S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

In diesem Forenbereich können Umfragen zur Transsexualität eingestellt werden. Gäste sollten dies aber zuvor mit der Forenleitung absprechen. Kontakt: administrator@shg-dazwischen.de

S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon Frank » 11. Mär 2017, 08:09

Ich habe mich entschieden meine ganz persönliche Kommentierung zu dem S3 Leitlinienentwurf, so wie ich sie in deren Kommentarfeldern eingebe auch hier fest zu halten.
Was ich dort schreibe ist meine ganz persönliche Sichtweise, unabhängig von der Kommentierung des :vtsm: , auch wenn es sicherlich deutliche Übereinstimmungen gibt.
Ort der Umfrage: https://ww3.unipark.de/uc/leitlinie/ospe.php?qb

zu Kapitel 1:
Trans* kann kein Oberbegriff für Phänomene mit entgegengesetzten Bedürfnissen sein, es gibt Phänomene wo es nicht um eine Geschlechtsidentität sondern um ein Geschlechtswissen geht.
Die Vermischung der Diagnostikmanuals ICD & DSM sind inakzeptabel, da das DSM in Deutschland bisher aus gutem Grude keine Berücksichtigung fand, sondern bisher nur nach der internationalen Diagnostikmethode mit dem auf Deutschland angepasstem ICD medizinische Diagnosen gestellt wurden, dies zum Zwecke der Fortsetzung von Psychophatologisierung zu ändern ist inakzeptabel.
Die Aufklärung über operative Maßnahmen, ebenso wie in Bezug auf endokrine Medikation gehören nicht zum Fachgebiet oder der Ausbildung der oben benannten Behandelnden laut dieser Leitlinie, eine angemessene Evidenzbasierung zu diesen Themenbereichen können aufgrund bisher fehlender Evidenz (es gibt bisher keine Studien zu den Risiken und Nebenwirkungen bei Genitalangleichenden Operationen oder in Bezug auf die Hormonsubstitution transsexueller / transgeschlechtlicher Menschen) nicht als Gegeben ausgegeben werden.
Ebenso wurden bei den Interessenverbänden diejenigen ausgeschlossen, die Menschen mit klassischer Transsexualität (NGS) vertreten – wir wurden auf diese Möglichkeit der Kommentierung ihres Entwurfes einer Leitlinie verwiesen.
Des weiteren sehe ich mich gezwungen hier noch einmal explizit darauf hin zu weisen dass die oben aufgeführte Indikationszuweisung an Fachleute aus dem psychologisch-psychiatrischem Bereich ein für eine Psychotherapie notwendiges Vertrauensverhältnis im Rahmen einer begleitenden Psychotherapie belastet oder sogar unmöglich macht. Diese Ansicht wird immer dann deutlich, wenn sowohl Behandler_innen wie auch betroffene Menschen in einen Austausch kommen und sie wird von beiden Seiten unabhängig voneinander vorgebracht.

ich werde für jede Kommentarmöglichkeit eine einzelne Antwort hier rein setzen.
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon seerose » 12. Mär 2017, 16:54

Ein guter und unterstützenswerter Vorschlag!
Wenn sich möglichst Viele von uns (TS(NGS)) an einer Auseinandersetzung mit den DGfS-Lei(d)tLinien und mit vielen guten sachlichen Argumenten beteiligen, und uns hier an dieser Stelle gewissermaßen "CC" davon in Kenntnis setzen, fände ich das ganz prima! Bitte nicht vergessen, daß diese Möglichkeit aber nur bis zum 02.04.2017 besteht!
Auch die Kommentierung der "Lei(d)tlinien" durch Kim Schicklang auf ATME aktuell hat mir sehr gut gefallen!
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon tilly » 13. Mär 2017, 23:15

So,

das Ding ist ja ewig lang, ich habe jetzt gut einen halben Tag kommentiert!
Obwohl ich mich im Allgemeinen recht kurz fassen kann.
Doch wie kann ich andere Kommentierungen sehen?

