Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen

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Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen

Beitragvon Rosi » 19. Nov 2015, 01:47

Der Link zur Umfrage:

http://umfrage.atme-ev.de/index.php/972653?lang=de

Diese Umfrage erfasst Diskriminierungen von Menschen, deren Körper und/oder die geschlechtliche Selbstaussage nicht den vorherrschenden Vorstellungen von Geschlecht entspricht. Die Ergebnisse sollen Auskunft darüber geben, in welchen Bereichen ähnliche Diskriminierungserfahrungen gemacht werden.

Die Umfrage dauert ungefähr 30 Minuten.

Herzlichen Dank an der Teilnahme.

Diese Umfrage enthält 41 Fragen.


Die Umfrage fließt mit in einen alternativen Menschenrechtsbericht für Deutschland ein.
Ich bin zwar "weich", aber darin bin ich "knallhart"
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Re: Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen

Beitragvon Lotty » 21. Mär 2016, 11:32

Mittlerweile ist die Umfrage ausgewertet. Das Ergebiss ist in einem PDF-Dokument zusammen gefasst.

Wenn ich den Bericht darüber bei Queer.de lese, scheint es als ob vielfach der Unterschied zwischen Transsexualität und Trans* (Transthemen) nicht wirklich verstanden wurde. Wird verstanden und akzeptiert dass Transsexualität eine Frage des Körpers ist und Gender eine Frage der Geschlechter-Rolle? Wird verstanden, dass wir Frauen und Männer sind und für die Anerkennung unseres Geschlechtes kämpfen, ganz abseits von Transthemen?

Aber nun zur Umfrage und deren Ergebnis. Das die Medien schlechte Noten bekommen ist nicht wirklich verwunderlich. Einige scheinen wirklich keinerlei Benühen zu szeigen die Sache zu verstehen. Zur Ehrenrettung muss man jedoch feststellen, dass aus den Reihen der sogenannten Trans*Community ein relatives Unverständnis gegenüber der Transsexualität besteht und so manches an Informationen verbreitet wird was für Menschen mit transsexuellem Hintergrund nun überhaupt nicht zu trifft.

Ziemlich erschreckend finde ich jedoch, dass solche Stellen wie die Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS), die LSBTTIQ-Comunity und sonstige Lobbygruppen aus dem Bereich der geschlechtlichen Thematik (Trans*) derart schlechte Noten bekommen haben.

Drei Viertel der Befragten haben zum Beispiel in der LSBTTIQ-Commnity Diskriminierungserfahrungen gemacht. "An der Spitze der Diskriminierung innerhalb der LSBTTIQ-Community stehen Ignoranz, die Umdeutung der eigenen geschlechtlichen Selbstbeschreibung und mangelnde Solidarität".

Bei der ADS wird bemängelt dass sie Körperlichkeit zum Lebensentwurf und zur Geschlechtsrollen-Identifikation um deutet. Als persönliche Anmerkung: gleiches erlebt man auch in der Trans*-Community, die sich gegenüber der Transsexualität ausgesprochen abweisend verhält und wenig Verständnis zeigt. Geschlecht wird dort zur Lebensweise um gedeutet.

An der Umfrage haben überwiegend Menschen mit transsexuellem Hintergrund teil genommen und was von diesen abgelehnt wird sind Bezeichnungen wie Mann zu Frau, Transfrau, Wunschgeschlecht, Gender Disphory (eine Bezeichnung, die von einem Berliner Verein versucht wird zu etablieren), abweichende Geschlechtsidentität und ähnliches.

Ja, die Gesellschaft ist mittlerweile relativ tolerant geworden, jedenfalls in großen Teilen. Aber uns geht es nicht darum das es Männern zugestanden wird als Frau zu leben, oder Frauen zugestanden wird als Mann zu leben. Diese Toleranz ist ja weitgehend vorhanden. Bei Transsexualität geht es aber nicht um das Gender, um ein Leben als. Bei Menschen mit transsexuellem Hintergrund geht es um das tatsächliche Geschlecht. Geht es um die Anerkennung des Geschlechtes und da ist vielfach keine Bereitschaft zu erkennen.

Da möge doch jeder Mensch ohne transsexuellem Hintergrund mal in sich selbst nachforschen wie er denkt. Sind wir Männer und Frauen mit gegengeschlechtlichen Körpermerkmalen oder sind wir Menschen die im Gegengeschlecht leben?

Wie mag die Antwort ausfallen?
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Re: Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen

Beitragvon Vanessa » 21. Mär 2016, 16:49

Lotty hat geschrieben:Da möge doch jeder Mensch ohne transsexuellem Hintergrund mal in sich selbst nachforschen wie er denkt. Sind wir Männer und Frauen mit gegengeschlechtlichen Körpermerkmalen oder sind wir Menschen die im Gegengeschlecht leben?
Ich hatte letztens mal an einer Umfrage gearbeitet, die das klären sollte. Aber bis so eine Umfrage wirklich den vollen Feinschliff hat, kann es dauern, und vieles fällt einem erst durch Feedback der Befragten auf, wenn es eigentlich zu spät ist. Bei Interesse schicke ich den Link per PN. Dann könnte ich das Feedback nutzen, diese Umfrage doch mal zu veröffentlichen.
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Re: Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen

Beitragvon Rosi » 21. Mär 2016, 18:06

Vanessa hat geschrieben:..... Bei Interesse schicke ich den Link per PN. Dann könnte ich das Feedback nutzen, diese Umfrage doch mal zu veröffentlichen.

