S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

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Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitrag von Frank » 21. Mär 2017, 07:04

Kapitel 3

3. Therapeutische Haltung und Beziehungsgestaltung

Ging es auf der vorhergehenden Seite/Kapitel noch um einen „Informed Consent“ und die beabsichtigte Verknüpfung von GI (Gender Incongruenz) mit GD (Gender Dysphorie) so wird hier ganz deutich das es immer noch die Haltung der GID (Gender (roles) Identity Disorder) auf deutsch die Geschlechts(rollen) Identitäts Störung ist die als Basis für die Therapeutische Behandlung gesehen wird.

Im weiteren wird dann zwar auf die „Selbstreflexion“ sowohl der Behandlungssuchenden als auch der Behandelnden eingegangen, dies jedoch wird dann ausschließlich auf die Ebene der „Nichtbinären Verortung“ reduziert.
Die Draufsicht, also die Frage „in welchem Geschlecht erlebe ich als Behandler die behandlungsuchende Person“ wird zur kritischen Hinterfragung angesprochen, was jedoch gänzlich fehlt ist die Frage nach dem „Selbsterleben“ des behandlungssuchenden Menschen.

Auch hier *Zitat* Behandelnde sollten sich ein Verständnis von Geschlecht erarbeiten, das über ein Konstrukt von Zweigeschlechtlichkeit hinausgeht. *Zitatende* wird viel zu kurz nur die Abweichung einer binären Geschlechtlichkeit genannt. Viel gravierender ist jedoch gerade für Menschen mit Transsexualität (NGS) das im Verständnis von Geschlecht das Wissen eines Menschen um das eigene Geschlecht der einzige Faktor ist, der von Aussen niemals verändert werden kann. Hier wird leider auch in den wissenschaftlichen Studien aus der Neurowissenschaft (Milton Diamond, Intersex & Transsex Thematiken; „She“ ein ganz aktuelles deutschsprachiges Buch mit Zusammenfassungen auch von Milton Diamond) fälschlicherweise, mangels alternativen in der englishen Sprache vermeintlich einzige, Begriff „Gender Identity“ verwendet, obwohl etwas ganz anderes damit gemeint ist wie es die Ursprüngliche Bedeutung des Begriffes meint.
Der VTSM e.V. hat zu diesem Thema eine „Grafik zur Vielfalt der Geschlechtsmerkmale“ in deutscher Sprache herausgegeben, welcher recht einfach und klar diese Problematik aufzeigt.

Als letzte Sätze sind folgende, *Zitat*

„Die Partizipation der Behandlungssuchenden in der Planung des therapeutischen Prozesses und die Transparenz im Verlauf des therapeutischen Prozesses sollen ermöglicht werden.“

„Entscheidungen über die Notwendigkeit und die Reihenfolge der Behandlungsschritte sollen partizipativ im Sinne einer Übereinstimmung zwischen Behandlungssuchenden und Behandelnden getroffen werden. Sollte im Einzelfall eine Übereinstimmung nicht herstellbar sein, so sollten die Gründe dafür transparent dargelegt werden.“
* Zitatende*
weitere Indizien dafür das hier dem „Informed Consent“ eine deutliche Absage erteilt wird.
Als Mensch mit transsexuellem Hintergrund kann ich hier nur deutlich Protestieren, das derartige Widersprüchlich agiert wird, von Seiten der Menschen die „ihr Einkommen über die Verweigerung dieses Informed Consent erzielen!“


auch dies geht nun direkt als Kommentierung in die Umfrage

Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitrag von MerleHH » 21. Mär 2017, 03:27

Öh... ich kann mir das also so vorstellen, dass Nieder Gender, also die soziale Geschlechtsidentität und Geschlechtswissen, also die neuronal bei jedem Menschen vorhandene "ich weiß was ich bin"-Entität munter durcheinanderwürfelt? Gerade Gender ist doch massiv von äußeren Faktoren abhängig, eben nicht zwingend feststehend und wird von seinen Liebhabern sonst doch auch genau so beschrieben... argh, die rücken sich das ja wirklich alles so zurecht, wie es ihnen gerade passt, ich weiß schon, warum ich grundsätzlich mit äußerster Vorsicht und Zurückhaltung reagiere, wenn ich irgendwo "DGfS" oder gar "Nieder" lese :hammer: Von Wissenschaftlichkeit ist ein solches Handeln meiner Meinung nach zwar weit entfernt, aber bei einem Thema, wo Machtinteressen von Gatekeepern auf der einen Seite und sozialpädagogische Interessen von "Trans*" auf der anderen Seite stehen, darf ich als Patientin mit einer simplen körperlichen Fehlbildung wohl keine wissenschaftlich-medizinische Behandlung erwarten ](*,)