Viel mehr mag ich jetzt nicht mehr schreiben, mit liebem Gruß Tilly
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon Frank » 19. Mär 2017, 09:01

Hallo Tilly,
andere Kommentare kann man dort nicht einsehen, das ist bei solchen Umfragen üblich.
Deshalb hatte ich ja hier diese Kommentierung eingestellt, weil ich auch ganz öffentlich zu dem Stehen kann, was ich dort schreibe und damit auf die anonymisierung verzichte.

Hier geht es nun weiter mit:

1.4-1.7
Die Versorgungslage in Zentren ist für Betroffene eine enorme Belastung, weite Fahrtstrecken und somit enorm lange Zeitaufwendung für eine Behandlung bei der auch noch die „freie Behandlerwahl“ massiv eingeschränkt wird sind Aspekte die absolut gegen diese Zentrierung sprechen. Insbesondere wenn die Betroffenen auch noch einer Berufstätigkeit nachgehen bzw. nachgehen wollen, aber auch vom finanziellen Aufwand (Fahrtkosten zu ambulanter Behandlung müssen die Betroffenen selbst aufbringen!) ist es absolut inakzeptabel solche Zentren mit weitem Einzusgebiet zu fordern.
Hier kommt auch die schon auf der Vorseite aufgeführte Liste der in Frage kommenden Behandler noch eine Rolle, Kinder- und Jugendtherapeuten für Menschen jenseits der 30 als passende Behandler zu benennen stellt die Therapeutische Beziehungsebene für die Betroffenen in Frage – diese müssen von den Betroffenen abgelehnt werden können, ohne das ihnen hieraus ein Nachteil entsteht. Ebenso muss den Betroffenen möglich sein Therapeuten aufgrund ihres jeweiligen Geschlechts ablehnen zu dürfen. Gerade von Frauen fehlt oft das Verständnis für Männer mit Transsexualität und komplettem Angleichungswunsch.
Ein weiterer Aspekt liegt in der Grundhaltung der Therapeuten, die ausschließlichkeit des Bezuges auf die „Identität“ verhindert die Akzeptanz das Menschen ein ganz klares „Wissen um ihr Geschlecht haben“. Dies ist der gravierendste Fehler in dieser Leitlinie, welcher sich leider auch aus der Auswahl der Epidermologischen Studien ergibt. Wenn ausschließlich „Transgender/Trans* Studien“ genutzt werden kann Transsexualität in ihrer Phänomenologie nicht einbezogen werden.

Auch in der Diagnostik geht es dementsprechend wieder Ausschließlich nur um die „Genderebene des Geschlechtes“, hier wird letztendlich ganz klar deutlich das das Phänomen Transsexualität (NGS) nicht verstanden und daher auch nicht einbezogen wird. Die Vermischung zwischen DSM V – wo es ausschließlich um die aufgrund der Mängel in der englischen Sprache reduzierte Sichtweise von Geschlecht als entweder „psychosozial“ (Gender) oder „körperlich-genital“ (sex) geht – und der auf die gleiche reduzierte Sprachebene gezogene Gender Incongruence → welche durchaus bei angemessener Übersetzung als „Geschlechtliche Nichtübereinstimmung“ bedeutet.
Mit der Übersetzung in die Möglichkeiten der „deutschen Sprache“ ließe sich dann aber auch eine „Nichtübereinstimmung von Geschlechtswissen in Bezug auf die körperlich-genitale Ebene des Geschlechtes“ beschreiben. Dies würde zwar dazu führen das es tatsächlich unterschiedliche Phänomene in Bezug auf die „Geschlechtliche Nichtübereinstimmung“ geben kann, aber und das ist der relevante Punkt: Diese Unterschiedlichkeit in den Phänomen ist Realität!

Da „originär transsexuelle Menschen“ und „Menschen mit einem transsexuellem Hintergrund“ gar nicht in die Vorbereitung und direkt abgelehnt auch aus der Leitlinienentwicklung vorsätzlich ausgeschlossen wurden, konnte diese Realität auch nicht in diese Leitlinie einfließen!

