S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon seerose » 20. Mär 2017, 16:40

Ja, liebe Merle, so ist es. Und wenn wir es denn wagen sollten, nach körperlichen Angleichungen zu fragen, fallen wir sofort unter das antiquierte "Krank"-Level und werden demnach (lebenslang) pathologisiert!
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon MerleHH » 20. Mär 2017, 16:48

Igitt, habe ich das Ding also richtig verstanden... joa wenn wir doch im richtigen Gender angekommen sind und trotzdem körperliche Behandlungen wollen, müssen wir diesem eigentümlichen Verständnis zufolge ja ziemlich gaga sein, was uns inhaltlich ja nur mit dysmorphophoben Wahnpatienten und dergleichen gleichstellt. Okay, dann tut mir meine stellenweise sehr scharfe Kommentierung doch nicht im Nachhinein leid. Das wäre der Fall gewesen, wenn sich herausgestellt hätte, dass ich da was nicht verstanden, nicht richtig herausgelesen habe, aber wenn das wirklich so eklig ist, wie ich es wahrnehme... okay, DGfS, Nieder und Konsorten, die üblichen Genderpathologisierer haben sich halt mal wieder ausgetobt, so weit nichts neues, nur den Wahnsinn als S3-Leitlinie zu verkaufen ist halt eine neue Dimension -.-'

Mal so in den Raum geworfene Frage: Kann es sein, dass sich hinter alledem schlicht Wirtschaftlichkeitsinteressen verstecken? Transsexuelle Menschen und ihre Bedürfnisse anzuerkennen bedeutet körperliche Angleichungen und die sind teuer. Eine Genderphilosophie aufzustellen und im selben Zuge ad absurdum zu führen, mit ihr zu begründen, dass körperliche Behandlungen schön sein können, aber unnötig sind, weil man ja auch ohne im gewünschten Gender leben kann usw. ist wesentlich billiger...
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon Frank » 20. Mär 2017, 18:26

Liebe Merle, liebe Seerose,
auf dem Fachtag im November (Seerose du erinnerst dich an den Vortrag von Timo Nieder?)
hat Herr Dr. Timo O. Nieder sehr deutlich gezeigt das er ein sehr eng begrenztes Verständniss von Geschlecht hat,
er verwendete eine "Grafik" die ausschließlich die Optionen "Gender" und "Sex" beinhaltet und die sogenannte "Geschlechtsidentität hat er auf der Genderebene (wo sie tatsächlich hingehört) gepackt gleichzeitig aber hat er sie als "etwas stabiles/Feststehendes" bezeichnet, was dem Tatsächlichen Sinn (Bedeutung des Begriffes) absolut entgegensteht, genauso wie die Aussagen zu Trans* ja dem was Menschen mit Transsexualität benötigen entgegensteht.

Und ja liebe Merle, ein großer Teil der DGFS Mitglieder ist nicht in der Lage originäre Transsexualität zu verstehen und die wenigen die es hinkriegen trauen sich nicht dies offen zu sagen, da sie dafür sofort hart Kritisiert werden.

Wirtschaftsinteresse besteht eher in dem Bereich die "Gatekeeperfunktion" bzw. die Notwendigeit der psychologisch-psychotherapeutischen Behandlung fort zu schreiben, denn diese DGFS steht für Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung und ihre Mitglieder kommen aus dem psychologisch (Ärzte) bzw. psychotherapeutischem (Psychotherapeuten) bereich, Operateure und Endokrinologen gehören da nicht zu.......deren Interessen sind der DGFS letztlich ebenso egal wie die der Betroffenen.

Das große Problem mit den "originär transsexuellen(NGS) Menschen" liegt in der Tatsache das diese nach Abschluss der Transition einfach keine weitere Einnahmequelle für diese psychologisch-psychotherapeutisch arbeitenden Fachleute mehr darstellen! -> Wir sind zu geringe Einnahmequellen....