Hrmpf, danke - ich habe in die falsche Richtung gedacht. Ich dachte daran, dass eventuell seitens der Krankenkassen, MDKs/MDS usw. ein Interesse daran bestehen könnte, Operationen und dergleichen zu vermeiden und daher jede Form von geschlechtlicher Varianz in ein genderbasiertes Konzept zu pressen ein Mittel sein könnte, um zu erklären, dass doch niemand körperliche Behandlung bräuchte und wenn dann nur insoweit, als dass sie beim für das Leben im gewünschten Gender notwendige Passing helfen kann... denn das ist der einzige Fall, von den ich aus dem Entwurf herauslesen kann, dass die DGfS in ihm körperliche Behandlung befürwortet, dann wenn sie notwendig ist, um im gewünschten Gender zu leben. Dass ich meinen Körper verändern möchte, weil er grundsätzlich nicht zu mir passt, weil er meinem Geschlechtswissen widerspricht, der Fall, in dem eine körperliche Behandlung per se, jedes Genderproblem außen vor gelassen notwendig ist, kommt da ja gar nicht vor. Deshalb stank mir das so sehr nach Operationsvermeidung. Aber klar, mal davon abgesehen, dass eine gaOP im Verhältnis zu... wenn ich mir jetzt ein Genderproblem einreden lasse und daran glaube, dass ich deshalb lebenslang therapeutisch betreut werden muss, bei durchschnittlicher Lebenserwartung... 40-50 Jahren Psychotherapie noch richtig günstig ist, dürfte sich der Sexologenverband DGfS auch gar nicht für die Kosten der Krankenkassen oder gar das Einkommen von Operateuren interessieren. Die Mitglieder der DGfS verdienen schlicht selbst knackig an der Psycho-/Soziopathologisierung (wobei der merkwürdige Rückgriff auf das DSM V ja auch durchaus ein Rückschritt zur offenen Psychopathologisierung ist. Was soll das eigentlich, seit wann berufen sich deutsche AWMF-Leitlinien eigentlich auf dieses Machwerk, statt auf den ICD-GM?! :shock: Ach stimmt, der kennt ja, zumindest noch, keinen Genderfirlefanz...)

Jop, verstanden. Jetzt ist mir erst recht schlecht :roll: #-o

Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitrag von Frank » 20. Mär 2017, 18:26

Liebe Merle, liebe Seerose,
auf dem Fachtag im November (Seerose du erinnerst dich an den Vortrag von Timo Nieder?)
hat Herr Dr. Timo O. Nieder sehr deutlich gezeigt das er ein sehr eng begrenztes Verständniss von Geschlecht hat,
er verwendete eine "Grafik" die ausschließlich die Optionen "Gender" und "Sex" beinhaltet und die sogenannte "Geschlechtsidentität hat er auf der Genderebene (wo sie tatsächlich hingehört) gepackt gleichzeitig aber hat er sie als "etwas stabiles/Feststehendes" bezeichnet, was dem Tatsächlichen Sinn (Bedeutung des Begriffes) absolut entgegensteht, genauso wie die Aussagen zu Trans* ja dem was Menschen mit Transsexualität benötigen entgegensteht.

Und ja liebe Merle, ein großer Teil der DGFS Mitglieder ist nicht in der Lage originäre Transsexualität zu verstehen und die wenigen die es hinkriegen trauen sich nicht dies offen zu sagen, da sie dafür sofort hart Kritisiert werden.

Wirtschaftsinteresse besteht eher in dem Bereich die "Gatekeeperfunktion" bzw. die Notwendigeit der psychologisch-psychotherapeutischen Behandlung fort zu schreiben, denn diese DGFS steht für Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung und ihre Mitglieder kommen aus dem psychologisch (Ärzte) bzw. psychotherapeutischem (Psychotherapeuten) bereich, Operateure und Endokrinologen gehören da nicht zu.......deren Interessen sind der DGFS letztlich ebenso egal wie die der Betroffenen.