Relevant wird dieser Unterschied jedoch spätestens wenn man auf die Epidemiologie und die in die Leitlinienentwicklung einbezogenen Studien schaut. Hier wird durchaus häufig darauf Hingewiesen das die jeweiligen „Teilnehmergruppen“ nicht klar definiert wurden, das es keine Kontrollgruppen gab und das allein aus diesem Grund viele Studienergebnisse kritisch zu betrachten sind.

*Zitat* Die SoC wollen dazu beitragen, dass trans* Menschen im Einklang mit ihrem Geschlecht leben können, unter Berücksichtigung des Körpers, der Psyche und der sozialen Situation. *Zitatende* → Trotz der vermeintlichen „Oberbegrifflichkeit“ wird hier jedoch ganz deutlich das genau dieser Aspekt Männer und Frauen mit transsexuellem Hintergrund/Vergangenheit ausschließt, denn es geht ausschließlich um ein fremdbestimmtes „trans*Mensch(Geschlecht)sein“ ohne die Anerkennung der Betroffenen als „Frauen“ oder „Männer“. Dies stellt eine Stigmatisierung dar, die alles was seit den 1980er Jahren erreicht wurde, komplett zunichte macht.


so werde ich das jetzt absenden
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon Gast » 19. Mär 2017, 15:13

Hallo Frank,

Deinen bisherigen Kommentaren kann ich mich nur anschließen. Diese Leitlinienentwurf ist schon sehr eindimensional, behält die Psychopathologisierung bei. Und, wie derzeit leider sehr oft, wird Transsexualität entweder nicht verstanden oder bewußt ausgeklammert.
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon Hera » 19. Mär 2017, 17:40

Oder es gibt mehrheitlich eben doch jene, denen es auf das Gender ankommt (un-undürfen) und die andere Motivationen haben, die ihr Handeln antreiben. Und die bestimmen dann eben das Bild - auch bei den Psychs, wobei selbige natürlich auch um ihre Geldeinnahmequelle und Machtposition kämpfen.
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon seerose » 19. Mär 2017, 18:02

Hera hat geschrieben:Oder es gibt mehrheitlich eben doch jene, denen es auf das Gender ankommt (un-undürfen) und die andere Motivationen haben, die ihr Handeln antreiben. Und die bestimmen dann eben das Bild - auch bei den Psychs, wobei selbige natürlich auch um ihre Geldeinnahmequelle und Machtposition kämpfen.

Und es heißt, jene Kreise, die aktuelle "Lei(d)tlinien" verfasst haben waren schon immer so; das habe bei denen Tradition. Manche fühlten sich an deren "Gründungsväter" erinnert, und wieder andere sehen da eine kontinuierliche Linie, z.B. über die "Beinahe-Verhinderung" des TSG, und schließlich deren aktuelle Vertreter bis heute...
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon Frank » 20. Mär 2017, 06:15

Hier nun zu Kapitel 2:

2.
Mit dem Titel wird schon deutlich das es einen reduzierten Zugang geben soll, denn Trans* ist ein ausgrenzender Begriff der Frauen und Männer ausschließt. Hier wird dann letztlich auch ganz deutlich das gerade diejenigen die an dieser Leitlinie mitgewirkt haben einen ganz relevanten Faktor vergessen haben: Menschen nach abgeschlossener Transition, diese existieren in den Vorstellungen der Teilnehmer an der Leitlinienentwicklung ganz offensichtlich gar nicht.

Das es keine dazu passenden Umfragen oder Studien gibt ist ebenfalls Bezeichnend, zeigt es doch die Sicht und Arbeitsweise der Teilnehmer an der Leitlinienentwicklung.

Die sozialen und berfulich-familiären verknüpfungen mit in den medizinischen Bereich zu ziehen zeigt ebenfalls wie eng hier Lebensbereiche miteinander verknüpft werden die in dieser Form so gar nicht zusammengehören. Die mangelhafte Information in Bezug auf Mitarbeiter von Ämtern beruht eher auf der Struktur der Ämter an sich in Kombination mit gezielten Desinformationen von Seiten der Medien die sich auf „Fachleute“ aus den Bereichen der Psychologie/Sexulogie und der sogenannten „Comunity“ berufen.
Die Tatsache das mehr „trans*männer(sic!) Hilfen bei Kindererziehung und Versorgung und Beratungen in Anspruch nehmen, liegt an der Tatsache das die Anzahl Alleinerziehender in Bezug auf „Mütter“, also Menschen die ein Kind geboren haben, um ein vielfaches höher ist als bei den „Vätern“, also den Menschen die Kinder zeugen.