Menschen mit Genderthematiken stellen dagegen eine nahezu "Dauereinahmequelle" dar.
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon MerleHH » 21. Mär 2017, 03:27

Öh... ich kann mir das also so vorstellen, dass Nieder Gender, also die soziale Geschlechtsidentität und Geschlechtswissen, also die neuronal bei jedem Menschen vorhandene "ich weiß was ich bin"-Entität munter durcheinanderwürfelt? Gerade Gender ist doch massiv von äußeren Faktoren abhängig, eben nicht zwingend feststehend und wird von seinen Liebhabern sonst doch auch genau so beschrieben... argh, die rücken sich das ja wirklich alles so zurecht, wie es ihnen gerade passt, ich weiß schon, warum ich grundsätzlich mit äußerster Vorsicht und Zurückhaltung reagiere, wenn ich irgendwo "DGfS" oder gar "Nieder" lese :hammer: Von Wissenschaftlichkeit ist ein solches Handeln meiner Meinung nach zwar weit entfernt, aber bei einem Thema, wo Machtinteressen von Gatekeepern auf der einen Seite und sozialpädagogische Interessen von "Trans*" auf der anderen Seite stehen, darf ich als Patientin mit einer simplen körperlichen Fehlbildung wohl keine wissenschaftlich-medizinische Behandlung erwarten ](*,)

Hrmpf, danke - ich habe in die falsche Richtung gedacht. Ich dachte daran, dass eventuell seitens der Krankenkassen, MDKs/MDS usw. ein Interesse daran bestehen könnte, Operationen und dergleichen zu vermeiden und daher jede Form von geschlechtlicher Varianz in ein genderbasiertes Konzept zu pressen ein Mittel sein könnte, um zu erklären, dass doch niemand körperliche Behandlung bräuchte und wenn dann nur insoweit, als dass sie beim für das Leben im gewünschten Gender notwendige Passing helfen kann... denn das ist der einzige Fall, von den ich aus dem Entwurf herauslesen kann, dass die DGfS in ihm körperliche Behandlung befürwortet, dann wenn sie notwendig ist, um im gewünschten Gender zu leben. Dass ich meinen Körper verändern möchte, weil er grundsätzlich nicht zu mir passt, weil er meinem Geschlechtswissen widerspricht, der Fall, in dem eine körperliche Behandlung per se, jedes Genderproblem außen vor gelassen notwendig ist, kommt da ja gar nicht vor. Deshalb stank mir das so sehr nach Operationsvermeidung. Aber klar, mal davon abgesehen, dass eine gaOP im Verhältnis zu... wenn ich mir jetzt ein Genderproblem einreden lasse und daran glaube, dass ich deshalb lebenslang therapeutisch betreut werden muss, bei durchschnittlicher Lebenserwartung... 40-50 Jahren Psychotherapie noch richtig günstig ist, dürfte sich der Sexologenverband DGfS auch gar nicht für die Kosten der Krankenkassen oder gar das Einkommen von Operateuren interessieren. Die Mitglieder der DGfS verdienen schlicht selbst knackig an der Psycho-/Soziopathologisierung (wobei der merkwürdige Rückgriff auf das DSM V ja auch durchaus ein Rückschritt zur offenen Psychopathologisierung ist. Was soll das eigentlich, seit wann berufen sich deutsche AWMF-Leitlinien eigentlich auf dieses Machwerk, statt auf den ICD-GM?! :shock: Ach stimmt, der kennt ja, zumindest noch, keinen Genderfirlefanz...)

Jop, verstanden. Jetzt ist mir erst recht schlecht :roll: #-o
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon Frank » 21. Mär 2017, 07:04

Kapitel 3

3. Therapeutische Haltung und Beziehungsgestaltung

Ging es auf der vorhergehenden Seite/Kapitel noch um einen „Informed Consent“ und die beabsichtigte Verknüpfung von GI (Gender Incongruenz) mit GD (Gender Dysphorie) so wird hier ganz deutich das es immer noch die Haltung der GID (Gender (roles) Identity Disorder) auf deutsch die Geschlechts(rollen) Identitäts Störung ist die als Basis für die Therapeutische Behandlung gesehen wird.

Im weiteren wird dann zwar auf die „Selbstreflexion“ sowohl der Behandlungssuchenden als auch der Behandelnden eingegangen, dies jedoch wird dann ausschließlich auf die Ebene der „Nichtbinären Verortung“ reduziert.
Die Draufsicht, also die Frage „in welchem Geschlecht erlebe ich als Behandler die behandlungsuchende Person“ wird zur kritischen Hinterfragung angesprochen, was jedoch gänzlich fehlt ist die Frage nach dem „Selbsterleben“ des behandlungssuchenden Menschen.