Das große Problem mit den "originär transsexuellen(NGS) Menschen" liegt in der Tatsache das diese nach Abschluss der Transition einfach keine weitere Einnahmequelle für diese psychologisch-psychotherapeutisch arbeitenden Fachleute mehr darstellen! -> Wir sind zu geringe Einnahmequellen....

Menschen mit Genderthematiken stellen dagegen eine nahezu "Dauereinahmequelle" dar.

Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitrag von MerleHH » 20. Mär 2017, 16:48

Igitt, habe ich das Ding also richtig verstanden... joa wenn wir doch im richtigen Gender angekommen sind und trotzdem körperliche Behandlungen wollen, müssen wir diesem eigentümlichen Verständnis zufolge ja ziemlich gaga sein, was uns inhaltlich ja nur mit dysmorphophoben Wahnpatienten und dergleichen gleichstellt. Okay, dann tut mir meine stellenweise sehr scharfe Kommentierung doch nicht im Nachhinein leid. Das wäre der Fall gewesen, wenn sich herausgestellt hätte, dass ich da was nicht verstanden, nicht richtig herausgelesen habe, aber wenn das wirklich so eklig ist, wie ich es wahrnehme... okay, DGfS, Nieder und Konsorten, die üblichen Genderpathologisierer haben sich halt mal wieder ausgetobt, so weit nichts neues, nur den Wahnsinn als S3-Leitlinie zu verkaufen ist halt eine neue Dimension -.-'

Mal so in den Raum geworfene Frage: Kann es sein, dass sich hinter alledem schlicht Wirtschaftlichkeitsinteressen verstecken? Transsexuelle Menschen und ihre Bedürfnisse anzuerkennen bedeutet körperliche Angleichungen und die sind teuer. Eine Genderphilosophie aufzustellen und im selben Zuge ad absurdum zu führen, mit ihr zu begründen, dass körperliche Behandlungen schön sein können, aber unnötig sind, weil man ja auch ohne im gewünschten Gender leben kann usw. ist wesentlich billiger...

Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitrag von seerose » 20. Mär 2017, 16:40

Ja, liebe Merle, so ist es. Und wenn wir es denn wagen sollten, nach körperlichen Angleichungen zu fragen, fallen wir sofort unter das antiquierte "Krank"-Level und werden demnach (lebenslang) pathologisiert!

Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitrag von MerleHH » 20. Mär 2017, 15:19

Hallo Frank,

ursprünglich wollte ich mich ja hier im Forum erkundigen, wie ich bei der Kommentierung dieses unsäglichen Leitlinienentwurfs gewisse Dinge darstellen und formulieren kann, da mir zu einigen Punkten einfach die Worte fehlten. Danke, alle meine Fragen hast Du mir bereits beantwortet!

Für "Trans*" mag dieser Entwurf ja ein ganz tolles Ding sein. Aber verstehe ich das richtig: Wenn nun aber ein Mensch daherkommt und sagt, dass er eigentlich kaum unter Rollenbildern und sonstigem Genderzeug leidet, allerdings umso mehr unter seinem falschen körperlichen Geschlecht, dann fällt er aus deren Verständnis von "Trans*" raus? Denn so wie ich das sehe, werden da doch alle körperlichen Behandlungen in die Richtung gedacht, dass sie ein Leben im richtigen Gender ermöglichen sollen* - ich finde aber keine eine Aussage in der Hinsicht, dass Menschen von sich aus unter einem falschen Körpergeschlecht leiden können - übersehe ich da nur was, oder gibt es primäre Transsexualität in der Wahrnehmung der DGfS schlicht nicht?

Ich bekomme ja allgemein schon mittelgradige allergische Reaktionen wenn ich den Namen Nieder irgendwo lese, insbesondere sein Fetischismus für Genderzentren macht mich ja regelmäßig wahnsinnig, aber das ist heftig. Eine derartige Ignoranz (ideologische Verblendung/-blödung?) hätte ich ja nicht einmal dem zugetraut.

__________________________
* Für uns ganz fatal: Wenn ich sage, dass das Ziel jeder körperlichen Behandlung das Leben im richtigen Gender ist, kann ich auch sagen, dass Menschen mit gutem Passing keinerlei körperliche Behandlung brauchen, da sie ja gut im richtigen Gender leben können - Körperschema hin oder her. Ich finde, wir werden hier nicht nur ignoriert, sondern sogar ganz konkret unsichtbar gemacht.

Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitrag von seerose » 20. Mär 2017, 11:25

Lieber Frank,
zu deinen detaillierten Kommentierungen kann ich Dich nur beglückwünschen!
Bekanntlich kann man weder die Kommentare anderer im Rahmen der Leitlinien-Kommentierungsoption der DGfS einsehen, und zudem sich ergibt das Problem, daß man entweder seine gesamten Kommentierungen "in einem Rutsch" vornimmt, um dann auf der letzten Seite zu erfahren, daß man nicht mehr "zurückblättern" und/oder weiter kommentieren kann und "darf". So bleibt nur noch die Lösung, das einschlägige Internet-Fenster dauerhaft geöffnet zu halten, bis man vielleicht nach einigen Tagen die Kommentierung abschließen kann/möchte, sofern es bis dahin keinen "Neustart" des PCs oder sonstige Abstütze gegeben hat...
Eine Möglichkeit, sich den vollständigen Leitlinien-Entwurf der DGfS "in aller Ruhe", und beliebig vor- und zurückblätternd anschauen zu können, hat ATME e.V. bereitgestellt, und ergibt sich hier:
"Hier der Link zu dem Papier mit farblichen Hervorhebungen (u.a. anderem auch zu den Abschnitten, an denen klar Umpolung propagiert wird)."
http://atme-ev.de/texte/DGfS_Leitlinien_2017_farbig.pdf
----------------------------------------------------------------------------------------------
Ich würde es sehr begrüßen, wenn von der Kommentierungs-Option unsererseits reichlich und fundiert Gebrauch gemacht würde. Aber dabei bitte immer schön sachlich bleiben, denn nur dann -wenn überhaupt- kann unser "Gegenüber" unsere Kritikpunkte vielleicht an sich "ranlassen", so daß wir damit vielleicht etwas bei denen bewirken können...

Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitrag von Frank » 20. Mär 2017, 07:15

Hier nun zu Kapitel 2:

2.
Mit dem Titel wird schon deutlich das es einen reduzierten Zugang geben soll, denn Trans* ist ein ausgrenzender Begriff der Frauen und Männer ausschließt. Hier wird dann letztlich auch ganz deutlich das gerade diejenigen die an dieser Leitlinie mitgewirkt haben einen ganz relevanten Faktor vergessen haben: Menschen nach abgeschlossener Transition, diese existieren in den Vorstellungen der Teilnehmer an der Leitlinienentwicklung ganz offensichtlich gar nicht.

Das es keine dazu passenden Umfragen oder Studien gibt ist ebenfalls Bezeichnend, zeigt es doch die Sicht und Arbeitsweise der Teilnehmer an der Leitlinienentwicklung.

Die sozialen und berfulich-familiären verknüpfungen mit in den medizinischen Bereich zu ziehen zeigt ebenfalls wie eng hier Lebensbereiche miteinander verknüpft werden die in dieser Form so gar nicht zusammengehören. Die mangelhafte Information in Bezug auf Mitarbeiter von Ämtern beruht eher auf der Struktur der Ämter an sich in Kombination mit gezielten Desinformationen von Seiten der Medien die sich auf „Fachleute“ aus den Bereichen der Psychologie/Sexulogie und der sogenannten „Comunity“ berufen.
Die Tatsache das mehr „trans*männer(sic!) Hilfen bei Kindererziehung und Versorgung und Beratungen in Anspruch nehmen, liegt an der Tatsache das die Anzahl Alleinerziehender in Bezug auf „Mütter“, also Menschen die ein Kind geboren haben, um ein vielfaches höher ist als bei den „Vätern“, also den Menschen die Kinder zeugen.

Informed Consent → eine gute These, die bisher leider kaum ernsthaft umgesetzt wird, ganz besonders nicht in Bezug auf „Begleittherapie“, aber auch in Bezug auf die somatischen Maßnahmen wird hier durch insistionen der DGFS und ihrer Mitglieder die sich zu „Genderexperten“ ausgezeichnet haben ein „informed Consent“ immer wieder durch Sprachmacht verhindert. In gemeinsamen sogenannten „Fachzirkeln“ wird mit den Kolleg/innen abgesprochen das die Aussagen der „Psychologen / Sexulogen“ relevanter sind als die Wünsche der Betroffenen, ja sogar wichtiger wie die erfolgte Kostenzusage der Krankenkassen.

