkosten , extra Begutachtung eines "Prof. Dr. med." ebenfalls keine Sonderkosten (ausser Fahrtkosten).
HRT & GaOps -> Rezeptgebühren wie bei meinen chronischen Erkrankungen, hierzu gehörten auch Heilmittel & Lymphdrainage - alles insgesamt bis zur Belastungshöchstgrenze, sowie die Fahrtkosten im Nahbereich(unter 50 Km), die Fahrtkosten zu den Operationen in Erdingen bekam ich erstattet.

Gesetzliche Regelungen:
Indikationsstellungen bei ärztlichen Begleittherapeuten -> Bearbeitungsgebühren dürfen erhoben werden (üblich sind aktuell 10-15,- € je Indikationsschreiben) dies ist kein Muss!
Gutachten -> werden über die Begutachtungsvergütungen bei Rechtsfällen geregelt, hier sind die Gebühren unterschiedlich nach Bundesländern geregelt, die Gutachter werden überwiegend nach Seitenanzahl ihrer Stellungnahme zur Begutachtung bezahlt.
PKH kann hier bei geringerem Einkommen sinnvoll zu Beantragen sein, selbst wenn keine volle PKH genehmigt wird, sind Regelungen zur Abzahlung möglich.
GaOps -> hier ist es wichtig sich Verträge gut durch zu lesen, es gibt sehr unterschiedliche Regelungen und am besten ist es diese Im Vorfeld zu erfragen, ein "Kostenvoranschlag" ist durchaus üblich für die Beantragung der Kostenübernahme durch die KK.
Ebenso sieht es bei den Vorgesprächen aus, für diese können die Operateure Gebühren verlangen, dies muss aber vorher auf Anfrage mitgeteilt werden. Anträge auf Kostenübernahme sind für alle Aspekte im Bezug zu GaOp im Vorfeld der OP bei der KK zu stellen!

Vielfach ist fehlendes Wissen oder der Drang so schnell wie möglich da durch zu kommen der Grund warum auch überteuerte Dienstleistungen eigenfinanziert werden.

Gegen ersteres können wir etwas tun, bei zweiterem ist es eben die Entscheidung des einzelnen Menschen dies zu tun.

Liebe Grüße,
Frank
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Re: Zusatzkosten in der Begleitherapie ?

Beitragvon Manuela » 17. Jun 2018, 12:08

Naja, 0,00€ total klappt nicht so ganz.. ;)
Erst mal die Indikationen: Die wurden auf meinen Wunsch ausgestellt und nicht von der KK angefordert. Folglich sind die 2x 15€ durchaus gerechtfertigt.
Mein Therapeut (Dr.med. XY Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Rehabilitationswesen und Verkehrsmedizin [alle Kassen]) darf selbstverständlich Rezepte, Überweisungen, Indikationen etc. ausstellen.
Sonstige Kosten:
Zuzahlung Krankenhausaufenthalt total 28 Tage x10€ = 280,-€
4 Jahre Medikamentenzuzahlung ca. 300,-€
dann noch Passbilder, Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Geburtsregisterauszug, Geburtsurkunde, Heiratsurkunde, Kreditkarte, etc....
das waren zusammen so etwa auch nochmal gut 200,-€
6x Fahrtkosten zum/vom Krankenhaus wurden von der KK erstattet.
Gutachten und Gericht übernahm die PKH zu 100%, (als Hausfrau habe ich kein eigenes Einkommen und bin auf das -nicht schlechte- Gehalt meiner Frau angewiesen), da das Familieneinkommen nicht hoch genug war. (die Grenzen sind da deutlich höher als die meisten vermuten)
Insgesamt komme ich also auf gut 800 €, was ich aus unserer eigenen Tasche zahlen 'durfte'.
Fahrtkosten und Hotelaufenthalt meiner Frau während der ersten Krankenhaustage waren unser persönlicher Luxus, den wir zusätzlich natürlich selbst bezahlten.
Die Medikamentenzuzahlung wird ab nächstem Jahr auch wegfallen. Ich bin durch meinen Hormonmangel chronisch krank, meine Frau durch ihre Diabetes ebenso und ab November ist sie zudem noch Rentnerin. Dadurch wird unsere jährliche Zuzahlung deutlich über der Bemessungsgrenze liegen.

Hochgerechnet seit meinem ersten Termin beim Therapeuten, habe ich für meine Transition jetzt jeden Monat 13,-€ bezahlt. Und es wird laufend weniger.
Seit ich jetzt noch aufgehört habe zu rauchen, könnte ich mir das locker jedes Jahr leisten. :roll: (aber Urlaub ist schöner....)

Ganz Wichtig: Um wirklich alle Möglichkeiten der Kostenübernahme ausschöpfen zu können, darf man keinesfalls in Aktionismus verfallen, sondern muss immer schön alles vorher regeln, dann klappt das auch!
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