Auch hier *Zitat* Behandelnde sollten sich ein Verständnis von Geschlecht erarbeiten, das über ein Konstrukt von Zweigeschlechtlichkeit hinausgeht. *Zitatende* wird viel zu kurz nur die Abweichung einer binären Geschlechtlichkeit genannt. Viel gravierender ist jedoch gerade für Menschen mit Transsexualität (NGS) das im Verständnis von Geschlecht das Wissen eines Menschen um das eigene Geschlecht der einzige Faktor ist, der von Aussen niemals verändert werden kann. Hier wird leider auch in den wissenschaftlichen Studien aus der Neurowissenschaft (Milton Diamond, Intersex & Transsex Thematiken; „She“ ein ganz aktuelles deutschsprachiges Buch mit Zusammenfassungen auch von Milton Diamond) fälschlicherweise, mangels alternativen in der englishen Sprache vermeintlich einzige, Begriff „Gender Identity“ verwendet, obwohl etwas ganz anderes damit gemeint ist wie es die Ursprüngliche Bedeutung des Begriffes meint.
Der VTSM e.V. hat zu diesem Thema eine „Grafik zur Vielfalt der Geschlechtsmerkmale“ in deutscher Sprache herausgegeben, welcher recht einfach und klar diese Problematik aufzeigt.

Als letzte Sätze sind folgende, *Zitat*

„Die Partizipation der Behandlungssuchenden in der Planung des therapeutischen Prozesses und die Transparenz im Verlauf des therapeutischen Prozesses sollen ermöglicht werden.“

„Entscheidungen über die Notwendigkeit und die Reihenfolge der Behandlungsschritte sollen partizipativ im Sinne einer Übereinstimmung zwischen Behandlungssuchenden und Behandelnden getroffen werden. Sollte im Einzelfall eine Übereinstimmung nicht herstellbar sein, so sollten die Gründe dafür transparent dargelegt werden.“
* Zitatende*
weitere Indizien dafür das hier dem „Informed Consent“ eine deutliche Absage erteilt wird.
Als Mensch mit transsexuellem Hintergrund kann ich hier nur deutlich Protestieren, das derartige Widersprüchlich agiert wird, von Seiten der Menschen die „ihr Einkommen über die Verweigerung dieses Informed Consent erzielen!“


auch dies geht nun direkt als Kommentierung in die Umfrage
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon Frank » 25. Mär 2017, 12:38

Kapitel 4 Diagnostik und Behandlungsplan:

*zitat* Psychiatrische oder psychotherapeutische Diagnostik findet grundsätzlich stufenweise auf der Symptomebene, der Syndromebene und der nosologischen Ebene statt (Jäger 2015). Für die Symptomebene ist die Erfassung der subjektiv erlebten Beschwerden und objektiv beobachtbaren Befunde zentral, auf der Syndromebene wird die Kombination von häufig im Querschnitt zusammen auftretenden Symptomen erfasst, während auf der nosologischen Ebene die erfahrungswissenschaftlich begründete Zuordnung zu Kategorien eines Klassifikationssystems erfolgt. *zitatende*
Genau hier bestehen die Grundprobleme:
1. Aufgrund einer völlig überholten Basisannahme, konkret dem behavioristischen Menschen und Entwicklungsbild, besteht eine extreme Diskrepanz zwischen der Realität der Betroffenen in Bezug zu den „erfahrungswissenschaftlichen Methoden“ und auch den „auf falscher Basis stehenden Kategorisierungen“.
2. Es gibt keine Unterscheidung zwischen „psychosozialen Syndrom“ und „Neuro-Genitalem Syndrom (NGS)“, dies ist insbesondere deshalb so problematisch, weil alles auf die psychosoziale Ebene des Geschlechts reduziert wird und gleichzeitig die Symptome ebenfalls weitgehend relativ Gleich scheinen.
3. Symptomebene und Verbindung zur Syndromebene ist bei genauer Betrachtung und klarer Unterscheidung zwar einfach erkennbar, aber und genau hier setzt das Problem ein: die Unterscheidung der Syndrome wird durch die „Reduktion auf die psychosoziale Ebene“ unmöglich gemacht.
4. Geschlecht ist mehr wie nur „sex & gender“! → hier ergeben sich die Probleme aus der fehlenden Möglichkeit der (vor allem englischen) Sprache die als Wissenschaftssprache genutzt wird. Hierzu ist jedoch die Beachtung der Neurowissenschaften und ihrer Erkenntnisse und Thesen in Bezug auf das Geschlecht relevant, obwohl auch hier leider der „vermeintlich gleiche Begriff“ verwendet wird wie in der psychophatologisierungs Ebene. „Geschlechtsidentität“ als Begriff bzw. Wort wird in völlig unterschiedlichen Bedeutungen verwendet, die sogar konkret Entgegengesetzt sind.