Informed Consent → eine gute These, die bisher leider kaum ernsthaft umgesetzt wird, ganz besonders nicht in Bezug auf „Begleittherapie“, aber auch in Bezug auf die somatischen Maßnahmen wird hier durch insistionen der DGFS und ihrer Mitglieder die sich zu „Genderexperten“ ausgezeichnet haben ein „informed Consent“ immer wieder durch Sprachmacht verhindert. In gemeinsamen sogenannten „Fachzirkeln“ wird mit den Kolleg/innen abgesprochen das die Aussagen der „Psychologen / Sexulogen“ relevanter sind als die Wünsche der Betroffenen, ja sogar wichtiger wie die erfolgte Kostenzusage der Krankenkassen.

Hier ein Zitat wie solch ein Informed Consent funktionieren könnte:
*So betonen zum Beispiel Deutsch und Radix in dem von ihnen angewandten Modell des informed consent, dass eine Selbstauskunft und eine positive Einschätzung der Entscheidungsfähigkeit durch eine behandelnde Fachkraft ausreichend sind (zitiert nach Eyssel, 2015). *

Ein weiterer Aspekt wo es mit dem Informed Consent noch sehr mangelhaft läuft ist in den Bezügen „HRT“ Hormon Release Therapy und in Bezug auf angleichende Operationen.
In Bezug auf die Versorgung mit Hormonen fehlt eine Referenzlage, es gibt zwar für die Fachärzte/innen Möglichkeiten sich mit Kolleg/innen aus zu tauschen, aber der Schritt zu „informing“ der Betroffenen fehlt nahezu ganz.
In Bezug auf die angleichenden Operationen gibt es ebenfalls massiven Mangel an Information, selbst in direkten „Aufklärungsgesprächen“ werden vielfach nur die allgemeinen Risiken einer Operation vermittelt, aber die Fachspezifischen und konkreten Operationsbezugsrisiken werden kaum erwähnt. Insbesondere in Bezug auf die Erstellung des männlichen Genitales spielt auch der Mangel an Operateuren die hierzu Methoden anbieten eine gravierende Rolle.

Die Aussagen zu der aktuellen Situation sind zwar grundlegend Sachbasiert, aber schon die folgende Erwähnung *Umgang mit und die Folgen von Trans*-Negativität* zeigt deutlich das hier ein wichtiger Aspekt übersehen wird:
Die Folgen die sich aus der fehlenden Differenzierung der verschiedenen Phänomene von „geschlechtlicher Varianz“ ergeben und die Tatsache das diese auch von sogenanntem „Fachexperten“ umgesetzt wird.
Psychosoziale Unterstützung und Beratung sollte daher keinesfalls von genau dieser „Expertengruppe“, die ja selbst Stigmatisiert , umgesetzt oder bestimmt werden. Hier ist eine Unabhängigkeit zu medizinischen „Gatekeepern“ zwingend erforderlich. Daher ist auch die „Bildung von Mitarbeitern psychosozialer Institutionen“ absolut unabhängig von der Leitlinie sicher zu stellen, gerade in diesem Bereich ist aufgrund der aktuellen deutlichen fehlenden Akzeptanz der verschiedenen Phänomene in Bezug auf geschlechtliche Varianz die Forderung einer zwingenden Verknüpfung strikt ab zu lehnen!

das geht heute weg, wenn ich es schaffe gleich noch
Nachtrag zu den Empfehlungen:
Folgenden Empfehlungen stimme ich vollkommen zu:
Ein eingeschränkter Zugang zum Gesundheitssystem, Stigmatisierung und Diskriminierung sind mit erheblichen gesundheitlichen Risiken (HIV, sexueller Missbrauch, Depression, Suizidalität) verbunden.
Für Behandlungssuchende soll ein uneingeschränkter Zugang zur Gesundheitsversorgung gewährleistet werden.
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon seerose » 20. Mär 2017, 10:25