Hier ein Zitat wie solch ein Informed Consent funktionieren könnte:
*So betonen zum Beispiel Deutsch und Radix in dem von ihnen angewandten Modell des informed consent, dass eine Selbstauskunft und eine positive Einschätzung der Entscheidungsfähigkeit durch eine behandelnde Fachkraft ausreichend sind (zitiert nach Eyssel, 2015). *

Ein weiterer Aspekt wo es mit dem Informed Consent noch sehr mangelhaft läuft ist in den Bezügen „HRT“ Hormon Release Therapy und in Bezug auf angleichende Operationen.
In Bezug auf die Versorgung mit Hormonen fehlt eine Referenzlage, es gibt zwar für die Fachärzte/innen Möglichkeiten sich mit Kolleg/innen aus zu tauschen, aber der Schritt zu „informing“ der Betroffenen fehlt nahezu ganz.
In Bezug auf die angleichenden Operationen gibt es ebenfalls massiven Mangel an Information, selbst in direkten „Aufklärungsgesprächen“ werden vielfach nur die allgemeinen Risiken einer Operation vermittelt, aber die Fachspezifischen und konkreten Operationsbezugsrisiken werden kaum erwähnt. Insbesondere in Bezug auf die Erstellung des männlichen Genitales spielt auch der Mangel an Operateuren die hierzu Methoden anbieten eine gravierende Rolle.

Die Aussagen zu der aktuellen Situation sind zwar grundlegend Sachbasiert, aber schon die folgende Erwähnung *Umgang mit und die Folgen von Trans*-Negativität* zeigt deutlich das hier ein wichtiger Aspekt übersehen wird:
Die Folgen die sich aus der fehlenden Differenzierung der verschiedenen Phänomene von „geschlechtlicher Varianz“ ergeben und die Tatsache das diese auch von sogenanntem „Fachexperten“ umgesetzt wird.
Psychosoziale Unterstützung und Beratung sollte daher keinesfalls von genau dieser „Expertengruppe“, die ja selbst Stigmatisiert , umgesetzt oder bestimmt werden. Hier ist eine Unabhängigkeit zu medizinischen „Gatekeepern“ zwingend erforderlich. Daher ist auch die „Bildung von Mitarbeitern psychosozialer Institutionen“ absolut unabhängig von der Leitlinie sicher zu stellen, gerade in diesem Bereich ist aufgrund der aktuellen deutlichen fehlenden Akzeptanz der verschiedenen Phänomene in Bezug auf geschlechtliche Varianz die Forderung einer zwingenden Verknüpfung strikt ab zu lehnen!

das geht heute weg, wenn ich es schaffe gleich noch
Nachtrag zu den Empfehlungen:
Folgenden Empfehlungen stimme ich vollkommen zu:
Ein eingeschränkter Zugang zum Gesundheitssystem, Stigmatisierung und Diskriminierung sind mit erheblichen gesundheitlichen Risiken (HIV, sexueller Missbrauch, Depression, Suizidalität) verbunden.
Für Behandlungssuchende soll ein uneingeschränkter Zugang zur Gesundheitsversorgung gewährleistet werden.

Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitrag von seerose » 19. Mär 2017, 19:02

Hera hat geschrieben:Oder es gibt mehrheitlich eben doch jene, denen es auf das Gender ankommt (un-undürfen) und die andere Motivationen haben, die ihr Handeln antreiben. Und die bestimmen dann eben das Bild - auch bei den Psychs, wobei selbige natürlich auch um ihre Geldeinnahmequelle und Machtposition kämpfen.

Und es heißt, jene Kreise, die aktuelle "Lei(d)tlinien" verfasst haben waren schon immer so; das habe bei denen Tradition. Manche fühlten sich an deren "Gründungsväter" erinnert, und wieder andere sehen da eine kontinuierliche Linie, z.B. über die "Beinahe-Verhinderung" des TSG, und schließlich deren aktuelle Vertreter bis heute...

Re: S3 Leitlinienentwurf - Kommentierung von Frank

Beitrag von Hera » 19. Mär 2017, 18:40

Oder es gibt mehrheitlich eben doch jene, denen es auf das Gender ankommt (un-undürfen) und die andere Motivationen haben, die ihr Handeln antreiben. Und die bestimmen dann eben das Bild - auch bei den Psychs, wobei selbige natürlich auch um ihre Geldeinnahmequelle und Machtposition kämpfen.

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