Doch was ergibt sich daraus für den Diagnostikbereich?
Diagnostizierbar ist letztlich nur die „Klarheit und Orientierbarkeit des Behandlunsgsuchenden“,
ebenso kann über Fragebogen abgefragt werden wie weit jeweils ein Reflexionstand vorhanden ist.
Dies ist für den Bereich Transsexualität (NGS) völlig ausreichend, da sich die Leidensdruckthematik aus dem Dilemma der Gegensätzlichkeit von Geschlechtswissen einerseits und genitaler und gonadenbezogener Entwicklung andererseits ergibt.

Bei der Diagnostik laut der GD geht es wie man sehen kann ausschließlich um die Genderebene und damit auch um die psychosozialen Aspekte des Geschlechtes – hier wird ganz deutlich das Transsexualität (NGS) nicht Dagnostizierbar ist, ohne das sich die Behandlungssuchenden dem Weltbild und der Sichtweise der Behandler anpassen. Diese Anpassungsleistung verhindert jedoch vielfach eine Vertrauensbasis und auch eine Reflexion auf der Sachebene → dabei haben diverse „Gescheiterte Transsexuelle Menschen“ in den letzten 30-40 Jahren letztlich genau diesen Punkt als Kritisch aufgezeigt.

Die Vermischung von GD und GI wurde schon zuvor kritisiert, auch in der Diagnostik ist diese zu Kritisieren.

Zum Beispiel folgender Absatz zeigt deutlich das Transsexualität (NGS) eigentlich nur sehr bedingt in die GD/GI Diagnostik eingebunden ist:
*zitat* Das Verlangen nach körpermodifizierenden Maßnahmen ist lediglich bei zwei der sechs A-Kriterien im DSM-5 für die GD von Bedeutung, kann demzufolge vorhanden sein, muss es aber nicht, um eine GD bzw. GI diagnostizieren zu können. Es ist dabei individuell durchaus unterschiedlich, ob trans* Personen ihre Geschlechtsorgane eher als „Identitätsorgane“ oder „Sexualorgane“ oder auch als keines von beiden betrachten. *zitatende*
Für Menschen mit Transsexualität (NGS) sind die Geschlechtsorgane sowohl aufgrund der falschen „Funktionalität“ - Sexualorgan-ebene, als auch in Bezug auf die Thematik „Identitätsorgan“ welches als zwingen zum Geschlecht als ganzes richtig sein sollte und dabei die Bezugsebene „Wissen um das eigene Geschlecht im Bezug zum Geschlechtskörper“ betrifft.
Sowohl GD wie auch GI stehen viel zu sehr im Fokus der psychosozialen Ebene des Geschlechtes und beziehen sich viel zu sehr auf die „Geschlechtsidentität“ einen Begriff der absolut widersprüchlich verwendet wird.

Die sexuelle Orientierung ist ebenfalls ein sehr heikles Feld, immerhin gibt es auch heute noch Therapeuten die glauben Homosexualität aberziehen/abtherapieren zu können, auch ist zum Beispiel der Umgang mit Transsexuellen Menschen die vermeintlich „Nach der Angleichung“ Homosexuell sind ein heikles Thema, nicht selten wird zum Beispiel schwulen transsexuellen Männern empfohlen doch „Frau“ zu bleiben → als wäre Heterosexualität allein davon abhängig wie die Genitalien der beiden Sexualpartner im Verhältnis zueinander stehen, während das Wissen um das eigene Geschlecht nur einem „cisgeschlechtlichem“ Partner zugestanden wird.

Weiterhin gibt es noch das Problem mit Komorbiditäten → es wurde mittlerweile Nachgewiesen dass Transsexualität(NGS) und auch Trans*geschlechtlichkeit in Zeiten in denen dieses von Betroffenen jeweils unterdrückt wird zu Folgesymptomatiken führt. Hier liegt auch wieder eine Überschneidung der Verschiedenen Syndrome vor. Auch ist es erwiesener Maßen bekannt das es Komorbiditäten gibt wo unabhängig voneinander sowohl andere psychische Störungen (auch solche die Normalreaktionen darstellen) gleichzeitig mit Transsexualität(NGS), Trans*geschlechtlichkeit oder Intersexualität auftreten können.