Lieber Frank,
zu deinen detaillierten Kommentierungen kann ich Dich nur beglückwünschen!
Bekanntlich kann man weder die Kommentare anderer im Rahmen der Leitlinien-Kommentierungsoption der DGfS einsehen, und zudem sich ergibt das Problem, daß man entweder seine gesamten Kommentierungen "in einem Rutsch" vornimmt, um dann auf der letzten Seite zu erfahren, daß man nicht mehr "zurückblättern" und/oder weiter kommentieren kann und "darf". So bleibt nur noch die Lösung, das einschlägige Internet-Fenster dauerhaft geöffnet zu halten, bis man vielleicht nach einigen Tagen die Kommentierung abschließen kann/möchte, sofern es bis dahin keinen "Neustart" des PCs oder sonstige Abstütze gegeben hat...
Eine Möglichkeit, sich den vollständigen Leitlinien-Entwurf der DGfS "in aller Ruhe", und beliebig vor- und zurückblätternd anschauen zu können, hat ATME e.V. bereitgestellt, und ergibt sich hier:
"Hier der Link zu dem Papier mit farblichen Hervorhebungen (u.a. anderem auch zu den Abschnitten, an denen klar Umpolung propagiert wird)."
http://atme-ev.de/texte/DGfS_Leitlinien_2017_farbig.pdf
----------------------------------------------------------------------------------------------
Ich würde es sehr begrüßen, wenn von der Kommentierungs-Option unsererseits reichlich und fundiert Gebrauch gemacht würde. Aber dabei bitte immer schön sachlich bleiben, denn nur dann -wenn überhaupt- kann unser "Gegenüber" unsere Kritikpunkte vielleicht an sich "ranlassen", so daß wir damit vielleicht etwas bei denen bewirken können...
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon MerleHH » 20. Mär 2017, 14:19

Hallo Frank,

ursprünglich wollte ich mich ja hier im Forum erkundigen, wie ich bei der Kommentierung dieses unsäglichen Leitlinienentwurfs gewisse Dinge darstellen und formulieren kann, da mir zu einigen Punkten einfach die Worte fehlten. Danke, alle meine Fragen hast Du mir bereits beantwortet!

Für "Trans*" mag dieser Entwurf ja ein ganz tolles Ding sein. Aber verstehe ich das richtig: Wenn nun aber ein Mensch daherkommt und sagt, dass er eigentlich kaum unter Rollenbildern und sonstigem Genderzeug leidet, allerdings umso mehr unter seinem falschen körperlichen Geschlecht, dann fällt er aus deren Verständnis von "Trans*" raus? Denn so wie ich das sehe, werden da doch alle körperlichen Behandlungen in die Richtung gedacht, dass sie ein Leben im richtigen Gender ermöglichen sollen* - ich finde aber keine eine Aussage in der Hinsicht, dass Menschen von sich aus unter einem falschen Körpergeschlecht leiden können - übersehe ich da nur was, oder gibt es primäre Transsexualität in der Wahrnehmung der DGfS schlicht nicht?

Ich bekomme ja allgemein schon mittelgradige allergische Reaktionen wenn ich den Namen Nieder irgendwo lese, insbesondere sein Fetischismus für Genderzentren macht mich ja regelmäßig wahnsinnig, aber das ist heftig. Eine derartige Ignoranz (ideologische Verblendung/-blödung?) hätte ich ja nicht einmal dem zugetraut.

__________________________
* Für uns ganz fatal: Wenn ich sage, dass das Ziel jeder körperlichen Behandlung das Leben im richtigen Gender ist, kann ich auch sagen, dass Menschen mit gutem Passing keinerlei körperliche Behandlung brauchen, da sie ja gut im richtigen Gender leben können - Körperschema hin oder her. Ich finde, wir werden hier nicht nur ignoriert, sondern sogar ganz konkret unsichtbar gemacht.
-
"Gender incongruence"? My brain and my genitals are sex incongruent.
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