Bitte!
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Re: Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen

Beitragvon tilly » 21. Mär 2016, 23:01

Ja, in der Tat!

Wir sollten uns mehr überlegen wie die "normalen Menschen" auf der Straße ticken.
Und wie wir da um mehr Verständnis werben können.
Dazu ist es sicher sehr hilfreich eine Meinungsvielfalt zu bekommen um zu wissen wie und wo am besten anzusetzen ist.

Mit liebem Gruß Tilly
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Re: Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen

Beitragvon Vanessa » 21. Mär 2016, 23:21

Bei mir war der Stein des Anstoßes ein Gespräch mit einer Person, das ich hier im Forum auch bereits thematisiert hatte. Bei mir warf das die Frage auf, wie eigentlich die ganzen Leute in meinem Freundes- und Bekanntenkreis wirklich darüber denken. Sie direkt fragen wollte ich nicht, nachher sind sie nur nett und erzählen mir nicht ihre wahre Meinung. Also war die Idee, allen die Umfrage zu schicken und dann zu hoffen, dass die Anonymität sie zu wahren Aussagen bewegt. Am Ende wüsste ich dann, wie mein Freundeskreis so tickt und wie ich wirklich gesehen werde. Es war also nie wirklich als Umfrage im großen öffentlichen Maßstab gedacht, sondern nur als kleiner Trick, um an die Wahrheit im unmittelbaren Umfeld zu kommen. Aber als sich meine Laune wieder besserte, geriet die Idee wieder in den Hintergrund. Erwartet also nun keine wissenschaftlich perfekt durchdachte professionelle Umfrage. Sie ist auch recht knapp gehalten, da es mir eigentlich nur um die Klärung der Kernfrage ging, ob Transfrauen als Männer oder als Frauen gesehen werden. Aber ich dachte mir nun durch dieses Thema angestoßen, dass man vielleicht etwas daraus machen kann.
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Re: Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen

Beitragvon spirulina » 21. Mär 2016, 23:26

Die "normalen Menschen" haben keine Zeit sich mit uns zu beschäftigen ! Sie sind mit ihrer Daseinssicherung vollauf beschäftigt und wollen sich auch nicht in ihrer Freizeit mit der Transproblematik auseinandersetzen . Letztendlich gibet es gar keine normalen Menschen,alle Menschen haben so ihre spez. Lebensprobleme und sind mit deren Bewältigung auch voll ausgelastet .
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Re: Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen

Beitragvon tilly » 21. Mär 2016, 23:56

Die Idee einer Umfrage finde ich aber trotzdem gut!

In wie weit, mit welchen Mitteln und in welchem Umfang, ist natürlich eine ganz andere Geschichte.
Für die müssen wir sicher noch ein paar gute Ideen sammeln.
Da wären natürlich erst mal die Fragen, was noch eher einfach ist.
Eine statistisch relevante Verbreitung, dazu noch mit geringen Mitteln wird sicher schwierig.
Die Auswertung und Nutzung sollte dann den Aufwand rechtfertigen.

Mit liebem Gruß Tilly
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Re: Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen

Beitragvon seerose » 22. Mär 2016, 00:20

tilly hat geschrieben:Die Idee einer Umfrage finde ich aber trotzdem gut!

In wie weit, mit welchen Mitteln und in welchem Umfang, ist natürlich eine ganz andere Geschichte.

Natürlich ist es wünschenswert, eine Befragung des "Durchschnittsmenschen" bei uns durchzuführen; hier ist allerdings die Frage der ungewissen Motivation, und dies angesichts fehlender Ressourcen, ein großes Hindernis. Sinnvoller erscheint mir da die Zielgruppen-bezogene Befragung, wobei wir für uns bedeutsame Zielgruppen auswählen sollten, z.B. Ärzte, Schwestern und Pfleger mit konkreter vs. potentieller Betroffenen-Kontaktierung, aber auch einschlägig publizierende Journalisten, politische Entscheidungsträger, etc.
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Re: Umfrage zu Diskriminierungserfahrungen

Beitragvon Lotty » 22. Mär 2016, 09:48

Fast würde ich vermuten das Ergebnis bereits zu kennen.

So ca. ein Drittel wird aus Höflichkeit unser Geschlecht anerkennen. Jedoch bei weiterem Nachfragen bleiben wohl nur sehr wenige über, die wirklich davon überzeugt sind dass wir dem Geschlecht wirklich angehören. Für die meisten sind wir Menschen die es vorziehen im anderem Geschlecht zu leben.

Danke dafür der Gender-Community, die dies ja auch verbreitet und uns damit mehr schadet als sie uns nutzt. :hammer:

Aber egal, wir würden solch eine Umfrage natürlich unterstützen. Zur Ausarbeitung sollten wir uns aber in den Internen Bereich zurück ziehen, das muss nicht hier im öffentlichem Bereich geschehen.

Liebe Grüße
Lotty
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