Ergänzung:
Kommentar zu den Empfehlungen:
Leider wurde offensichtlich vergessen das es die Syndromebene Transsexualität (NGS) auch heute noch gibt, dadurch wird nicht nur diese Ausgeschlossen, sondern auch Menschen nach erfolgter Transition aus der Behandlung ausgeschlossen bzw. auf eine "Genderebene" dauerpsychopathologieisiert. Ganzheitliche Behanldung erfordert auch eine Anerkennung des Geschlechtes, welches etwas anderes ist wie eine "Geschlechtsidentität"!
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon Severus » 26. Mär 2017, 16:31

Gut, dass ich hier reingeschaut habe... ich muss die Umfrage auch noch kommentieren.

MerleHH hat geschrieben:Öh... ich kann mir das also so vorstellen, dass Nieder Gender, also die soziale Geschlechtsidentität und Geschlechtswissen, also die neuronal bei jedem Menschen vorhandene "ich weiß was ich bin"-Entität munter durcheinanderwürfelt? Gerade Gender ist doch massiv von äußeren Faktoren abhängig, eben nicht zwingend feststehend und wird von seinen Liebhabern sonst doch auch genau so beschrieben... argh, die rücken sich das ja wirklich alles so zurecht, wie es ihnen gerade passt, ich weiß schon, warum ich grundsätzlich mit äußerster Vorsicht und Zurückhaltung reagiere, wenn ich irgendwo "DGfS" oder gar "Nieder" lese :hammer: Von Wissenschaftlichkeit ist ein solches Handeln meiner Meinung nach zwar weit entfernt, aber bei einem Thema, wo Machtinteressen von Gatekeepern auf der einen Seite und sozialpädagogische Interessen von "Trans*" auf der anderen Seite stehen, darf ich als Patientin mit einer simplen körperlichen Fehlbildung wohl keine wissenschaftlich-medizinische Behandlung erwarten ](*,)


Ich befürchte, die bekannten und berüchtigten Psychologen und Psychiater sind so übermächtig in diesem Thema, weil es von den anderen Fachärzten niemand anrührt. Ich mein, das hat sich ja schon so eingeschliffen, dass man erstmal die Psyche checkt, wenn einer sagt, er ist ein Mann, auch wenn mal vermeintlich F festgestellt wurde und vice versa. Guckt man sich mal die Gesellschaft an, sind eh schon viele Bereiche "psychologisiert" worden. Die Dinge "psychologisch" zu betrachten, ist halt in und die ganzen Psychologie-Absolventen müssen ja auch irgendwo unterkommen, wenn im ursprünglichen Metier nicht mehr genug Stellen vorhanden sind.... ich schweife ab.

Alle, außer Menschen, die eine angeborene, organische Ursache für ihre Transsexualiät erkennen, stören sich ja nicht daran, dass es keine medizinisch-wissenschaftlichen Bemühungen rund um das Thema Transsexualität gibt. Gender-Leute können naturwissenschaftliche Forschung eh schon nicht ausstehen. Und Psychologen naturgemäß auch nicht.
Und natürlich ist auch das medizinische Bemühen nicht so groß wie z.B. bei Intersexualität, wo manche IS-verursachende Syndrome zwingend behandelt werden müssen, denn durch Transsexualität stirbt man ja primär nicht und man braucht es nicht mit Medikamenten zu behandeln um Leben zu erhalten. Aus TS können ja "nur" psychische Störungen, Depressionen und akute Suizidgefahr entspringen und für die ergibt sich das breite Spektrum an Psychopharmaka. Nach Jahrzehnten von Symptom-Bekämpfung bei TS wollen Psychologen und Psychiater nun mehr vom Royal TS-Steak und spielen sich als Ursachenbegründer auf, weil es sonst kein anderer so wirklich macht oder für notwendig hält.

Ist blöd.
Freedom is something that dies unless it's used. – Hunter S. Thompson
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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitragvon Hera » 26. Mär 2017, 18:57

Psychopharmaka? Davon kenne ich nur Nebenwirkungen - u. a. Gewichtszunahme und auch Zombiewirkung.

Wirklich geholfen haben die mir nie.

Ist eine Nebenwirkung von Psychopharmaka nicht Depression und Suizidneigung?

Aber manchen sollen sie ja wirklich helfen... - damit sie wieder im Sinne der Gesellschaft funktionieren.

OK, das war nun off topic.
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